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Obsoleszenz

Unter Obsoleszenz versteht man eine schnellere Abnutzung bzw. Veralterung eines Produktes. Die Obsoleszenz kann verursacht werden durch Veränderungen 1. im psychologischen Bereich (insbesondere bei Mode-und Geschmacksänderungen) und 2. im technischen Bereich (durch Einbau von Sollbruchstellen oder Unterlassung von technischem Fortschritt).

Künstliche Verkürzung der Produktlebensdauer. Hersteller von Gebrauchsprodukten leiden unter der relativ hohen Marktsättigung ihrer Produkte. Sie leiden aber auch an den Folgen der Produktqualität, die die Lebensdauer erhöht und damit das Geschäft mit der Ersatzbeschaffung beeinträchtigt. Hersteller greifen zur unsichtbaren Obsoleszenz. Die Produkte erhalten künstliche Qualitätsschwächen. Diese ironisch genannten „Soll-Bruchstellen" sind schwer zu erkennen und befinden sich in Bereichen, die selbst nicht zu reparieren sind oder bei denen eine Reparatur relativ teuer ist. Die Mode ist das Beispiel für die sog. sichtbare Obsoleszenz, denn Produkte werden nach bestimmten Moderegeln gestaltet. Deshalb bleiben sie nur so lange trendig, bis eine neue Moderichtung erkennbar wird. Die Besitzer sind zum Ersatz gezwungen, obwohl das jeweilige Gebrauchsprodukt noch voll funktionsfähig ist. Auch technische Entwicklungen führen zur künstlichen Veralterung. Typisch ist hier die Computerbranche. Bei nur wenige Jahre alten Personalcomputern ist es nicht mehr möglich, bestimmte Anwendungen bspw. im Bereich des Internets zu nutzen.
Obsoleszenz-Strategien sind riskant, denn:
- Hersteller können nach dem Produkthaftungsgesetz, aber auch strafrechtlich dafür verantwortlich gemacht werden, wenn dem Nutzer durch Qualitätsschwächen Schaden entstanden ist.
- Konsumenten orientieren sich zusehends an Empfehlungen aus Warentestpublikationen und Verbrauchersendungen.
- Schlechte Produktbewertungen führen zu einem generellen Imageverlust für das herstellende Unternehmen.

(lateinisch: obsolescere = sich abnutzen, veralten) ist die Erscheinung, daß ein Produkt nicht mehr geeignet ist, ein Bedürfnis zu befriedigen. Die Obsoleszenz erstreckt sich auf beide Aspekte der Qualität. 1. gebrauchstechnische Qualitäten: Das Produkt verschleißt durch die Benutzung im Laufe der Zeit. 2. Sozial-kulturelle Qualitäten: Das Produkt wird als geschmacklich überholt empfunden (nicht mehr »up to date«, nicht mehr »in«). Wird die Veralterung künstlich seitens des Produzenten herbeigeführt, so spricht man von geplanter Obsoleszenz. Hinsichtlich der gebrauchstechnischen Qualität wird dies kritisiert (z.B. Reparatur-Unfreundlichkeit durch Nieten statt Schrauben). Hinsichtlich der sozial-kulturellen Qualität ist diese Strategie z.B. in der ^Mode verwirklicht.

Unter Obsoleszenz versteht man die künstliche Veralterung eines Produktes. Die wirtschaftliche Lebensdauer eines Produktes wird verkürzt, obwohl das Produkt noch technisch gebrauchsfähig ist. Damit wird die Marktperiode bzw. der Produktk-benszyklus künstlich vom Anbieter verkürzt. Ziele des vorzeitigen »Aus-dem-Markt-Nehmens« sind die Abkürzung unrentabler Phasen des Produktlebenszyklus und der Ersatz von Produkten.

Es lassen sich drei Typen von Obsoleszenz hinsichtlich der entsprechenden Maßnahmen der Anbieter unterscheiden:

- modische Obsoleszenzen, die durch die Änderung von Farben, der Form usw. gefördert werden

- Obsoleszenzen auf Grund einer verbesserten Funktionsqualität, z.B. Pkws mit geringerem Energieverbrauch oder Produkte mit einem neuen Zusatznutzen

- Obsoleszenzen durch die Einführung von Produktinnovationen (Innovation).

Der Einsatz der Obsoleszenz als Marketingstrategie ist ein Hauptangriffspunkt der Verbraucherbewegungen (Konsumeris-mui). Diese Kritik richtet sich vorwiegend auf die psychologische Obsoleszenz, bei der Werbung eingesetzt wird, um Produkte psychologisch zu entwerten, um Kunden zu veranlassen, das »neue« Produkt zu kaufen. Diese »neuen« Produkte unterscheiden sich oftmals nur in unwesentlichen Merkmalen von den »alten« Produkten. Insbesondere der Modewechsel wird zu diesem Zweck genutzt und gefördert. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass der Wohlstand westlicher Industriegesellschaften auf bestimmten Obsoleszenzgra-den beruht.

Geplante Obsoleszenz (planned obsolescence) liegt vor, wenn ein Anbieter die Nutzungsdauer seiner Produkte bewusst verkürzt oder niedrig hält, um seinen Absatz durch frühzeitige Ersatzkäufe zu steigern. Folgende Obsoleszenzstrategien lassen sich unterscheiden: •   Vorhandene oder wirtschaftlich realisierbare Technologien oder Materialien, die eine längere Lebensdauer des Produkts ermöglichen würden, werden nicht angewandt (qualitative Obsoleszenz). •   Durch Variation des Produktäusseren (face lifting), Werbung für neue Modetrends und ähnliche Massnahmen wird ein physisch noch funktionstüchtiges Produkt bzw. Modell psychisch veraltet, so dass sich sein Zusatznutzen verringert (psychische Obsoleszenz). •   Das Timing von Innovationen wird so gesteuert, dass zunächst noch viele der bereits älteren Produkte verkauft, schon bald aber durch die Einführung eines leistungsfähigen Nachfolgeprodukts veraltet werden (funktionell-technische Obsoleszenz). Obsoleszenzstrategien sind empirisch schwer nachweisbar, da die Absichten der Anbieter i.d.R. nicht leicht erkennbar sind. Geplante Obsoleszenz wird in der verbraucherpolitischen Diskussion einerseits als Ressourcenverschwendung, arglistige Schädigung der Konsumenten ("eingebaute Bruchstellen"), Verstärkung der einseitigen Wertschätzung des Neuen und als Instrument des sozialen Konsumzwangs ("Modediktat") kritisiert. Andererseits spricht für eine geplante Obsoleszenz, dass ein längerlebiges Produkt u. U. nur unter Inkaufnahme von Verteuerungen (pro Nutzeneinheit) und/oder Einschränkungen der Funktionstüchtigkeit realisierbar ist. Ferner fördern beschleunigte Innovationen zwar die Veralterung, aber auch den technischen Fortschritt. Die Bewertung geplanter Obsoleszenz bedingt deshalb im Einzelfall eine schwierige und umfassende Wirkungsanalyse und Interessenabwägung.   Literatur: Kaffee, HJWiedmann, K. P., Die Obso- leszenzkontroverse - Versuch einer Klärung, in: ZfbF, 32. Jg. (1980), S. 149 ff.  

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