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Securitisation

Securitisation ist die Unterlegung oder Verbriefung von Kredit- und Einlagepositionen durch Wertpapiere. Es handelt sich dabei um einen Ersatz direkter Bankfinanzierungen durch vom Schuldner mit Wertpapieren unterlegten Finanzmittelaufnahmen. Anstelle der Aufnahme von Bankkrediten emitttieren die Unternehmungen entsprechende Papiere, und zwar über den Euro-Kapitalmarkt internationale Schuldverschreibungen und/oder über den Euro-Geldmarktinternationale Schuldtitel. Die Finanzmittelaufbringung erfolgt also durch Nicht-Banken als Kapitalanleger. Die Securitisation zählt zu den Finanzinnovationen.

(Verbriefung) Substitution von —Buchkrediten durch Wertpapiere. Als Wertpapiere werden die Kredite fungibel und können bei Bedarf an einem Sekundärmarkt vor der Endfälligkeit veräussert werden. Die Banken verlieren ihre Funktion als Intermediär; es entsteht eine unmittelbare Kreditbeziehung zwischen Gläubiger und Schuldner. Das Bonitätsrisiko geht damit unmittelbar auf den Gläubiger über. Bei den Banken verbleibt allerdings i. d. R. das Plazierungsrisiko bei der Emission der Wertpapiere. Die Tendenz zur Securitisation ging mit dem Reifeprozess der Kapitalmärkte (Eurokapitalmarkt) einher, die seit Anfang der 80er Jahre deutlich an Breite und Tiefe gewannen. Ursächlich für die Securitisation waren das Vordringen institutioneller Investoren aus den westlichen Industrieländern, die für ihre Portefeuilles Wertpapiere bevorzugen, die Zurückhaltung der Geschäftsbanken im Kreditgeschäft als Folge ihrer Eigenkapitalschwäche, sinkender Margen und der internationalen Verschuldungskrise sowie die Liberalisierung der Kapitalmärkte in vielen Ländern (Deregulierung). Zudem hatten die —Finanzinnovationen einen ihrer Schwerpunkte im Wertpapierbereich. Durch die Nachfrage nach liquiden Anlageformen entwickelten sich — Geldmarktpapiere (Euronote) und —zinsvariable Anleihen. Zu den erfolgreichen Innovationen zählen weiterhin Asset Backed Securities, Null-Kupon-Anleihen und - stripp ed bonds. Seit 1988 gewannen ausserdem Anleihen mit Optionsrechten (indexierte Anleihen) und Optionsscheine an Bedeutung, mit denen derivative Finanzinstrumente verbrieft wurden.                Literatur: Mason, R., Innovations in the Structure of International Securities, London 1986. Morrissey, H. (Hrsg.), International Securitisation, London 1991.

Verbriefung von Krediten und Einlagen bei Banken in Form von Wertpapieren, um deren Handelbarkeit (z. B. an der Börse) zu erhöhen.

wertpapiermäßige Unterlegung bzw. Verbriefung von Kredit- und Einlagepositionen. Die Verbriefung erfolgt in Form kurzfristiger Schuldtitel (Notes), die anschließend im Markt untergebracht werden (z. B. Revolving Underwriting Facility (RUF), Note Issuance Facility (NIF), Commercial Paper).
Diese Technik ermöglicht den Kreditinstituten, die Hereinnahme von umfangreichen Krediten in das eigene Portefeuille zu umgehen. Auch können bereits herausgelegte Kredite durch wertpapiermäßige Unterlegung verflüssigt werden. Damit können die Bankbilanzen entlastet werden, um so den Anforderungen der jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden an die Eigenkapitalausstattung nachkommen zu können. Soweit bereits herausgelegte Kredite verbrieft werden, eröffnet die Securitization den Banken u. U. die Trennung von eingefrorenen Krediten unter Hinnahme eines erheblichen Disagios.
Den Schuldnern eröffnen die im Zusammenhang mit der Securitization entwickelten Finanzierungstechniken (z. B. RUF, NIF) unter Kosten-, Risiko- und Flexibilitätsgesichtspunkten im Vergleich zu traditionellen Finanzierungsformen erhebliche Vorteile.
Kapitalanleger erhalten durch die Securitization im Vergleich zu alternativen Anlageformen, insbesondere Bankeinlagen, die Möglichkeit, ihre Kapitalanlagen unter Flexibilitäts-, Risiko- und Ertragsgesichtspunkten günstiger zu gestalten.
Der Trend zur Securitization setzte mit Beginn der 80er Jahre im Zuge der Deregulierung der nationalen Geld-, Kredit- und Kapitalmärkte ein.

