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Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik

umfasst zunächst die Nachkriegsjahre der Besatzungszeit bis zur Währungsreform 1948 mit ersten Rekonstruktionsansätzen, die bei der allgemeinen Lähmung des Wirtschaftslebens, dem hohen Grad der Zerstörungen (vor allem im Transport- und Wohnungswesen), dem Mangel an Rohstoffen und Nahrungsmitteln und den —Demontagen in einer nur langsam umschwenkenden Besatzungspolitik (Morgenthau-Plan) nicht sehr erfolgreich waren. Nach der Währungsreform beginnt ein durch Aufbauwillen, das neue Wirtschaftssystem der sozialen Marktwirtschaft und Auslandshilfe (Marshall-Plan) getragener Wiederaufbau, der die 1950er Jahre zum viel zitierten Wirtschaftswunder werden lässt. Einkommenszuwachs und Lebensstandard überschreiten zwischen 1950 und 1960 die Vorkriegsverhältnisse. Der Abschluss von Wiedergutmachungsabkommen, die Gründung der Montan-Union 1951, der EWG 1957 und die Konvertibilität der DM-Währung 1958 bei zunehmender Liberalisierung des Handelsverkehrs sind wichtige Schritte zur Wiedereingliederung der Bundesrepublik in die Weltwirtschaft. Trotz hohen Flüchtlingszustroms gelingt es schon 1956 mit 765 000 Arbeitslosen bei 23,8 Mio. Beschäftigten die Vollbeschäftigung zu erreichen; bis 1964 waren bereits über 1 Mio. ausländische Gastarbeiter beschäftigt. Bei anhaltend hohen Wachstumsraten (1951-60: 0 7,5%,1961-67: 0 4,2%) bleiben die Jahre des Wiederaufbaus nicht frei von Störungen (vgl. Abb.); eine erste deutliche Rezession tritt 1967 ein. Sie kann als Anpassungsprozess an den langfristigen internationalen Entwicklungstrend gesehen werden. Ab den 70er Jahren (Ölschocks 1973 und 1979) fügt sich die Entwicklung der Bundesrepublik in den internationalen Rahmen ein. Gleichzeitig machten sich Strukturschwächen (Werften und Stahl) bemerkbar, die sich als sehr zählebig erweisen. Anhaltende Fehlentwicklungen waren auch zu Beginn der 1980er Jahre festzustellen: rückläufige Beschäftigung und hohe Arbeitslosigkeit bei steigendem Preisniveau (—Stagflation) waren für die Bundesrepublik wie für die übrigen westlichen Industrieländer — es wurde sogar von einer Weltwirtschaftskrise der Nachkriegszeit gesprochen — charakteristisch. Hochentwickelt ist, auch am Standard der westlichen Industrienationen gemessen, das bundesdeutsche System der sozialen Sicherheit, dessen Ausbau bereits unmittelbar nach Gründung der BRD (1952 Lastenausgleich, 1957 Dynamisierung der Renten, zahlreiche Einzelmassnahmen) eingesetzt hatte und das durch die Reformpolitik in den 70er Jahren umfangreiche Ergänzungen bzw. Weiterungen erfuhr. Gegen Mitte der 80er Jahre konnten die inflationären Tendenzen etwas eingedämmt und moderate Wachstumsraten etabliert werden. Zum Wiedererstarken der Wachstums-und Investitionsdynamik trug die bundesdeutsche Exportwirtschaft (die Exportquote betrug 1990 fast 40%) einen Gutteil bei. Die Versuche, die Arbeitslosigkeit und die zunehmende Verschuldung der öffentlichen Hände abzubauen, blieben hingegen weitgehend erfolglos. Mit der —Wiedervereinigung im Herbst 1990 beginnt eine neue Ära der deutschen Wirtschaftsgeschichte.                  Literatur: Winkel, H., Die Wirtschaft im geteilten Deutschland 1945-1970, Wiesbaden 1974. Abelsbauser, W., Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland 1945-1980, Frankfurt a. M. 1983. Glastetter, W., u. a., Die wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland 1950-1980, Frankfurt a. M. 1983.

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