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amtliche Statistik

umfasst alle statistischen Aktivitäten, die von Staat und Gemeinden ausgehen. Träger der amtlichen Statistik in der Bundesrepublik sind vor allem das Statistische Bundesamt, die Statistischen Landesämter und die Kommunalstatistischen Ämter; die amtliche Statistik ist hier also in statistischen Ämtern fachlich zentralisiert. Nur in Ausnahmefällen sind einzelne statistische Aktivitäten an Bundesund Landesministerien sowie die ihnen nach- geordneten Behörden als sog. Ressortstatistik übertragen. Ein wichtiges Beispiel dafür bildet die Arbeitsmarktstatistik, die im wesentlichen von der zum Bereich des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung gehörenden Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg durchgeführt wird. Weiterhin zählt in der Bundesrepublik zur amtlichen Statistik die statistische Abteilung der Deutschen Bundesbank.

amtliche Statistik

Zu den wichtigsten externen Datenquellen der Sekundärforschung, die einer Unter­nehmung für Zwecke der Marktforschung zur Verfügung stehen, zählt die Amtliche Statistik. Sie läßt sich grob unterteilen in eine „Allgemeine amtliche Statistik“ sowie die sog. „Ressortstatistik“. Erstere existiert ent­sprechend dem föderativen Aufbau der Bun­desrepublik auf drei Ebenen: - Statistisches Bundesamt - Statistische Landesämter - Statistische Ämter der Gemeinden. Die Aufgaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden werden durch das „Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke“ aus dem Jahr 1953 abgesteckt. Zu jeder Erhe­bung bedarf es aber einer eigenen Rechts­grundlage. Das Veröffentlichungsprogramm gliedert sich in insgesamt sechs Gruppen. Eine erste Gruppe bilden die „Zusammen­fassenden Veröffentlichungen“. Von her­ausragender Bedeutung sind dabei die Allgemeinen Querschnittsveröffentlichun­gen, von denen v. a. folgende zu nennen sind: - Das,, Statistische Jahrbuch “ bietet den um­fassendsten Überblick über das Zahlenan­gebot der amtlichen Statistik. Rd. 500.000 Daten aus fast allen Bereichen des wirt­schaftlichen und sozialen Lebens haben diese Veröffentlichung zu einem unver­zichtbaren Nachschlagewerk für Wirt­schaft, Wissenschaft und Verwaltung ge­macht. - Die Monatszeitschrift „Wirtschaft und Statistik “welche sowohl in einem T extteil als auch in einem Tabellenteil die jeweils neuesten Informationen der amtlichen Statistik bringt. - Beim „Statistischen Wochendienst“ han­delt es sich um eine besonders aktuelle Veröffentlichung, welche für Benutzer konzipiert ist, die unmittelbar nach Vor­liegen der Zahlen im Statistischen Bundes­amt informiert sein wollen. Die zweite Gruppe des Veröffentlichungs- programmes bilden die Fachserien. Diese sind die Fachveröffentlichungen der eigentli­chen Originalquellen.
Die Fachserien sind nach großen Sachgebieten gegliedert:
- Fachserie 1: Bevölkerung und Erwerbs­tätigkeit
- Fachserie 2: Unternehmen und Arbeits­stätten
- Fachserie 3: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
- Fachserie 4: Produzierendes Gewerbe
- Fachserie 5: Bautätigkeit und Wohnungen
- Fachserie 6: Handel, Gastgewerbe, Reiseverkehr
- Fachserie 7:Außenhandel
- Fachserie 8: Verkehr
- Fachserie 9: Geld und Kredit
- Fachserie 10: Rechtspflege
- Fachserie 11: Bildung und Kultur
- Fachserie 12: Gesundheitswesen
- Fachserie 13: Sozialleistungen
- Fachserie 14: Finanzen und Steuern
- Fachserie 15: Wirtschaftsrechnungen
- Fachserie 16: Löhne und Gehälter
- Fachserie 17: Preise
- Fachserie 18:Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
- Fachserie 19: Umweltschutz

