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Regionalwissenschaft

(= Regionalanalyse, Regionaltheorie, regional economics) Untersuchung v.a. der räumlichen makroökonomischen Wirkungszusammenhänge mit dem Ziel, Beiträge zu einer Theorie der - Regionalpolitik zu liefern. Obwohl die Regionalwissenschaft intraregionale Erscheinungen (–s Standorttheorie) berücksichtigen muß, liegt das Schwergewicht auf der Betrachtung von Beziehungen zwischen räumlichen Aggregatsgrößen, nämlich den einzelnen Regionen und zwischen diesen und dem Gesamtraum. Die räumliche Dimension dieser Regionen wird im allg. vernachlässigt; es sind Punkt-Wirtschaften. Die zentralen Probleme sind: Bestimmung des regionalen Einkommens, Erklärung der konjunkturellen Schwankungen des Regionaleinkommens und des regionalen Wachstums. Die empirische –3 Regionalanalyse muss Wirkungszusammenhänge quantitativ bestimmen und regionale Besonderheiten messen. Ausgangspunkt jeder regionalwissenschaftlichen Arbeit muss eine zweckmäßige Abgrenzung von Regionen sein. Entsprechend den Abgrenzungskriterien unterscheidet man homogene, funktionale und Planungs- oder Programmregionen. Die Homogenität erstreckt sich auf gewisse Merkmale, die allen Elementen der Region gemeinsam sind. Häufig handelt es sich dabei um Kennziffern (Regionalanalyse) wie das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, die Bevölkerungsdichte und den Industriebesatz der Gemeinden. Auch naturräumliche Gemeinsamkeiten können zur Abgrenzung dienen. Eine funktionale, polarisierte oder Nodalregion wird durch die Verflechtung ihrer Elemente mit einem Zentrum gebildet, so dass zunächst ein adäquates Zentrum festgelegt und dann die funktionalen Interdependenzen bestimmt werden müssen. Oft dienen dazu Pendelbeziehungen der Arbeitskräfte (Arbeitsmarktregion). Für eine Planungs- und Programmregion ist die Einheitlichkeit des politischen Handelns der Entscheidungsträger der Regionalpolitik das Abgrenzungskriterium. Viele regionale Fragestellungen lassen sich durch Übertragung der volkswirtschaftlichen Einkommens- und Wachstumstheorie auf die regionale Ebene lösen. So genügt für die Bestimmung des regio- nalen Einkommens im Grunde die Anwendung der Multiplikatoranalyse für eine offene Volkswirtschaft. Eine spezifische Form der regionalen Einkommenstheorie stellt die Exportbasis-Theorie dar (Economic-Base-Konzept, Basic-Nonbasic-Konzept). Interregionale Beziehungen werden im einfachsten Fall nicht betrachtet, und die Regionalwirtschaft wird nur in zwei Sektoren, den Basic-(Grundleistungs-)Sektor und den Nonbasic-(Folgeleistungs-)Sektor, aufgeteilt. Der Basic-Sektor setzt seine Produktion außerhalb der Region ab (Regionalanalyse); i.w.S. werden auch alle Produktionsaktivitäten zum Basic-Sektor gezählt, die nicht von Einkommen innerhalb der Region abhängen. Aus dem Verhältnis von Basic- zu Nonbasic-Aktivitäten läßt sich ein regionaler Multiplikator errechnen, der angibt, um wieviel das regionale Gesamteinkommen steigt, wenn sich das Einkommen im Basic-Sektor auf Grund regionsexterner Ursachen um eine Einheit verändert. Der Multiplikator- und Akzeleratormechanismus läßt sich auch zur Erklärung regionaler Konjunkturschwankungen verwenden. Bei Einbeziehung interregionaler Rückwirkungen (in Analogie zum Multiplikatorprozess im Mehrländer-Fall) ergibt sich deren Übertragung auf mehrere Regionen. Sowohl die neoklassische Wachstumstheorie als auch das –s HARROD-Modell können mit geringen Modifikationen (unter Berücksichtigung von interregionalen Faktorbewegungen) auf Regionen angewendet werden. Die Exportbasis-Theorie behauptet in ihrer wachstumstheoretischen Variante (meist bezogen auf Beschäftigtenzahlen) die Abhängigkeit des Wachstums einer Region vom regionsextern bestimmten Wachstum ihres Exportsektors und nimmt eine langfristig relativ große Stabilität des Multiplikators an. Mit den genannten Theorien läßt sich das kumulative Wachstum einzelner Regionen nicht ausreichend erklären, das durch kontinuierliche Wanderungen von Kapital und Arbeit und die interregionalen Güterströme verstärkt wird, solange die Agglomerationsfaktoren die Deglomerationsfaktoren (Standortfaktoren) überwiegen. Literatur: Boyce, D.E. u.a. (1991). Brugger, E.A. (1985). McKee, D.L., Dean, R.D., Leahy, W.H. (1970)

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