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Verfahrenswahl

Verfahrenswahl (Verfahrensplanung, Verfahrensvergleich) ist die Auswahl des unter den gegebenen Umständen jeweils kostengünstigsten Fertigungsverfahrens. Voraussetzung ist, daß man mehrere Anlagen besitzt, die zur Bearbeitung eines bestimmten Gutes geeignet sind.

Problem:
Für die Wahl des optimalen Produktionsverfahrens gibt es unterschied-
liche Entscheidungssituationen und - je nach Entscheidungssituation -
unterschiedliche Entscheidungsregeln. Dabei gilt:
Nur bei einer Planung für die kurze Periode, in der die beschäftigungs-
fixen Kosten konstant bleiben, ist die Verfahrenswahl mit kostenrechne-
rischen Mitteln zu lösen. Bei langfristigen Planungsproblemen stellt sich
die Frage nach der Gestaltung des betrieblichen Produktionsapparates,
nach Kauf, Verkauf oder Verschrottung von Betriebsmitteln.
Solche Fragen sind nur mit investitionsrechnerischen Mitteln zu beant-
worten (Investitionsrechnung, lange Periode).

Beispiel:
?????????????????????????????????????????????????????????
Zeitbezug Situation Entscheidungsregel
?????????????????????????????????????????????????????????
(1) kein Engpaß variable Stückkosten minimieren
kurz- ????????????????????????????????????????????????
fristige (2) ein Engpaß spezifische Mehrkosten bei Pro-
Ver- duktionsverlagerung minimieren
fahrens- ????????????????????????????????????????????????
wahl (3) mehrere Engpässe Kostenminimierung mit Hilfe der line-
ren Optimierung (Simplex-Methode)
?????????????????????????????????????????????????????????
langfristige (4) Investitionsfall dynamische Investitionsrechnung,
Verfahrenswahl Desinvestitionsfall z. B. Annuitätenmethode: DJA = min!
?????????????????????????????????????????????????????????
Übers.: Technik der Verfahrenswahl hängt von Entscheidungssituation ab

(1) Kurzfristige Verfahrenswahl ohne Engpässe

Hier ist zu entscheiden, welche Anlagen produzieren und welche still-
stehen sollen. Für die Produktion wählt man die Anlage mit den gering-
sten variablen Stückkosten (sie stimmen bei linearem Kostenverlauf
mit den Grenzkosten überein), denn nur variable Kosten können kurz-
fristig bei Produktionsverzicht eingespart werden. Die Fixkosten der
Maschinen, gleichgültig, ob sie produzieren oder stillstehen, sind
nicht entscheidungsrelevant, weil sie ohnehin anfallen.

(2) Kurzfristige Verfahrenswahl bei einem Engpaß

Hier ist zu entscheiden, mit welcher Anlage der Engpaß am wirtschaft-
lichsten entlastet werden kann. Zur Beantwortung dieser Frage errech-
net man die spezifischen Mehrkosten bei innerbetrieblicher Produkti-
onsverlagerung, die zu minimieren sind. Man erhält die spezifischen
Mehrkosten der Produktionsverlagerung, indem man die Mehrkosten
je verlagerter Einheit (kv - kvE) auf die bei Produktionsverlagerung frei-
werdenden Engpaßkapazitätseinheiten je Leistungseinheit bezieht:


spezifische Mehrkosten bei Produktionsverlagerung

kv - kvE
= ?????????????????????????? = min!
freiwerd. Engpaßkap. je LE

kv = variable Stückkosten einer beliebigen Anlage (DM/Stück)
kvE = variable Stückkosten der Engpaßanlage (DM/Stück)


(3) Kurzfristige Verfahrenswahl bei mehreren Engpässen

Treten in einem Betrieb gleichzeitig mehrere Engpässe auf, so kann
das Entscheidungsproblem mit Hilfe der linearen Optimierung oder
linearen Programmierung (LP) gelöst werden. Es ist meist möglich,
die für die Planung des optimalen Produktionsprogramms (Programm-
optimierung) entwickelte Software auch zur Verfahrenswahl bei meh-
reren Engpässen einzusetzen.

(4) Langfristige Verfahrenswahl mit Investition oder Desinvestition

Die Frage, ob eine neue Maschine gekauft oder eine alte verkauft oder
verschrottet werden soll, ist die Frage nach der langfristigen Gestal-
tung des betrieblichen Produktionsapparates, nach Durchführung oder
Unterlassung von Investitionen. Als investitionsrechnerischer Beurtei-
lungsmaßstab bietet sich neben anderen dynamischen Investitions-
rechnungsmethoden insbesondere die Annuitätenmethode an. Grund:
Die DJA-Funktion, die angibt, wie die durchschnittlichen jährlichen
Auszahlungen (DJA) von der Menge der Leistungseinheiten pro Jahr
abhängen, weist Analogien zur Kostenfunktion auf. Läßt man die Ein-
zahlungsseite außer acht, lautet die Entscheidungsregel:
Wähle die Alternative, bei der die durchschnittlichen jährlichen Aus-
zahlungen minimiert werden.


englisch: Routing oder Machine allocation. Ziel der Verfahrenswahl ist es, unter mehreren möglichen fertigungstechnischen Verfahren einer vorhandenen Kapazität das kostengünstigste, das sog. optimale Verfahren auszuwählen. Die Wahl des Fertigungsverfahrens erfolgt meistens aufgrund eines Verfahrensvergleichs, bei welchem die Stückkosten verschiedener Alternativen gegenübergestellt werden. Ein Vergleich ist sowohl auf der Basis der Vollkosten als auch der Teilkosten (Grenzherstellkosten) möglich. Richtige Entscheidungen sind nur auf der Basis der Grenzherstellkosten zu treffen. Ist häufiger Verfahrenswechsel notwendig, muß im Rahmen der -± flexiblen Plankostenrechnung für jede verfahrenstechnische Möglichkeit eine gesonderte -a Plankalkulation aufgestellt werden. Zusätzliche Schwierigkeiten treten auf, wenn die Kapazitäten der Anlagen begrenzt sind und Engpässe in der Fertigung verursachen. Neben den Grenzherstellkosten müssen in diesem Fall die Opportunitätskosten der Produkte pro Einheit der Engpaßbelastung beachtet werden. Eine Abstimmung mit der -± Fertigungsprogrammplanung wird notwendig. Bestehen mehrere Kapazitätsengpässe, so können Entscheidungen über die Verfahrenswahl nur noch mit Hilfe simultaner Optimierungsverfahren getroffen werden.

Entscheidung, durch welche Operationen (Zwischen- und End-)Produkte erzeugt werden. Sie umfasst einerseits als Bestandteil der Arbeitsverteilung die Wahl des jeweiligen Arbeitsträgers und andererseits die Festlegung konkreter Verfahrensbedingungen, wie der Intensität auf diesem Arbeitsträger.

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