Empfehlungen
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  Home Top 10 Fachbereiche News Hilfe & FAQ
 

Restschuldbefreiung

Neben der Befriedigung der Gläubiger ist die Restschuldbefreiung des Schuldners eines der Ziele im Verbraucherinsolvenzverfahren. Nach einer siebenjährigen Wohlverhaltensperiode, während der alle Einnahmen über der Pfändungsfreigrenze (Pfändung) an einen Treuhänder abgeführt werden müssen, der sie an die Gläubiger weiterreicht, kann dem Schuldner der Rest seiner Schulden erlassen werden. Zum Wohl verhalten gehört auch, sich eine zumutbare Arbeit zu suchen, wobei die Kriterien der Zumutbarkeit sehr gering anzusetzen sind. Der Schuldner muß beweisen, daß er sich redlich um Arbeit bemüht. Außerdem muß jeder Wechsel des Wohnortes oder des Arbeitsplatzes dem Gericht mitgeteilt werden.

Eine Restschuldbefreiung ist nicht automatisches Resultat des Insolvenzverfahrens. Sie muß beim Gericht beantragt und vom Richter bewilligt werden. Zuständig ist das Insolvenzgericht des örtlich zuständigen Amtsgerichtes.

Auch wenn die Erlöse aus der Verwertung des Schuldnervermögens verteilt sind und ein Insolvenzver­fahren beendet wurde, erlöschen die dann noch nicht beglichenen Forderungen der Gläubiger gegen den Insolvenzschuldner nicht. Das heisst, dass der Schuldner im Durchschnitt noch mehr als 90% seiner Schulden begleichen müsste. Für viele natürliche Personen würde dies bedeuten, dass sie bis zum Ende ihres Lebens noch Schulden bezahlen müssen und kein Vermögen mehr aufbauen können. Unter den Voraussetzungen der §§ 286 bis 303 Insolvenzordnung (InsO) können daher natürliche Personen nach Ablauf einer Frist von 6 Jahren, in der sie ihr gesamtes pfändbares Vermögen ihren Gläubigern zur Verfügung stellen, von ihren noch bestehenden Verbindlichkeiten befreit werden. Voraussetzung dafür ist, dass ein Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt wurde und der Schuldner sich wohl verhält. Das heisst nichts tut, was den Gläubigern schaden könnte. Siehe auch   Insolvenzrecht, deutsches und   Sanierungsmanagement, jeweils mit Literaturangaben.

Vorhergehender Fachbegriff: Restrukturierungsrückstellung | Nächster Fachbegriff: Restschuldversicherung



  Diesen Artikel der Redaktion als fehlerhaft melden & zur Bearbeitung vormerken

   
 
 

   Weitere Begriffe : Handelsvolumen | Zweitmarke | Hiebssatz

   Praxisnahe Definitionen

Nutzen Sie die jeweilige Begriffserklärung bei Ihrer täglichen Arbeit. Jede Definition ist wesentlich umfangreicher angelegt als in einem gewöhnlichen Glossar.

  Marketing

  Definition

  Konditionenpolitik

   Fachbegriffe der Volkswirtschaft

Die Volkswirtschaftslehre stellt einen Grossteil der Fachtermini vor, die Sie in diesem Lexikon finden werden. Viele Begriffe aus der Finanzwelt stehen im Schnittbereich von Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

  Investitionsrechnungen

  Marktversagen

  Umsatzsteuer

   Beliebte Artikel

Bestimmte Erklärungen und Begriffsdefinitionen erfreuen sich bei unseren Lesern ganz besonderer Beliebtheit. Diese werden mehrmals pro Jahr aktualisiert.

  Cash Flow

  Bausparen

  Fremdwährungskonto


     © 2015 Wirtschaftslexikon24.com       All rights reserved.      Home  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum  |  Rechtliche Hinweise
Aktuelles Wirtschaftslexikon