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Externalitäten

(= externe Effekte) Nutzen- oder Produktionsinterdependenzen, die nicht durch das Preissystem koordiniert werden. Negative (positive) externe Effekte liegen immer dann vor, wenn durch die Aktivität eines Akteurs A knappe Güter in Anspruch genommen (produziert) werden, die Akteur B zu Konsum- oder Produktionszwecken einsetzt, ohne dass sich die dadurch gestiegene (verringerte) - Knappheit in einem höheren (niedrigeren) Preis der knappen Güter niederschlägt. Externe Effekte können sowohl durch Konsum- als auch durch Produktionsaktivitäten ausgelöst werden, und sie können sowohl auf Konsum- als auch auf Produktionsmöglichkeiten wirken. Im Zusammenhang mit der Umweltproblematik (Umweltökonomik) kommt es zu zahlreichen Fällen negativer externer Effekte. So führt beispielsweise die Emission von Luftschadstoffen durch Produktion oder Konsum (Verkehr) zu Nutzeneinbußen bei den Konsumenten von Atemluft. Saubere Luft ist knapper geworden, ohne dass das Preissystem darauf reagiert. Aufgrund des Charakters der Atemluft als öffentliches Gut entsteht kein Markt für dieses Gut und damit auch kein Marktpreis, der die gestiegene Knappheit signalisieren könnte. Die Emittenten sind deshalb in der Lage, die Kosten ihrer Inanspruchnahme der Luft als Aufnahmemedium für Schadstoffe auf die Konsumentender Atemluft abzuwälzen. Aus diesem Grund spricht man im Zusammenhang mit externen Effekten auch von sozialen Kosten (bei positiven externen Effekten von sozialen Erträgen), denn offensichtlich handelt es sich um Kosten, die nicht von dem getragen werden, der ein knappes Gut in Anspruch nimmt, sondern von anderen, vielfach von der Gesellschaft insgesamt. Die ökonomische Problematik externer Effekte besteht darin, dass sie zu - Marktversagen führen. Bei Existenz externer Effekte verlieren Wettbewerbsmärkte ihre Fähigkeit, Effizienz in der Allokation herzustellen. Der erste Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik, der besagt, dass Konkurrenzmarktgleichgewichte PARETO-effizient sind (PARETO-Optimum), gilt nur unter der Voraussetzung, dass externe Effekte nicht vorliegen. Ursache des Marktversagens ist die Tatsache, dass das Preissystem nicht in der Lage ist, die knappen Güter so auf die konkurrierenden Verwendungsansprüche zu allozieren, dass der Gesamtnutzen maximal wird. Die Lösung dieses Problems besteht in der Internalisierung des externen Effekts, d.h. in der verursachungsgerechten Zuordnung der Kosten der Inanspruchnahme knapper Güter. Die Frage, wie eine solche Internalisierung erreicht werden kann, ist unterschiedlich beantwortet worden. Das auf Arthur Cecil PIGOU zurückgehende Konzept der PIGOU-Steuer sieht vor, den Verursacher eines negativen externen Effekts mit einer Steuer zu belegen. Während die PIGOU-Steuer einen Staatseingriff notwendig macht, um das Marktversagen zu heilen, behauptet das von Ronald H. COASE entwickelte COASE-Theorem, dass eine effiziente Internalisierung unter bestimmten Bedingungen durch direkte Verhandlungen der beteiligten Parteien erreicht werden kann, so dass Staatseingriffe nicht notwendig sind. Zu den Voraussetzungen für die Gültigkeit des Theorems zählen insbes. die Existenz durchsetzbarer - property rights und die Nichtexistenz von Transaktionskosten. Neuere Arbeiten zur PIGOU-COASE-Kontroverse haben gezeigt, dass beide Instrumente nicht geeignet sind, first-best-Lösungen zu erzielen. Die Besteuerung kann allerdings in vielen Fällen second-best-Resultate erzeugen. Literatur: Weimann , J. (1991). Endres, A. (1985). Varian, H.R. (1994). Sobmen, E. (1976)

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