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Zinsgefälle

(1) unterschiedliches Zinsniveau an verschiedenen Orten, insbesondere zwischen den Geld- und Kapitalmärkten verschiedener Länder. Dieses Zinsgefälle führt u. U. zu einem Geldzufluß zum Zweck entsprechender Investitionen in das Land mit dem höheren Zinsniveau. Andererseits erfolgt in diesem Fall oft die Kreditaufnahme inländischer Unternehmen auf ausländischen Märkten mit niedrigerem Zinsniveau. Entscheidend für die Richtung und Intensität zinsinduzierter Geld- und Kapitalströme sind aber außerdem die Kurssicherungskosten, die im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Absicherung gegen Währungsrisiken entstehen. Unterschiedliches Zinsniveau zwischen zwei verschiedenen Währungsgebieten führt dann nicht zu zinsinduzierten Geld- und Kapitalströmen, wenn allgemein eine Abwertung der Währung des Landes mit dem höheren Zinsniveau erwartet wird.
(2) Zinsunterschiede zwischen dem Geld- und Kapitalmarkt eines Landes, wobei innerhalb der einzelnen Märkte weitere Differenzierungen (verursacht durch die Bonität, Laufdauer, Fristigkeit der Kapitalbindung etc.; Zinsstruktur) auftreten. Der Geldmarktzins ist i. d. R. niedriger als der Kapitalmarktzins. Auch innerhalb des Geldmarkts bilden sich verschiedene Zinssätze. Relevant sind die Fristigkeit (Sätze für Tagesgeld, Monatsgeld, Dreimonatsgeld) und die Bonität (Sätze für Privatdiskonten, Schatzwechsel des Bundes und der Bundesbahn bei gleicher Restlaufzeit).

ist der Unterschied zwischen dem Zinsniveau verschiedener Geld- und Kapitalmärkte bzw. zwischen verschiedenen Ländern (internationales Zinsgefälle). Ein Zinsgefälle bewirkt eine Abwanderung von Kapital von dem Markt bzw. Land mit niedrigem Zinsniveau zu dem Markt bzw. Land mit hohem Zinsniveau. Handelt es sich um ein internationales Zinsgefalle, so spricht man von Kapitalexport.

1. Bestehende Unterschiede zwischen den Zinsniveaus verschiedener Orte, vor allem im Verhältnis In- und Ausland (internationales Zinsgefälle), ggf. auch für verschiedene Zinstitel. Bildet einen Anreiz für Kapital, zum Ort des höchsten Anlagezinssatzes zu wandern, umgekehrt, sich am Ort des niedrigsten Kreditzinssatzes zu verschulden. Dieser Mechanismus wird aber nur bei freiem Grenzen überschreitenden Devisenverkehr - Kapitalverkehr - voll wirksam, zudem, wenn nicht Währungsrisikoerwartungen das Kapital ungeachtet bestehender Zinsvorteile dorthin strömen lassen, wo ihm die grösste Sicherheit vor Währungsverlusten gegeben zu sein scheint.
2. Normalerw. bestehende Zinsdifferenz zwischen Kapital- - hherer Zinssatz - und Geldmarkt - niedrigerer Zinssatz -; ansonsten: inverse Zinsstruktur.
internationales Zinsgefälle.

Begr. f.: (1) Unterschiedliches Zinsniveau in verschiedenen Ländern; insb. die Geld- und Kapitalmärkte betreffend. Dies kann dazu führen, dass einerseits Ländernvit höherem Zinsniveau Geld- und Kapitalmittel von ausländischen Anlegern zufließen und dass andererseits in Ländern mit niedrigerem Zinsniveau ausländische Unternehmen Kredite aufnehmen. Ob es zu solch zinsinduzierten internationalen Geld- und Kapitalbewegungen kommt oder nicht, hängt auch von der Stabilität der betroffenen Währungen/Wechselkurse bzw. den Kurssicherungskosten ab. (2) Zinsunterschiede innerhalb eines Landes; insb. zwischen dem Geld-und Kapitalmarkt; wobei i. d. R. die Zinsen auf Ersterem niedriger, auf Letzterem höher sind. Zudem treten auf den einzelnen Märkten weitere Differenzierungen auf, bedingt durch Bonität, Denomination, Laufdauer bzw. Bindungsfristen. Vgl. Zinsstruktur.

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