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Finanzdienstleistungswettbewerb

der gesamte Markt, auf dem von unterschied­lichen Anbietern (Banken/Nichtbanken) Fi­nanzdienstleistungen irgendwelcher Art angeboten werden. Dieser komplexe und heterogene Markt, der sich aus unterschiedli­chen Teilmärkten zusammensetzt, ist nicht zuletzt durch zunehmende Verbreitung des Bank, Bauspar- und des Versiche­rungsmarketing in Bewegung geraten und hat sich in der Bundesrepublik Deutschland binnen eines Jahrzehnts deutlich verändert. Die Strukturmerkmale des Marktes der deut­schen Universalbanken Ende 1989 zeigt Tab.
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Finanzdienstleistungswettbewerb
Finanzdienstleistungswettbewerb Die Marktanteile der einzelnen Kreditinsti­tutsgruppen zeigen Ende 1989 das in Tab. 2 dargestellte Bild: Die Kreditinstitute der Bundesrepublik Deutschland verfügen Ende 1989 mit einem Geschäftsvolumen von 4,2 Billionen EUR über ein beträchtliches Marktvolumen. Allein für das Jahr 1988 lassen sich folgende Eckdaten feststellen: - private Ersparnisse: 186,3 Mrd. EUR - verfügbare Anlagemittel: 189,5 Mrd. EUR - Geldvermögensbildung: 155,3 Mrd. EUR - Kreditaufnahme:       13,2 Mrd. EUR Der Großteil der verfügbaren Anlagemittel wird auf dem Finanzdienstleistungsmarkt untergebracht, wobei ein reger Wettbewerb unter den Anbietern von Financial Servi­ces um diese Gelder besteht. Der Finanzdienstleistungswettbewerb läßt sich 1990 durch folgende Faktoren charakte­risieren: - Eröffnung neuer Marktchancen durch die gesamtdeutsche Währungs- und Wirt­schaftsunion und Öffnung der Grenzen nach Osteuropa. - Kreditinstitute unterliegen angesichts stei­gender Personalkosten und einem Perso- nalkostenanteil von ca. 70% der zinsunab­hängigen Gesamtaufwendungen einem gewissen Zwang zum Wachstum im Ge­schäftsvolumen. - Bankkunden greifen zunehmend auf An­gebote finanzieller Dienstleistungen von Non- und Near-Banks zurück. - Die Sensibilisierung der Bankkunden für das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Fi­nanzdienstleistungen erfordert einen wei­teren Ausbau der Kostenrechnungssyste­me und Kalkulationsverfahren im Kreditgewerbe. - Die Anforderungen der Kunden an Servi­ce-, Beratungs- und Betreuungsleistungen steigen permanent, weshalb die Anbieter die Strategie der „Financial Services“ verfolgen. - Die Förderung und Finanzierung von Zu­kunftsbranchen bringen erhöhte Kreditri­siken bei der Investitionsfinanzierung mit sich. - Das Engagement deutscher Kreditinstitu­te im internationalen Geschäft erhöht ebenfalls das Risikopotential der Banken. - Technische Neuerungen wie Bildschirm­text für Bankkunden, Cash-Management- Systeme, Geldausgabeautomaten, POS- Systeme oder auch der Einsatz von Expertensystemen verändern das Kon­kurrenzverhalten der Banken und beein­flussen deren quantitative und qualitative Leistungserbringung, den Kundenservice und die Vertriebswege. - Tendenzielle Zunahme der Verbriefung von Kreditverhältnissen. - Vermehrte Entstehung von Kreditverhält­nissen unter Nichtbanken, welche die Bankbilanzen nicht berühren. - Deutlicher Anstieg des Verwaltungsauf­wands bei allen Institutsgruppen. - Zahlreiche Innovationen auf den nationa­len und insb. internationalen Märkten für Finanzdienstleistungen. - Abbau von Wettbewerbsschranken beim Zugang zu den nationalen und internatio­nalen Finanzmärkten. - Die Tendenz der Kunden, mit anderen Banken zusammenzuarbeiten, nimmt ebenso zu, wie die Bereitschaft zum Bank­wechsel.
Finanzdienstleistungswettbewerb Die einzelnen Faktoren bzw. deren vielfälti­ge Möglichkeiten des Zusammenwirkens werden die finanzwirtschaftliche Szene bis zum Ende dieses Jahrhunderts entscheidend verändern. So u.a. durch Konzentrations­prozesse, die sich sowohl aus Zusammen­schlüssen von Kreditinstituten als auch durch kapitalmäßige Verflechtungen mit branchennahen una branchenfremden Un­ternehmen ergeben. Des weiteren werden ne­ben Allfinanzanbietern auch auf bestimm­te Zielgruppen bzw. Produkte spezialisierte Finanzdienstleistungsanbieter am Markt auftreten. Diese Veränderungen erhalten durch komplexe Wechselwirkungen ver­schiedener Faktoren eigendynamische Wir­kungen, die sich in einem bankwirtschaftli­chen Szenario darstellen lassen (vgl. Abb.).

Literatur:  Betscb, O., Strukturwandel und Wett­bewerb am Bankenmarkt, Stuttgart 1988. Deut­sche Bundesbank, (Hrsg.), Monatsberichte der Deutschen Bundesbank, 41 .Jg. (1989) Nr. 10.

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