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Revisionismus

kritische Theorie des Sozialismus, die zwar ihren Ausgang vom Marxismus nimmt, diesen aber auf undogmatische Weise weiterentwickelt. Man kann zwei Revisionismusbegriffe unterscheiden; den klassischen Revisionismus, von Antonio LABRIOLA (1843-1904) und Eduard BERNSTEIN (1850-1932) begründet, und den abweichlerischen Revisionismus. Nach BERNSTEIN heißt Revisionismus Weiterbildung von Theorie und Praxis der Sozialdemokratie im evolutionistischen Sinne. Dabei versteht BERNSTEIN Evolution als einen linearen Prozeß; er hat die HEGELsche Dialektik als Grundlage der MARXschen Geschichtsphilosophie nicht nachvollzogen. Damit verfallen die revolutionären Sprünge: Die Verwirklichung des demokratischen Sozialismus hängt nicht vom Zusammenbruch des - Kapitalismus (Krisentheorie) ab, sondern von der Zunahme des gesellschaftlichen Reichtums. Es geht um die Emanzipation des Arbeiters aus der Stellung eines Arbeiters in die eines Bürgers. So erhalten die politisch-sozialen Ziele Demokratie und Freiheit einen Vorrang vor der Transformation der Wirtschaftsordnung.
Revisionismus Nach Wladimir I. LENIN ist der Marxismus als dialektischer Materialismus und als historischer Materialismus sowie in seinen revolutionären Positionen wahr und somit unwandelbar und nicht durch Kritik zu verbessern. Versuche in dieser Richtung sind aus den Klasseninteressen der jeweiligen Kritiker zu erklären. So gibt es Revisionismus von links und von rechts. Diesen Revisionismusbegriff (abweichlerischer Revisionismus) hat die Sowjetunion als ideologische Waffe ihres Hegemonieanspruchs verwendet: Revisionismus ist jede Abweichung von der allgemeinverbindlichen Praxis der KPdSU. Sowohl abweichende politische Positionen (Josip TITO, MAO TSE-TUNG, demokratischer Sozialismus im Prager Frühling, Eurokommunismus) als auch die gesamte marxistisch orientierte Philosophie und Sozialtheorie des Westens fallen damit unter den Revisionismusvorwurf. Die Erstarrung des Marxismus in der Sowjetunion und ihren Satrapien war eine logische Konsequenz. Literatur: Papcke, S. (1979). Grebing, H. (1977)

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