Verfahren zur Aufnahme von Fremdkapital durch ein Unternehmen ohne direkte Einschaltung von Banken, indem entsprechende Wertpapiere verkauft werden. Wenn die Banken hierbei nur vermittelnd tätig sind, ist dieses Geschäft in deren Bilanzen nicht mehr „sichtbar“.

Auch: Titrisation. Wertpapiermässige Unterlegung bzw. Verbriefung von Kreditforderungen. Seit Beginn der 80 er Jahre ist vor allem an den internationalen Finanzmärkten der Trend zur Verbriefung von Finanz- und Kreditbeziehungen zu beobachten, während gleichzeitig die Expansion der buchmässigen Kreditaufnahme und -vergäbe weniger zunahm. Securitization steigert die Übertragbarkeit von Finanzmitteln und -titeln, und vermag u. U. deren Kosten zu senken. Im Zug dieser Entwicklung haben kapital marktfähige Unternehmen vielfach »an den Banken vorbei« Finanzmittel direkt an den ausländischen Kredit- und Kapitalmärkten in verbriefter Form durch Begebung von Wertpapieren (insb. Notefazilitäten und Commercialpaper-Programme) aufgenommen. Intermediär- und originäre Transformationsfunktion der Banken gingen dadurch zurück; sie wurden insoweit international eher in eine maklerähnliche Funktion gedrängt. Die Tendenz zu Securitization und konsor-tialen Strukturen ist zu deuten vor allem auch als Ausdruck veränderter Grössenstrukturen der Unternehmen, die den Hang zu neuen Finanzierungspraktiken begünstigen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die neuen Grössenordnungen vielfach Kapitalkraft, Haftungs- und Risikopotenzial einzelner Banken übersteigen. Hierbei grenzen nicht nur spezif., das Risiko der Banken beschränkende rechtliche Regelungen derartige hohe Konzernfinanzierungen durch einzelne Banken ein - etwa § 13 KWG zur Grosskreditbeschränkung -, sondern Banken könnten auch unter internen risikopolitischen Erwägungen an Exklusivfinanzierungen derartiger Grössenordnungen weniger interessiert sein. Dennoch haben Banken als KapitalgeDer von Unternehmen nach wie vor grosse Bedeutung, zumal sich der genannte Trend in letzten Jahren nicht mehr intensiviert. Parallel kann wachsende Verbriefung auch die Konditionenstruktur beeinflussen: Die Verzinsung der Finanzinnovationen dürfte sich noch stärker an dem vergleichbaren Geld- und Kapitalmarktgeschäft orientieren. Margendruck ist auch bei traditionellen Anlageleistungen zu befürchten, wenn Umschichtungen gebremst werden sollen. Weitergehend werden (bereits) durch die Gestaltung von Sonderkonditionen innerhalb der traditionellen Kontosparformen zum Teil nur grunds. Gestaltungsmerkmale von Finanzinnovationen eskomp-tiert.



