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Sparquote

Die Sparquote bildet in einer Volkswirtschaft die Relation zwischen Sparen und Einkommen ab. Es ist der Anteil des verfügbaren Einkommens, das gespart wird. Sie beträgt in Deutschland etwa 10% (Siehe Tabelle). Die Volkswirtschaftslehre unterscheidet zwischen der durchschnittlichen Sparquote der privaten Haushalte und der volkswirtschaftlichen Sparquote. Die durchschnittliche Sparquote der privaten Haushalte bildet den Anteil der Ersparnisse am verfügbaren Haushaltseinkommen ab. Das verfügbare Haushaltseinkommen ist das Einkommen, das einem Wirtschaftssubjekt nach Abzug laufender Kosten für Konsum und Sparen zur Verfügung steht. Im Jahr 2013 betrug diese Sparquote in Deutschland 9,1 Prozent.

Die Sparquote setzt die Ersparnisse ins Verhältnis zum Einkommen. Die Sparquote ist der Anteil des verfügbaren Einkommens eines Wirtschaftsubjektes, der für Zwecke des Sparens verwendet wird.

Die volkswirtschaftliche Sparquote setzt die Ersparnisse aller Wirtschaftssubjekte, also auch der Unternehmen und des Staates, ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt.

Die Sparquote ist der prozentuale Anteil der Ersparnisse am Bruttosozialprodukt, Volkseinkommen oder verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte (durchschnittliche Sparquote). Die marginale Sparquote ist die Sparquote, bezogen auf eine Einkommensänderung, sie dokumentiert eine eventuelle Veränderung des Sparverhaltens aufgrund der Einkommensänderung. Die durchschnittliche Sparquote in der Bundesrepublik liegt z. Zt. bei 9,1 % (2013), was bedeutet, dass jeder Haushalt von 100 Euro verfügbaren Einkommens 9,10 Euro spart. Üblicherweise steigt die Sparquote in Krisenzeiten (Angstsparen) und sinkt in Boomzeiten bzw. bei allgemein positiven Zukunftserwartungen.

Die durchschnittliche Sparquote zeigt auf, wie viel von einer Einheit des Volkseinkommens durchschnittlich gespart wird.

Die marginale Sparquote gibt an, wie viel von einer zusätzlichen, infinitesimal kleinen Einheit am Volkseinkommen gespart wird; entsprechend wird die Konsumquote berechnet. Die marginale Sparquote stellt den Anteil dar, der von einer zusätzlichen Einheit des Einkommens (z.B. 1 EUR) für Sparzwecke verwendet wird.

Die Sparquote ist die private Ersparnis in % des verfügbaren Einkommens. Die private Ersparnis ergibt sich als der Unterschiedsbetrag zwischen dem verfügbaren Einkommen und dem privaten Verbrauch. Die Grösse kann sowohl für die einzelne natürliche Person bzw. den einzelnen privaten Haushalt als auch - wie überwiegend der Fall - für die Volkswirtschaft errechnet werden. Als durchschnittliche (mittlere) Sparquote oder marginale (Grenz-) Sparquote.

Als Sparquote bezeichnet man das Verhältnis der nicht zu Konsumzwecken ausgegebenen Teile der Einkommen zum verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte.

Relation zwischen Sparen und Einkommen (durchschnittliche Sparquote) bzw. zwischen zusätzlichem Sparen und zusätzlichem Einkommen (marginale Sparquote, auch Sparneigung genannt). Aufgrund der Budgetrestriktion ist bei den privaten Haushalten die Summe aus Sparquote, Konsumquote und (durchschnittlichem oder marginalem) Steuersatz gleich Eins. Werden die Quoten auf das verfügbare Einkommen, d.h. das nach Abzug der Steuern etc. verbleibende Einkommen, berechnet, so ist die Summe beider Quoten gleich Eins. Eine im Zeitablauf schwankende Sparquote wird insb. in der keynesianischen Einkommenshypothese erklärt. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berechnet die Sparquote der privaten Haushalte als die Ersparnis in % des verfügbaren Einkommens, jeweils ohne nichtentnommene Gewinne (vgl. Tab.).

Auch makroökonomische Modelle, zumal solche mit wirtschaftlicher Aktivität des Staates, enthalten vorwiegend die Sparquote der Privaten Haushalte, um dem Nachfrageverhalten dieses bedeutsamen Sektors Rechnung zu tragen. Komparativ-statische und dynamische Analyse geben der marginalen Sparquote Vorrang vor der durchschnittlichen. Sie hat eine Doppelnatur: In der Multiplikatoranalyse und in der postkeynesianischen Verteilungstheorie bemiBt sie (Konsum-)Nachfrageenthaltung im Sinne eines dämpfenden Elements. In der Wachstumstheorie bemißt sie die Freisetzung von Ressourcen als Voraussetzung der Kapazitätserweiterung mittels Investitionen.





































































































Sparquote in Deutschland
Jahr %
1991 12,7
1992 12,5
1993 11,9
1994 11,3
1995 11,0
1996 10,5
1997 10,1
1998 9,9
1999 9,4
2000 8,9
2001 9,6
2002 9,6
2003 10,3
2004 10,0
2005 10,0
2006 10,0
2007 10,2
2008 10,5
2009 10,0
2010 9,9
2011 9,6
2012 9,4
2013 9,1



Verhältnis von Ersparnis und verfügbarem Einkommen. Da das verfügbare Einkommen (nach der Verwendungsseite) als Summe von Konsum und Ersparnis definiert ist, ergänzen sich (durchschnittliche oder marginale) Konsumquote und Sparquote zu Eins. In der Statistik werden unterschiedliche Abgrenzungen gewählt. Analytisch vorteilhaft und gesamtrechnerisch leicht zu gewinnen ist eine Quote, in welche die Ersparnis (ungerechnet: nichtentnommene Gewinne der Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit) und das verfügbare Einkommen der Privaten Haushalte eingehen.

Historisch lag die Sparquote zwischen 8,6% im Jahr 1960, dann bei 12,7% im Jahr 1991 und bei 9,1% im Jahr 2013. Der Spitzenwert von 15,1% wurde unter dem Einfluss von Krisenfurcht und steuerlicher Mittelfreisetzung 1975 erreicht, rückläufige Bewegungen vollzogen sich damals bei sozialpsychologischer Entspannung und bei Ausgabenimpulsen durch freiwerdende Mittel aus der Sparförderung sowie durch leichten Zugang zu Konsumentenkrediten (die das verfügbare Einkommen nicht berühren).

Siehe auch Ausgabenstruktur



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