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Bevölkerungsökonomie

wendet sich den mit der Grösse, Struktur und Entwicklung einer Bevölkerung einhergehenden Problemen aus der Sicht wirtschaftswissenschaftlicher Methoden und Fragestellungen zu. Die Fragen, die untersucht werden, lassen sich zwei Problemgruppen zuordnen: Im Bereich der Ursachenanalyse wird untersucht, aufgrund welcher Bestimmungsgründe es zu einer bestimmten Bevölkerungsentwicklung gekommen ist. Demgegenüber wird im Rahmen der Wirkungsanalyse überprüft, wie sich Änderungen in der Bevölkerungsentwicklung auf wirtschaftliche Problemgrössen (Ersparnis, Investition, technischen Fortschritt usw.) und wirtschaftspolitische Zielgrössen (Wirtschaftswachstum, Beschäftigungsgrad, Einkommensverteilung, soziale Sicherung usw.) aus wirken. Beide Fragestellungen sind nicht allein aus wissenschaftlichen, sondern auch aus politischen Gründen von Bedeutung. Während die Wirkungsanalyse zur Klärung der Frage beiträgt, ob Eingriffe zugunsten einer bestimmten Bevölkerungsentwicklung überhaupt erwünscht sind, schafft die Ursachenanalyse die Voraussetzungen dafür, dass im Rahmen der Bevölkerungspolitik eine Änderung der Bevölkerungsentwicklung auf rationale Weise herbeigeführt werden kann, falls dies politisch gewollt ist.   Die Wirkungsanalyse wird unbestritten zum Gegenstandsbereich wirtschaftswissenschaftlicher Forschung gezählt. Neben der herkömmlichen Fragestellung, wie sich Änderungen im Wachstum einer Bevölkerung auf das Wirtschaftswachstum und die Pro-Kopf- Einkommen auswirken, wird in den letzten Jahren verstärkt untersucht, wie sich Schwankungen in der Geburtenentwicklung auf die wirtschaftliche und soziale Situation eines Landes auswirken, welche Bedeutung Schwankungen im Erwerbspersonenpotential für den Arbeitsmarkt haben, welchen Einfluss die Haushaltsstruktur und Altersstruktur einer Bevölkerung auf den technischen Fortschritt, die aggregierte Konsumnachfrage, die Konsumnachfragestruktur und die Arbeitsmobilität haben und insb., welche Konsequenzen veränderte Altersstrukturen und steigende Abhängigenquo- tienten für die soziale Sicherung mit sich bringen. Dagegen werden die Fragen nach den Ursa- chen der Bevölkerungs- und insb. der Geburtenentwicklung typischerweise in den Datenkranz wirtschaftswissenschaftlicher Analyse verbannt und ihre Beantwortung anderen Disziplinen überlassen. Erst seit den 60er Jahren wird im Rahmen der Fertilitätsökonomik vereinzelt der Versuch unternommen, die Ursachen der Geburtenentwicklung auch innerhalb der Wirtschaftswissenschaften zu untersuchen. Diese Kritik betrifft allerdings nur die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Entwicklung der Geburten- und Sterbefälle). Die im Rahmen der Wanderungsforschung betriebene Analyse der Ursachen der Ein- und Auswanderungen war stets auch Gegenstand der ökonomischen Analyse, insb. der Regionalforschung und der Aussenwirtschaftslehre (internationale Wanderungen).   Bevölkerungsprobleme sind aber nicht allein Gegenstand wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. Die Demographie (Bevölkerungswissenschaft) betrachtet sich als diejenige selbständige Disziplin, deren Erkenntnisobjekt die menschliche Bevölkerung ist. Sie wird häufig unterteilt in den engen Bereich der formalen Demographie und denjenigen der Bevölkerungsforschung. Während sich die formale Demographie in ihren Teilbereichen der Bevölkerungsstatistik und -mathematik mit mathematisch-statistischen Verfahren und Modellen zur Beschreibung, Analyse und Prognose von Bevölkerungsvorgängen befasst, untersucht die Bevölkerungsforschung zusätzlich Grösse, Struktur und räumliche Verteilung einer Bevölkerung im Kontext von sozialen, wirtschaftlichen, medizinischen und anderen Variablen sowie die Bedingungen und Möglichkeiten der politischen Gestaltung von Bevölkerungsvorgängen (Bevölkerungspolitik). Folgt man dieser Einteilung, würde die Bevölkerungsökonomie der Demographie im weiteren Sinne (der Bevölkerungsforschung) zuzurechnen sein, neben der Bevölkerungssoziologie, der demographischen Geschichtswissenschaft, der Sozialpsychologie und der Anthropologie.                                     Literatur: Dinkel, R. H., Demographie, Bd. 1: Bevölkerungsdynamik, München 1989. Felder er, B., Wirtschaftliche Entwicklung bei schrumpfender Bevölkerung, Berlin u.a. 1983. Steinmann, G. (Hrsg.). Economic Consequences of Population Change in Industrialized Countries, Berlin u. a. 1984.

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