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Kapitalkoeffizient

Der Kapitalkoeffizient ist der Quotient aus Kapitaleinsatz und Produktionsmenge bzw. Produktionswert. Der Kapitalkoeffizient ist eine Kennzahl aus den Wirtschaftswissenschaften, die insbesondere in der Volkswirtschaftslehre zur Anwendung kommt. Dieser Quotient gibt an, in welchem Maße Kapital für die Produktion einer bestimmten Menge von Gütern herangezogen werden muss.

Man unterscheidet zwischen dem durchschnittlichen Kapitalkoeffizienten und dem marginalen Kapitalkoeffizienten. Dabei ist der durchschnittliche Kapitalkoeffizient der Quotient aus Kapitaleinsatz und Produktionsmenge bzw. Produktionswert. Der marginale Kapitalkoeffizient ist der Quotient der Veränderungen des Kapitaleinsatzes und Produktionsmenge bzw. Produktionswert.

Den Kehrwert des Kapitalkoeffizienten, also der Quotient aus Produktionsmenge bzw. Produktionswert geteilt durch den Kapitaleinsatz, bezeichnet man als die Kapitalproduktivität.

Vorgehensweise bei der Ermittlung des Kapitalkoeffizienten

Für die Berechnung des Kapitalkoeffizienten einer kompletten Volkswirtschaft ermittelt man zunächst den Kapitalstock und dividiert die diesen durch das Bruttoinlandsprodukt. Beide Werte werden jährlich vom statistischen Bundesamt veröffentlicht. Der Kapitalstock ergibt sich aus dem brutto Anlagevermögen einer Volkswirtschaft. Für seine Berechnungen findet die so genannte Kumulationsmethode Anwendung.

Bewertung des Kapitalkoeffizienten als Kennzahl

Ein Vergleich des Kapitalkoeffizienten über mehrere Jahre hinweg ermöglicht eine Analyse, in welchem Maße der Kapitalstock einer Volkswirtschaft gesteigert werden muss, um eine Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts des entsprechenden Landes zu erreichen. Der Kapitalkoeffizient verdeutlicht in welchem Maße zusätzliche Investitionen in neue Produktionsanlagen einer Volkswirtschaft eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts erbringen.

Der Kapitalkoeffizient und die ihm zu Grunde liegenden Werte sind Teil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Die Daten dienen als Grundlage für Wirtschaftsprognosen, für Forschung und Politik.

Der Kapitalkoeffizient in der Betriebswirtschaftslehre

Bei der Anwendung des Kapitalkoeffizienten als Kennzahl im Unternehmen werden Zahlenwerte aus der Rechnungslegung des Unternehmens herangezogen. Zur Ermittlung des Kapitalkoeffizienten wird das kalkulatorische Vermögen des Unternehmens durch das Betriebseinkommen dividiert. Er drückt aus, wie viel Kapital zur Erzielung von 1 Euro Unternehmenseinkommen eingesetzt werden musste; also zum Beispiel 8 Euro eingesetztes Kapital zur Erzielung von 1 Euro Einkommen.

Auch bei der betriebswirtschaftlichen Anwendung des Kapitalkoeffizienten stellt er den Kehrwert der Kapitalproduktivität dar.

Begriff für die Relation zwischen (gesamtwirtschaftlichem) Kapitaleinsatz und damit erbrachter (gesamtwirtschaftlicher) Leistung. In Deutschland betrug z. B. im Jahre 2001 der gesamtwirtschaftliche Kapitaleinsatz 10.222 Mrd. €, das reale Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen
1. 980 Mrd €; dementsprechend der gesamtwirtschaftliche Kapitalkoeffizient rd. 5,16. D. h., dass zur Erbringung der gesamtwirtschaftlichen Leistung ein 5,16 mal höherer Kapitaleinsatz verwendet wurde. Der Kapitalkoeffizient ist der Kehrwert der (gesamtwirtschaftlichen) Kapitalproduktivität.

Der Kapitalkoeffizient ist das Verhältnis des Brut­tosozialprodukts einer Volkswirtschaft zu ihrem Bestand an Realkapital.

Der durchschnittliche Kapitalkoeffizient ist der Quotient aus Kapitaleinsatz und Produktmenge bzw. Produktionswert, der marginale Kapitalkoeffizient das Verhältnis der Veränderungen von Kapitaleinsatz und Produktmenge bzw. Produktionswert. Der Kapitalkoeffizient ist der Kehrwert der Kapitalproduktivität.

Verhältnis von Kapital zu Output; Inverse zur Kapitalproduktivität. Der durchschnittliche Kapitalkoeffizient mißt den Kapitalaufwand pro Outputeinheit. Der marginale Kapitalkoeffizient erfaßt den (Netto-)Investitionsbedarf zur Erzielung einer (potentiellen) Outputsteigerung um eine Einheit. Er spielt damit in der Wachstumstheorie eine maßgebliche Rolle, da hier über den Einkommenseffekt hinaus auch der Kapazitätseffekt der Investitionen in Betracht gezogen wird. Die Annahme einer Größengleichheit des durchschnittlichen und marginalen Kapitalkoeffizienten impliziert gleiche relative Änderungsraten von Kapitalstock und Output, mithin auch Konstanz des Kapitalkoeffizienten, was bei Niveauvariation ohne technischen Fortschritt im Fall von LEONTIEF-Produktionsfunktionen und linear homogenen COBBDOUGLAS-Produktionsfunktionen (bei konstanten Faktorpreisverhältnissen) gewährleistet ist.

Kapitalkoeffizient

Das DOMAR-Modell legt linearlimitationale Produktionsbedingungen zugrunde. Demgegenüber ist ein Größenunterschied von durchschnittlichem und marginalem Kapitalkoeffizienten, mithin Variabilität des ersteren, der Kernpunkt des SOLOW-Modells. Das darum (im Gegensatz zum DOMAR-Modell) immer mögliche steady state growth des SOLOW-Modells ist freilich wiederum durch konstanten Kapitalkoeffizienten gekennzeichnet.

Zwischen Kapitalkoeffizient, Kapitalintensität und Arbeitsproduktivität besteht eine tautologische Beziehung:

Kapitalkoeffizient

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