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Reproduktion

marxistischer Begriff für die Wiederherstellung der im Produktionsprozess verausgabten —Produktivkräfte, d. h. die Regeneration der Arbeitskräfte durch Konsum und der Ersatz der verbrauchten Produktionsmittel durch Investitionen. In einzelwirtschaftlicher Sicht sind die Bedingungen der Reproduktion verschieden, z. B. je nach Alter und Gesundheit des einzelnen Arbeiters und der Verschleissanfälligkeit von Maschinen, Werkzeugen etc. Für eine ganze Volkswirtschaft ist nach Marx die Reproduktion dann gewährleistet, wenn das geschaffene Gesamtprodukt entsprechend den verausgabten Produktivkräften für Konsum und Ersatzinvestitionen verwendet wird (einfache Reproduktion). Dies wird anhand des Verhältnisses zwischen Produktionsgütererzeugung (Abteilung I) und Konsumgüterherstellung (Abteilung II) verdeutlicht, wobei der Input jeweils mit dem konstanten Kapital (c) die Ersatzinvestitionen, dem variablen Kapital (v) die Lohnaufwendungen und den realisierten Mehrwert (m) umfasst. Dieses Reproduktionsschema wird anhand eines Zahlenbeispiels mit Einheiten einer beliebigen Währung erklärt (vgl. Kasten unten). Das stationäre Gleichgewicht (die einfache Reproduktion) ist dann gewährleistet, wenn die Investitionsgüterlieferungen (2000 c) an die Abt. II und die Konsumgüterlieferungen (1000 v + 1000 m) an die Abt. I grössengleich sind und das gesamtwirtschaftliche Angebot sowohl bei den Investitionsgütern (6000 = 4000 c + 2000 c) als auch bei den Konsumgütern (3000 = 1000v +1000 m + 500 v + 500 m) der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage entspricht. Übersteigt die Investitionsgüterproduktion die Ersatzinvestitionen, dann liegen die Bedingungen der erweiterten Reproduktion, also einer wachsenden Wirtschaft, vor. Nach Marx werden so nicht nur die ökonomischen Produktionsbedingungen, sondern mit ihnen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse reproduziert. Im Kapitalismus komme es daher — in Verbindung mit dem Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate (Mehrwerttheorie) und der Prognose einer zunehmenden Unternehmenskonzentration (Monopolkapitalismus) — zur krisenhaften Zuspitzung des kapitalistischen Wachstumsprozesses und zum Übergang zur sozialistischen Produktionsweise. Nur in der hiermit verbundenen zentralen Planung und Lenkung werden die Bedingungen für eine planmässige proportionale Wirtschaftsentwicklung als erfüllt angesehen. Wie Analysen des ökonomischen Systemvergleichs, aber auch die tatsächliche Entwicklung der konträren Wirtschaftssysteme gezeigt haben, waren diese Annahmen unzutreffend; die Stabilitätsbedingungen von Marktwirtschaften wurden unterschätzt und die von Zentralverwaltungswirtschaften überschätzt.                                                     

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