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WICKSELL-Effekte

Veränderungen des Wertes des Kapitalstocks einer mehrsektoralen Ökonomie im langfristigen Gleichgewicht, ausgelöst durch exogene Änderungen in der Höhe des Zinses (der Profitrate). Steigt (sinkt) der Wert des Kapitalstocks mit sinkendem Zinssatz, so spricht man von positivem (negativem) WICKSELL-Effekt. Dieser Sprachgebrauch erklärt sich dadurch, dass gemäss traditioneller Neoklassischer Theorie die Nachfrage nach einem Faktor, hier diejenige nach einem Faktor, genannt Kapital, um so größer ist, je kleiner der Faktorpreis, hier der Zinssatz, ist. Wie die Theorie mehrsektoraler Modelle mit heterogenen Kapitalgütern jedoch gezeigt hat, gibt es keinen Grund zur Annahme, dass positive WICKSELLEffekte die Regel oder gar die einzige Möglichkeit darstellen und von negativen WICKSELL-Effekten abstrahiert werden können. Die Verteilungsabhängigkeit des Systems der langfristigen oder normalen Preise ist spätestens seit David RICARDO (17721823) bekannt. RICARDO zufolge steigen (sinken) mit steigender Profitrate, der ein sinkender Lohnsatz zugeordnet ist, die Preise aller jener Güter, deren Produktion relativ kapitalintensiv (arbeitsintensiv) ist. Entsprechend ändert sich auch der Wert von Güteraggregaten wie z.B. dem Kapitalstock. Unter der Annahme, dass sich die verwendete Technik nicht ändert, sind WICKSELL-Effekte ausschließlich die Folge von preislichen Umbewertungen: Man spricht auch von Preis-WICKSELL-Effekten. Negative Preis-WICKSELL-Effekte sind auch als capital reversing bekannt. Änderungen des Zinssatzes lösen im allg. jedoch auch Wechsel in den von kostenminimierenden Unternehmungen gewählten Produktionsmethoden aus. Die auf Änderungen in den physischen Mengen der verwendeten Kapitalgüter, gewichtet mit deren Preisen, zurückgehenden Änderungen im Wert des Kapitalstocks heißen reale WICKSELL-Effekte. Negative reale WICKSELL-Effekte ergeben sich im Fall von - reswitching, sind jedoch nicht daran gebunden. Der WICKSELL-Effekt ist die Summe aus Preis- und realem WICKSELL-Effekt. Die (Wieder-)Entdeckung einiger dieser Phänomene hat Knut WICKSELL (18511926) dazu veranlaßt, die in der Neoklassischen und - Österreichischen Theorie geläufige Messung der Anfangsausstattung der Wirtschaft mit Kapital durch eine Wertgröße zurückzuweisen. Problematisch sei auch die grenzproduktivitätstheoretische Bestimmung des Zinssatzes. WICKSELLs Argument ist von Joan ROBINSON (1903-1983) in ihrer Kritik der marginalistischen Kapital- und Verteilungstheorie aufgegriffen worden. Die nach WICKSELL genannten Effekte spielten eine bedeutende Rolle in der Cambridge-Kontroverse. Literatur: Eatwell, J., Milgate, M., Newman, P. (1987)

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