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Neokeynesianische Theorie

(= Postkeynesianische Theorie) Weiterentwicklung der Theorie von John M. KEYNES (1883-1946) unter dem Einflug von Überlegungen von Michal KALECKI (1899-1970), Nicholas KALDOR (geb. 1908), Joan ROBINSON (1903-1983) und John K. GALBRAITH (geb. 1908). Während die Vertreter der Keynesianischen Theorie v.a. die geldtheoretische (und geldpolitische) Seite der KEYNESschen Theorie aufgegriffen und weiterentwickelt haben, betonen die Vertreter der Neokeynesianischen Theorie (KALECKI folgend) eher die realökonomische Seite. Im Mittelpunkt ihrer noch keineswegs zum Abschluss gekommenen Überlegungen steht die Beziehung zwischen Einkommensverteilung und Wachstum in einer oligopolistischen Wirtschaft. Dabei wird von der durch KALECKI wieder aufgegriffenen klassischen Annahme ausgegangen, dass die Sparquote der Arbeiter (abhängig Beschäftigte) wesentlich kleiner ist als die der Kapitalisten (Unternehmer), und dem von KALDOR geführten Nachweis, dass auf Grund des Kreislaufzusammenhanges ex post ein Zusammenhang zwischen der Investitionsquote, den Sparquoten und der Gewinnquote besteht. Kern der Überlegungen ist, dass in einer kapitalistischen Wirtschaft die Unternehmer (bzw. die Unternehmen) über die Höhe der Investitionsquote bestimmen und folglich über die Einkommensverteilung. Denn bei der Entscheidung über die Höhe der Investitionen sind die Unternehmen nicht durch die Höhe der ex-ante-Ersparnisse beschränkt. Vielmehr führen die Investitionen zu Gewinnen und damit ex post zu entsprechender (Unternehmens-)Ersparnis. Die Höhe der Gewinne wird in einer oligopolistischen Wirtschaft ferner von der Preispolitik der Unternehmen bestimmt, die bei der Festlegung ihrer administrierten Preise und Aufschlags-spannen ihre Investitionspläne berücksichtigen bzw. berücksichtigen müssen, wenn Investitionen für Innovationen nötig sind, um die Marktstellung zu erhalten. Auch hier werden die Ersparnisse den Investitionsplänen angepaßt, und die Unternehmen bestimmen außer der Einkommensverteilung auch die Wachstumsrate der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Dabei wird (KALDOR folgend) auf den Zusammenhang zwischen Investitionsquote, - technischem Fortschritt, steigenden Skalenerträgen und der Wachstumsrate der Produktion hingewiesen, der zur Folge hat, dass die oligopolistische Struktur der Wirtschaft verfestigt wird. Ähnliche Überlegungen werden auch im Anschlug an die von Joan ROBINSON entworfene Wachstumstheorie angestellt, wobei der Möglichkeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, dass Unternehmen mit Marktmacht versuchen, Lohnerhöhungen als Preiserhöhungen weiterzugeben und so inflationäre Tendenzen verstärken. Vermögenstheoretische Ansätze der Geldtheorie findet man unterschiedlich eingestuft. Meist werden sie noch der Keynesianischen Theorie, nach neuerem Verständnis jedoch häufig der Neokeynesianischen Theorie zugeordnet. Literatur: Weintraub, S. (1977). Eichner, A.S., Kregel, J.A. (1975)

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