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Produktentwicklung

Siehe: Produkt-Markt-Matrix

In der Gesundheitswirtschaft:

Teilweise wird der Begriff Produktplanung synonym verwendet. Der Begriff Produktentwicklung beschreibt den Entwicklungsprozess, den eine Ware oder Dienstleistung von der Idee bis zum fertigen, verkaufsfähigen Produkt nimmt. Ein zentraler Bestandteil der Produktentwicklung ist unter anderem die Anpassung eines geplanten Produkts an existierende oder die Schaffung neuer Märkte.

Die Produktentwicklung erstreckt sich von anfänglichen Marktanalysen und Machbarkeitsstudien über die Konzeption der unterschiedlichen Funktionsgruppen des Produktes und die Entwurfsphase weiter über die Ausarbeitung des Produkts und seiner Fertigung bis hin zur Markteinführung.

Auf dem Gesundheitsmarkt im engeren Sinne findet Produktentwicklung bisher so gut wie nicht statt. Während in anderen Industrie- und Dienstleistungsbranchen das Vorhandensein einer Abteilung für Produktentwicklung normal ist – eine Tatsache, die auch in den Zuliefer-Betrieben der Medizintechnologie und der Pharmaindustrie üblich ist –, sucht man derartige Einrichtungen, die sich systematisch mit der Entwicklung und Weiterentwicklung von Produkten und Produktlinien im Gesundheitswesen im engeren Sinne beschäftigen, bisher vergebens.

Allerdings richtet sich die Aufmerksamkeit insbesondere im Krankenhaus-Bereich bei größeren Unternehmen mittlerweile stärker auf die Entwicklung neuer Produktideen und Produkte sowie die Anpassung vorhandener Produkte an sich verändernde Bedürfnisse der Patienten oder auch an die sich verändernde Zusammensetzung der gesamten Patientenklientel. Gerade im Zusammenhang mit der Einführung der Integrierten Versorgung (IV), die im Jahr 2000 eingeführt und Anfang 2004 durch das GKV-Modernisierungsgesetz deutlich weiterentwickelt wurde, kommt es verstärkt zur Neu- bzw. Weiterentwicklung von Produkten, die im Rahmen der Verträge zur Integrierten Versorgung zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern vereinbart werden. Dabei umfassen die hier benannten Produkte ganze Leistungspakete, die am Prozess der Patientenbehandlung orientiert werden und diesen Prozess für ein Erkrankungsbild umfassend zusammenbinden. Professor Heinz Lohmann, der langjährige Vorstandssprecher des LBK Hamburg, prägte dafür den Begriff der Entwicklung von Markenmedizin. Er beschreibt diese Entwicklung folgendermaßen:

Es geht künftig um Komplexleistungen zu Komplexpreisen. Ambulante, stationäre, rehabilitative und pflegerische medizinische Hilfen sowie Medikamente und die Versorgung mit sonstigen Medizinprodukten werden dabei in Leistungspaketen zusammengefasst.1


Damit geht das so beschriebene Produkt weit über einzelne Behandlungsschritte oder auch alle Behandlungsschritte einer einzelnen abgrenzbaren organisatorischen Einheit eines Leistungserbringers hinaus. Es handelt sich vielmehr um ein komplexes, auf ein Erkrankungsbild oder ein bestimmtes Stadium einer chronischen Erkrankung oder aber einen gesamten Erkrankungsablauf einer (chronischen) Erkrankung abgestimmtes Dienstleistungspaket, das als Ganzes ein Produkt darstellt.

Einen Zwischenschritt auf diesem Weg stellen sektorübergreifende geplante Behandlungsabläufe oder Patientenpfade dar, wie sie zunehmend im Zusammenhang mit Verträgen zur Integrierten Versorgung vereinbart werden. Ein Beispiel stellt das im Frühjahr 2005 erstmals veröffentlichten Vertragsmuster für die integrierte Versorgung von Knie- und Hüftpatienten der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) dar. Dort heißt es unter anderem:

Gegenstand dieser Integrierten Versorgung sind die in dem als Anlage 1 beigefügten sektorübergreifenden Behandlungspfad aufgeführten Leistungen

• die Stellung der Indikation und Einweisung in das IV-Verfahren (nach Einbindung der niedergelassenen Haus-/ Fachärzte)

• die Übernahme des Casemanagements (Betreuungs- und Koordinierungsfunktion)

• präoperative Vorbereitung

• die Krankenhausbehandlung mit operativem Eingriff und postoperativer Behandlung

• im Rahmen der persönlichen und versicherungsrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen die Anschlussrehabilitation

• die amb. Nachsorge

• ein Refreshertag

• eine Garantie und ein med. Check


(Quelle: Klinik Markt inside 7/2005, S. 4)

Siehe auch: Produktpolitik

Innovationsmana- gement, Forschung und Entwicklung

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