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Internationale Finanzmärkte

Der Ursprung der internationalen Kapitalmärkte lässt sich auf die Eurodollarmärkte zurückführen, an denen innerhalb von Europa Guthaben in US-$ gehandelt wurden. Dementsprechend versteht man unter internationalen Finanzmärkten diejenigen Geld-, Kredit- und Kapitalmärkte, an denen Finanztransaktionen in Währungen abgewickelt werden, die nicht dem Hoheitsbereich des jeweiligen Landes angehören. Geographisch lassen sich die internationalen Kapitalmärkte keinem Gebiet zuordnen.

Finanzmärkte, die im Gegensatz zu den nationalen Finanzmärkten grenzüberschreitend existieren und somit nicht ein geographisch und/oder politisch fest umgrenztes Gebiet abdecken.
Sie werden nach folgenden Kriterien klassifiziert:

- Währungsdenomination, die den Kontrakten zugrunde liegt (z. B. US-Dollar, DM, £-Sterling, Yen, SFR);

- geographischen Kriterien (z. B. Euro-Märkte, Asien-Märkte);

- Fristigkeit der Kapitalüberlassung (z. B. Geldmärkte, Kapitalmärkte);

- Verbriefung oder Nichtverbriefung (z. B. Kapitalmärkte, Geldmärkte);

- Marktteilnehmer (z. B. Interbankenmarkt).

Die nähere Kennzeichnung erfolgt dann jeweils durch Kombination der oben bezeichneten Kriterien (z. B. Euro-Kapitalmarkt, Euro-Dollar-Markt, Asien-Dollar-Markt).

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Gesamtheit der finanziellen Transaktionen, die aus der Sicht des Anbieters und/oder des Nachfragers von liquiden Mitteln an einem ausländischen Finanzplatz und/oder in einer ausländischen Währung

getätigt werden. >Weltwirtschaft

Analog zum deutschen bzw. EU-Geld- und -Kapitalmarkt existieren auch in anderen Ländern entspr. nationale oder Binnenfinanzmärkte. Von diesen Auslandsfinanzmärkten sind internationale Finanzmärkte zu unterscheiden. Während internationale Finanzbeziehungen allg. bereits bei jeder Grenzen überschreitenden Finanztransaktion vorliegen, spricht man erst dann von der Zugehörigkeit zum internationalen Markt, wenn Finanzströme in einer bestimmten Währung aus dem Hoheits- und Kontrollbereich des jeweiligen nationalen Währungsbereichs ausgelagert werden und damit dessen (direkter) Steuerung und Kontrolle nicht unterliegen. Kriterium für die Zuordnung von Bankgeschäften zu den internationalen Märkten ist die Geschäftsabwicklung durch eine ausserhalb des Währungsheimatlandes domizilierende Bank. Als internationaler Euromarkt wird danach der Markt für Euroeinlagen bei Banken bzw. Eurokredite von Banken ausserhalb des Eurosystems verstanden.