(Verbriefung) zu Beginn der 80er Jahre einsetzender Trend, traditionelle Buchkredite durch Kreditforderungen zu ersetzen, die mit handelbaren Wertpapieren unterlegt, also fungibel sind. Auslösende Faktoren dieser Entwicklung, in deren Verlauf der Anteil der wertpapiermäßigen Finanzierungen (Anleihen und Euronotes) an der internationalen Kreditaufnahme von rd. 45% (1982) auf 90% (1985) anstieg, waren: a) Risikosensibilisierung der Banken: Angesichts der im August 1982 mit der Zahlungsunfähigkeit Mexikos evident gewordenen Problematik eingefrorener Kredite (Länderrisiken) strebten die Banken in der Folge danach, Kreditbeziehungen fungibler, also handelbar zu gestalten. Dieses sollte durch eine wertpapiermäßige Unterlegung im Vertrauen auf dann funktionierende Sekundärmärkte erreicht werden. b) Verlagerung der Leistungsbilanzüberschüsse von den Staaten der Organization of Petroleum Exporting Countries (OPEC) auf westliche Industrienationen, insbes. Japan, und der damit einhergehende Wandel der Anlagepräferenzen: Im Gegensatz zu den OPEC-Ländern, die ihre Überschüsse zumeist als Bankeinlagen deponierten (was die Banken zum sog. Petrodollar-Recycling per Kreditvergabe an Entwicklungsländer verleitete und damit zur Länderrisikoproblematik beitrug), bevorzugten die neuen Anleger direkte Wertpapieranlagen. c) Notwendigkeit, im Wettbewerb um gute Schuldner günstige Finanzierungskonditionen zu bieten: Im Regelfall sind Anleihen niedriger zu verzinsen als vergleichbare Kredite. d) Bankaufsichtsrechtliche Bestimmungen: Da verschiedene Aufsichtsbehörden (auch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen) für verbriefte Kreditbeziehungen (Wertpapiere) im Gegensatz zu Buchkrediten keine Eigenkapitalunterlegung fordern, induzierten verschärfte Eigenmittelanforderungen nicht nur eine Zunahme bilanzunwirksamer Geschäfte, sondern auch Verlagerungen vom Buch-zum Wertpapierkredit. Securitization dokumentiert sich nicht allein in der quantitativen Zunahme wertpapierunterlegter Kredite, sondern auch qualitativ in verschiedenen, dem Anleihebereich zuzuordnenden Finanzinnovationen. Aus deutscher Sicht zählen dazu die mit der sog. Restliberalisierung im Jahr 1985 erstmals auf DM-Basis zugelassenen Nullkuponanleihen (zerobonds), zinsvariable Anleihen (floating rate notes) und Doppelwährungsanleihen (dual currency notes), deren Grundformen mittlerweile jeweils weiter variiert wurden. Es folgten Depositenzertifikate (certificates of deposit, CD), eine Vielzahl von Optionsanleihe- und Optionsschein-Varianten sowie ECU-Anleihen. Auf internationaler Ebene erschienen zusätzliche Verbriefungsformen, z.B. transferable loan facilities (TLF, die darauf abzielten, Kreditbeziehungen umwandelbar bzw. von vornherein übertragbar auszugestalten), junk-bonds (besonders risikobehaftete »Schrott-Anleihen«) sowie Euronotes, commercial papers und medium term notes. Letztere werden inzwischen auch auf nationaler Ebene verwendet. Inwieweit die Erwartung der Banken zutrifft, verbriefte Forderungen im Bedarfsfall schneller und mit weniger gravierenden Werteinbußen veräußern zu können, ist letztlich abhängig vom Funktionieren des instrumentspezifischen Sekundärmarktes und somit keineswegs garantiert. Hinzuweisen ist hier auf den Teilmarkt für Perpetuals (ewige Anleihen), der sich im Frühjahr 1987 einem erheblichen Angebotsdruck seitens japanischer Banken ausgesetzt sah. Nachdem der Markt vorübergehend vollends zusammengebrochen war, konnten diese Papiere später nur mit erheblichen Kursabschlägen veräußert werden. In dem Maße, wie securitization zu finanziellen Direktbeziehungen zwischen Sparern und Investoren führt, werden Banken ihrer traditionellen Intermediationsfunktion enthoben. Mit der Desintermediation gehen bankwirtschaftliche und geldpolitische Konsequenzen einher (—) Intermediation). Literatur: Dombret, A. (1988)

Verbriefung von Finanzierungen; Unterlegung von kurz- und langfristigen Finanztransaktionen durch fungible Wertpapiere.

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