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Doppelkeildiagramme

in der Neuen Makroökonomik verwendetes Analyseinstrument, das der simultanen Darstellung der effektiven Marktfunktionen eines Akteurs (Haushalt oder Unternehmen) dient. Die Ableitung der effektiven Funktionen erfolgt dabei jeweils aus einem dreidimensionalen Entscheidungsproblem des Akteurs unter Berücksichtigung möglicher Rationierungen auf einem oder mehreren Märkten. a) Der Haushalt steht vor dem Problem, eine Nutzenfunktion U=U(C,A,M) zu maximieren, in die gegenwärtiger Konsum (C) und Kassenhaltung am Ende der Periode (M als Indikator für zukünftige Kaufkraft) als positive sowie die Arbeitszeit (A) als negative Komponente eingehen. Als Restriktion hat er seine Budgetgleichung zu beachten: M+pC=M.+WA wobei p und w konstantes Gütermarktpreisniveau und konstanten Nominallohn und Mo die Anfangskassenhaltung bezeichnen. Dieses Maximierungsproblem besitzt unter den üblichen Anforderungen an die zugrundeliegende Nutzenfunktion eine eindeutige Lösung, die im C-A-Diagramm als H5 (Abb. 1) bezeichnet ist. In H* erreicht der Haushalt sein höchstmögliches Nutzenniveau. Entfernt man sich von H* (gleichgültig, in welche Richtung), muss der Nutzen sinken. Kurven gleichen Nutzenniveaus (Isonutzenlinien) werden um Punkt H* verlaufen. Die üblicherweise unterstellten Eigenschaften bezüglich der Nutzenfunktion sichern wiederum die in Abb. 1 ersichtliche gleichmäßige elliptische Form der Isonutzenlinien. Nimmt der Haushalt Rationierungen auf einem der beiden Märkte wahr, so kann er H* nicht mehr realisieren. Er wird versuchen, unter dieser zusätzlichen Restriktion das höchstmögliche Nutzenniveau zu erreichen. Ist er etwa am Arbeitsmarkt derart rationiert, dass die Höchstmenge an nachgefragter Arbeit N beträgt, so ist sein höchstmögliches Nutzenniveau U4. Aufgrund des gesunkenen Einkommens reduziert er in dieser Situation seine Nachfragemenge am Gütermarkt (Punkt Rp); er geht über von seiner notionalen zur effektiven Nachfragefunktion. Untersucht man sein Verhalten für unterschiedliche Rationierungsniveaus am Arbeitsmarkt, so läßt sich der Verlauf der effektiven Güternachfragefunktion Cu bestimmen. Analoges gilt für die Reaktion auf Nachfragerationierungen am Gütermarkt: Aufgrund der reduzierten Konsummöglichkeiten wird der Haushalt sein Arbeitsangebot reduzieren, er geht über zur effektiven Funktion b) Das Entscheidungsproblem der Unternehmung besteht darin, ihren Gegenwartswert zu maximieren. Die zur Erreichung dieses Zieles in der betrachteten Periode beeinflußbaren Größen sind Arbeitseinsatz (N), Güterabsatz (C) und Lagerhaltung am Ende der Periode (I). Anstelle der Budgetrestriktion haben die Unternehmen eine Güterbestandsrestriktion zu beachten: f(N)+I0=C+I Die Summe aus Verkäufen und Endlagerbestand (rechte Gleichungsseite) muss gleich sein der Summe aus produzierten Gütern f(N) und Lagerbestand am Anfang der Periode (I.). Ist f(N) eine neoklassische Produktionsfunktion und nehmen die Grenzerträge zusätzlicher Lagerhaltung (etwa aufgrund steigernder Kosten) ab, so besitzt das Maximierungsproblem des Unternehmers ebenfalls eine eindeutige Lösung (F in Abb. 2). Analog zum Fall der Haushalte lassen sich Isogewinnlinien
Doppelkeildiagramme Absatzrationierungen am Gütermarkt werden zu einer Reduktion der Arbeitsnachfrage führen (effektive Funktion N\'). Rationierungen am Arbeitsmarkt resultieren in einem Rückgang der angebotenen Gütermenge (Cs.). Die Berücksichtigung möglicher Rationierungen im Optimierungskalkül von Haushalten und Unternehmen führt jeweils zu keilförmigen Reaktionsfunktionen, den effektiven Marktfunktionen. Betrachtet man beide Sektoren gemeinsam, d.h., führt man die beiden Keile zusammen, so läßt sich anhand von Doppelkeildiagrammen eine Typologie makroökonomischer Rationierungskonstellationen          erstellen, deren wichtigste die - keynesianische und klassische Unterbeschäftigung sowie zurückgestaute -+ Inflation und Unterkonsumtion sind. Literatur: Klatt, S. (1989). Meyer, U. (1983). Muellbauer, I., Portes, R. (1978)

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