Gesamtheit der finanziellen Transaktionen, die aus der Sicht des Anbieters und/oder des Nachfragers von liquiden Mitteln an einem ausländischen Finanzplatz und/oder in einer ausländischen Währung getätigt werden. Internationale Finanzmärkte von nennenswertem Umfang können nur entstehen, wenn die nationalen Regierungen nicht durch Kapi- talverkehrskontrollen grenzüberschreitende Finanztransaktionen zu verhindern suchen und für die wichtigsten Währungen Konvertibilität für Inländer und Ausländer besteht. Zum einen bestehen Devisenmärkte (vgl. Abb.) für den Austausch der Währungen der verschiedenen Länder. Devisengeschäfte können dabei entweder per Kassa zeitgleich mit dem Vertragsabschluss (Kassamärkte) oder per Termin zu einem späteren, festgelegten Zeitpunkt nach der Vereinbarung ( Terminmärkte) abgewickelt werden. internationale finanzmärkte         Zum anderen setzen sich die internationalen Finanzmärkte aus Geld- und Kapitalmärkten zusammen. Das traditionelle Auslandsgeschäft umfasst dabei Transaktionen, bei denen Marktteilnehmer an einem ausländischen Finanzplatz liquide Mittel in der Währung dieses Landes aufnehmen oder anle- gen. Sie unterliegen dabei den geld- und währungspolitischen Bestimmungen sowie Usancen, die an diesem Finanzplatz gelten, so dass es sich im Grunde lediglich um internationalisierte Inlandsgeschäfte handelt. Entsprechend konzentriert sich das traditionelle Auslandsgeschäft auf die Finanzplätze, deren Landeswährung eine herausragende Rolle im internationalen Währungssystem spielt. Im 19. Jh. waren dies vor allem London und Paris, in der zweiten Hälfte des 20. Jh. New York. Ende der 50er Jahre entstand als Folge der Reglementierungen an den nationalen Märkten der Euromarkt, an dem Geld- und Kapitalmarkttransaktionen in einer Währung ausserhalb ihres Geltungsbereiches als gesetzliches Zahlungsmittel getätigt werden. Durch sein starkes Wachstum in den 60er und 70er Jahren ist der Euromarkt viel bedeutender als das traditionelle Auslandsgeschäft geworden. internationale finanzmärkteIn den 80er Jahren veränderte sich die Struktur der internationalen Finanzmärkte. Zum einen führten  Finanzinnovationen verstärkt zu Finanzierungsformen mit kurzen Laufzeiten, zur Verbriefung von Einlagen und Krediten in Wertpapieren ( Securitisation) und zur gezielten Steuerung bestimmter Vermögensrisiken durch derivative Finanzinstrumente. Zum anderen beseitigten zahlreiche Länder nationale Kapitalverkehrsbe- schränkungen und öffneten die nationalen Märkte für Finanzinnovationen (Deregulierung), was zu einer gegenseitigen Durchdringung und stärkeren Integration der nationalen und internationalen Finanzmärkte (Globalisierung) führte. Allerdings beruhen Angaben über das Volumen der internationalen Finanzmärkte teilweise auf Schätzungen. Nach den Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wuchsen die internationalen Finanzierungen von 1985 im Jahresdurchschnitt um 17,7% auf 4375 Mrd. US-$ Ende 1990    (vgl. Tab.). Bankkredite wuchsen um ebenfalls 17,7% auf 3350 Mrd. US-$, Wert- papierfinanzierungen um 21,9% auf 1583,7 Mrd. US-$. Die Entwicklung der internationalen Finanzmärkte wird häufig für Störungen im internationalen Währungssystem verantwortlich gemacht, z.B. für die starken Schwankungen von Wechselkursen und Zinssätzen oder für die internationale Verschuldung, und als Bedrohung für die Stabilität des internationalen Banken- und Finanzsystems empfunden. Die Bemühungen der Aufsichtsbehörden zur Überwachung der Märkte werden bei der BIZ koordiniert. So hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht der Länder der Zehnergruppe im Jahr 1988 für die internationalen Banken Mindesteigen- kapitalstandards und eine Quote von 8% für das Verhältnis von anrechenbarem Eigenkapital zum risikogewichteten Kreditengagement beschlossen, die ab 1993 einzuhalten sind. Darüber hinaus strebt der Basler Ausschuss zusätzlich zur Erfassung der Kreditrisiken auch die Erfassung von Marktrisiken sowie eine engere Zusammenarbeit mit den Wertpapier- und Versicherungsaufsichtsbehörden an.   Literatur: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Entwicklung des internationalen Bankgeschäfts und der internationalen Finanzmärkte, Basel, vierteljährlich. George, A. MJGiddy, I.    H. (Hrsg.), International Finance Handbook, New York 1983. Honeygold, D., Internationale Finanzmärkte, Landsberg a. Lech 1989. Kloten, NJ v. Stein, J. H. (Hrsg.), Obst/Hintner. Geld-, Bank- und Börsenwesen, 38. Aufl., Stuttgart 1988.

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