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Zentralbankgeld

m allgemeinen Verständnis dasjenige Geld, welches von der Notenbank (Zentralbank) geschaffen wird. Es repräsentiert die Forderungen der Wirtschaftssubjekte gegen die Zentralbank und wird in Form von Sichtguthaben bei der Zentralbank oder in Bargeld (Banknoten und Münzen) gehalten.
I. e. S. werden unter Zentralbankgeld lediglich die Einlagen inländischer Kreditinstitute bei der Zentralbank (Mindestreserven) plus Bargeld subsumiert.

Von einer Zentralbank ausgegebenes Bargeld bzw. Guthaben bei der zentralen Notenbank, in Deutschland bei der Deutschen Bundesbank.

Giralgeld

gilt in jeder Volkswirtschaft als Geld höchster Ordnung, das von der Notenbank (Zentralbank) emittiert wird. Es stellt eine Verbindlichkeit der Zentralbank dar, die durch Aktiva, z. B. Gold, gedeckt ist. Der Umfang des Zentralbankgeldes und seine Zusammensetzung lassen sich an der Bilanz der Notenbank ablesen. Als Zentralbankgeld i. w. S. müssten alle Positionen auf der Passivseite der Bilanz - mit Ausnahme des Posten "Sonstiges" (Rückstellungen, Grundkapital etc.) - gelten, also: ZBG = N + MR + ES + EP. Tatsächlich jedoch werden die Einlagen der öffentlichen Hand sowie die der inländischen Nichtbanken (einschl. der Deutschen Bundespost mit ihrem Giroverkehr) nicht zum Zentralbankgeld gezählt. Als Zentralbankgeld ZBG gelten daher nur die Positionen 6. und 7., also ZBG = N + MR. Dies ist das Zentralbankgeld von der Verwendungsseite her definiert. Beschreibt man das Zentralbankgeld von seiner Entstehungsseite her, so werden die Positionen der Aktiv- Zentralbankgeld seite gezählt, von denen die nicht Zentralbankgeld darstellenden Passivposten abgezogen werden, also ZBG = R + KB + KS + W — ES — EP — S, wobei in S = SA — SP sämtliche sonstigen Aktiv- und Passivposten enthalten sind. Diese Definition des Zentralbankgeldes von der Entstehungsseite zeigt, durch welche Massnahmen der Geldpolitik die Zentralbankgeldmenge beeinflusst werden kann. Neben den Banknoten laufen als Bargeld noch Scheidemünzen bzw. Münzgeld (Währung) SM um. Das Recht zur Münzausgabe, das Münzregal (—Notenbank), liegt bei der Bundesregierung. Im Jahre 1990 hatten die umlaufenden Scheidemünzen einen Wert von DM 12,8 Mrd. Der gesamte Bargeldbestand bzw. Bargeldumlauf C betrug im Jahr 1990: C = N + SM = 179,7 Mrd. DM. Zählt man zum Bargeldumlauf das Zentralbankgeld im Besitz der Geschäftsbanken MR hinzu, so erhält man die Geldbasis B (monetäre Basis, monetary base, high powered money): B = C + MR. Im Jahre 1990 betrug die Menge an Basisgeld B = 256,4 Mrd. DM. Dies ist die entscheidende Grösse für die Geldschöpfung der Banken in Form von Geschäftsbankengeld. Da die Banken noch die Möglichkeit haben, durch Auflösen inländischer Geldmarktpapiere GM; ihre Liquidität an Zentralbankgeld zu erhöhen, wählt man zur Beurteilung der Geldschöpfungsmöglichkeit durch Banken häufig eine um solche Einflussmöglichkeiten korrigierte Geldbasis Bk; sie wird manchmal durch von Banken bereits bei der Bundesbank in Anspruch genommene Kredite (rediskontierte Wechsel RW und Lombardverbindlichkeiten LV) reduziert. Diese korrigierte (bereinigte) Geldbasis hat die Definition: Bk = B + GMi — RW — LV; sie entspricht in ihrer Zusammensetzung der sog. Zentralbankgeldmengenbereitstellung. Von der Deutschen Bundesbank wird die Zentralbankgeldmenge als wichtiges Aggregat angesehen.   Literatur: Issing, 0., Einführung in die Geldtheorie, 9. Aufl., München 1993. Jarchow, H.-J., Theorie und Politik des Geldes, I. Geldtheorie, 8. Aufl., Göttingen 1990. Köhler, C., Geldwirtschaft, Bd. 1, 2. Aufl., Berlin 1977.

Summe aus Sichteinlagen Monetärer Finanzinstitute (MFIs) und Nichtbanken bei der Zentralbank (Zentralbankeinlagen) sowie Banknoten und Münzumlauf außerhalb der Zentralbank. Der Bestand an Zentralbankgeld nimmt zu, wenn die Zentralbank Aktiva wie z.B. Devisen oder Offenmarktpapiere kauft (Offenmarktpolitik) oder Kredite gewährt und dabei mit Forderungen auf sich selbst (Banknoten oder Sichteinlagen) zahlt (Zentralbankgeldentstehung). Umgekehrt nimmt der Bestand an Zentralbankgeld ab, wenn die Zentralbank Aktiva verkauft oder wenn Kredite, die sie gewährt hat, getilgt werden und ihre Geschäftspartner dabei mit Zentralbankgeld zahlen (Zentralbankgeldvernichtung). Die Höhe der -.s Mindestreserven bestimmt wesentlich den Zentralbankgeldbedarf der MFIs. Darüber hinaus wird Zentralbankgeld von ihnen nur in geringem Umfang gehalten (ÜberschuBreserve). Die Geldbeschaffungsmöglichkeiten im Rahmen des geregelten Zugangs der MFIs zur Zentralbank (Refinanzierungspolitik) spielen eine wichtige Rolle für die Kreditgewährung an Nichtbanken. Auf seiten der Nichtbanken sind die Zahlungsgewohnheiten maßgebend für den Bedarf an Zentralbankgeld in Form von Bargeld einerseits und Geschäftsbanken-geld in Form von Einlagen bei MFIs andererseits. Zentralbankgeld ist zu unterscheiden von der Zentralbankgeldmenge im Sinne eines geldpolitischen Steuerungskonzepts. Literatur: Jarchow, H.-J. (1998). Stobbe, A. (1994).

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