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Kapitalnutzungskosten

(= user costs of capital) Aufwendungen, die mit der Benutzung eines Kapitalguts verbunden sind. Sie bestimmen den (optimalen) Kapitaleinsatz und über die Investitionsfunktion die (optimalen) Investitionen. Kapitaleinsatz und Nettoinvestitionen sind um so geringer je höher die realen Benutzungskosten des Kapitals (Kapitalnutzungskosten) sind. a) Risikofreie Kapitalnutzungskosten. Die realen Benutzungskosten des Kapitals je eingesetzter DM sind gleich der Summe des realen Zinssatzes und der Abschreibungsrate des Kapitalguts. Dies läßt sich am einfachsten am Kalkül eines Leasinggebers demonstrieren, wobei angenommen wird, dass der Leasinggeber die Kapitalgüter in der laufenden Periode zum Preis Po erwirbt und sie dem Leasingnehmer in der zukünftigen Periode zu den anfallenden Kosten zur Verfügung stellt. Wenn eine Unternehmung als Leasingnehmer den gesamten Kapitalstock k,* mietet, den sie in der Zukunft einzusetzen gedenkt, entstehen dem Leasinggeber Anschaffungsaufwendungen in der Höhe von Po k,* , die dem Leasingnehmer inklusive der Kapitalverzinsung in Rechnung gestellt werden. Demgegenüber steht der Wert des abgeschriebenen Kapitalstocks in der Zukunft zugunsten des Leasinggebers, wobei dieser zu Wiederbeschaffungskosten, d.h. mit zukünftigen Preisen P1, zu bewerten ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob er den Wert realisiert oder nicht. Die Leasingkosten bzw. die Benutzungskosten für den Kapitalstock UCC (user costs of capital), die vom Leasingnehmer unter Wettbewerbsbedingungen zu tragen sind, belaufen sich daher auf:
Kapitalnutzungskosten Wenn man berücksichtigt, dass zwischen gegenwärtigen und zukünftigen Preisen bzw. zwischen den nominalen Zinsen R und den realen Zinsen r die Zusammenhänge P1 = Po (1 + it) bzw. 1 + R = (1 + r) (1 + it) gelten, kann man die Benutzungskosten des Kapitals auch folgendermaßen schreiben:
Kapitalnutzungskosten Je DM des Wertes, den das eingesetzte Kapital zum Benutzungszeitraum darstellt, hat der Benutzer des Kapitals (r + S) DM Benutzungskosten für das Kapital zu entrichten. Steigende Realzinsen und steigende Abschreibungsraten erhöhen die Benutzungskosten des Kapitals. Wenn es keine steuerliche Diskriminierung zwischen Eigen- und Fremdkapital und keinerlei Transaktionskosten gibt, sind die Benutzungskosten des Kapitals unabhängig von der Form der Finanzierung (MODIGLIANI-MILLER-Theorem). In die Kalkulation der Benutzungskosten des Kapitals lassen sich Steuern ebenso einbeziehen wie allgemeine Abschreibungsprofile und fehlende Wiederverkaufsmärkte für gebrauchte Kapitalgüter. b) Risikoangepaßte Kapitalnutzungskosten. In einer risikobehafteten Welt muss das eingesetzte Kapital neben der Verzinsung für risikolose Anlagen noch eine Risikoprämie 0 erwirtschaften. Unter Berücksichtigung dieser Risikoprämie lassen sich die risikoangepaßten Nutzungskosten des Kapitals RUCC (risk adjusted user costs of capital) analog zu den risikofreien Kapitalnutzungskosten wie folgt formulieren:
Kapitalnutzungskosten . Er unterliegt dem Zusammenhang:
Kapitalnutzungskosten Für den Investor stellt sich die Frage nach der Höhe der Risikoprämie
0. Sie wird in der modernen Investitionstheorie über das capital-asset-pricing-model bestimmt: _ [E(Rm) - Riß Die Risikoprämie ergibt sich als das Produkt des Preises [E(Rm) — R] und der Menge ss des systematischen Risikos des Unternehmens. Die zentrale Botschaft ist: Die Kapitalnutzungskosten beinhalten nicht die Risikoprämien für das gesamte Risiko einer Anlage, sondern nur ihren systematischen Part. Sie decken nur jenen Teil des Risikos ab, der mit dem Risiko des gesamten Kapitalmarktes kovariiert. Nach Michal KALECKI (1937, 1954) nehmen die Kapitalnutzungskosten mit der Höhe der Investition progressiv zu, wenn die Investition durch Kreditaufnahme finanziert wird, weil sich der Zinssatz mit steigender Kreditaufnahme erhöht. KEYNES hat darauf hingewiesen, dass mit steigender Investition die Inestitionsgüterpreise zunehmen und die Kapitalnutzungskosten insofern mit dem Kapitaleinsatz progressiv wachsen. In Umkehrung von KALECKIs Argument werden die Kapitalnutzungskosten um so geringer sein, je höher die Selbstfinanzierung der Unternehmen ist. Je höher der technische Fortschritt ist, um so schneller erfolgt auch die wirtschaftliche Veralterung der Investitionsgüter, um so größer sind also die Abschreibungen. Dies erhöht die Kapitalnutzungskosten, aber dieser Zunahme steht eine gesteigerte Rentabilität der Investitionsgüter gegenüber. Da vermehrte Abschreibungen vorzunehmen sind, je höher der technische Fortschritt ist, steigen auch die Reinvestitionen. Im allg. wird angenommen, dass dieser Effekt überwiegt und die Investitionsnachfrage mit einer Zunahme des technischen Fortschritts steigt.       Literatur: Copeland, Th.E., Weston, J.F. (1992). Duffie, D. (1992). Richter, R., Schlieper, U., Friedmann, W. (1981). Ott, D.J., Ott, A.F., Yoo, J.H. (1975)

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