Diese neunzehn Fachserien sind teilweise sehr tief in sog. Reiben untergliedert. Unter den Fachserien werden auch die Einzelveröf­fentlichungen geführt, welche z.B. zusam­menfassende Übersichten geben oder Son­derbeiträge darstellen, in denen die Ergebnisse groß angelegter Einzelzählungen wiedergegeben werden, die nur in großen Zeitabständen stattfinden (z.B. Volkszäh­lungen, Handwerkszählungen, Handels­und Gaststättenzählungen, Arbeitsstätten­zählungen). Als dritte Gruppe sind die Systematischen WrzezcÄwi5ie(Unternehmens-undBetriebs- systematiken, Gütersystematiken, Per­sonensystematiken, Regionalsystematiken, sonstige Systematiken) anzufünren. Sie sind Hilfsmittel für die einheitliche Zuordnung von Tatbeständen in den Statistiken und für eine dem Erhebungs- und Darstellungs­zweck entsprechende Gliederung der Ergeb­nisse. Ergänzt wird das Veröffentlichungspro­gramm durch Thematische Karten zur Dar­stellung bestimmter Angaben aus den Zäh­lungen, die Statistik des Auslandes sowie einige „Fremdsprachige Veröffentlichun­gen“ von Ergebnissen. Trotz dieses umfangreichen Angebotes kön­nen hier nicht alle erhobenen Daten dar­gestellt werden. Daher unterhält das Sta­tistische Bundesamt einen telefonischen Auskunftsdienst. Ebenso sind schriftliche Anfragen möglich. Darüber hinaus existiert ein Anrufbeantworter, der die jeweils neue­sten Werte der Preisindizes für die Lebens­haltung durchgibt. Jährlich werden ca. 500 Mitteilungen aktueller Ergebnisse an die Presse gegeben. Für die elektronische Weiterverarbeitung von statistischen Ergebnissen steht das Statisti­sche Informationssystem des Bundes (STATISBUND) zur Verfügung. Auch verfügt das Statistische Bundesamt über eine umfas­sende Bibliothek. Die Statistischen Landesämter haben ihren Sitz in den meisten Fällen in den entspre­chenden Landeshauptstädten (Ausnahme: Bad Ems in Rheinland-Pfalz). Ihnen obliegt zum einen die Durchführung und Aufberei­tung von Bundesstatistiken. Diese Ergebnis­se werden oft in tiefer regionaler Gliederung veröffentlicht. Zum anderen werden aber auch eigene Erhebungen veranstaltet. Zum Veröffentlichungsprogramm gehören Jahr­bücher, Monats- und Vierteljahresberichte, die differenzierte Informationen über die einzelnen Regionen liefern. Auch in großen Gemeinden und bei den Kreisverwaltungen gibt es eigene statistische Ämter. Diese erfassen Daten über die Struk­tur einzelner Städte, veröffentlichen aber auch zusammenfassende Informationen für alle Städte, so z. B. das „Statistische Jahrbuch deutscher Gemeinden“ (hrsg. vom Deut­schen Städtetag) oder die Vierteljahreszeit­schrift „V ergleichende Städtestatistik“. Dieses umfangreiche Datenangebot steht je­dermann zur Verfügung. Es existiert ein de­tailliert gegliedertes Veröffentlichungsver­zeichnis der Ämter. Uber die allgemein zugänglichen Veröffentlichungen hinaus be­steht die Möglichkeit, kostenlos oder gegen eine vergleichsweise geringe Gebühr speziel­le Informationen zu erhalten, oder sogar den eigenen Anforderungen genügende Sonder­analysen durchführen zu lassen. Neben der Allgemeinen amtlichen Statistik existieren u.a. statistische Veröffentlichun­gen der Bundes- und Landesministerien, der Deutschen Bundesbank (z. B. Monatsberich­te, Beihefte), der Bundesanstalt für Arbeit (z.B. Arbeitslosigkeit, offene Stellen), des Kraftfahrzeugbundesamtes (z.B. Zulassun­gen) oder auch der Sozialversicherungs­träger. Diese werden unter dem eingangs erwähnten Begriff „ Ressortstatistik “ zusam­mengefaßt. Das hier existierende Datenange­bot für die Sekundärforschung sollte unter keinen Umständen unterschätzt werden. Das Arbeiten mit Angaben der Amtlichen Statistik ist allerdings nicht frei von Proble­men. Oft ist es schon sehr schwierig, die ge­naue Definition der Erhebungsbereiche und -einheiten nachzuvollziehen. Hierbei kön­nen zwar die Systematiken als Hilfestellung herangezogen werden, doch unterliegen auch diese infolge von Umstellungen im Zeitverlauf Einschränkungen. Häufig sind die erhobenen und veröffentlichten Daten trotz der Verwendung der Systematiken un­tereinander auch nicht vergleichbar. Dies gilt in ganz besonderem Maße, wenn internatio­nale Vergleiche angestellt werden sollen. In manchen Fällen muss schließlich die Aussa­gekraft der Informationen relativiert wer­den, da Repräsentanzprobleme bestehen. Ein großes Problem stellt das oftmals sehr hohe Aggregationsniveau dar. Ein weiteres Problem, das die Anwendbarkeit der Daten einschränkt, ist die manchmal mangelnde Aktualität. Oftmals werden sehr lange Erhe­bungsrhythmen angewendet, außerdem er­folgt die Veröffentlichung der Daten in vie­len Fällen erst Jahre nach deren Erhebung. Für eine vollkommen fehlerfreie Analyse der zur Verfügung gestellten Daten ist eine äu­ßerst tiefgehende Einarbeitung in die The­matiknotwendig. Trotz alledem muss deutlich herausgestellt werden, dass das Datenangebot der Amtli­chen Statistik die umfassendste Informa­tionsgrundlage für Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung darstellt. Der Informations­suchende erhält eine geballte Ladung an Da­ten, die - wenn man über die vielen Probleme hinwegsieht - Wertvolles leisten, v. a. aber oftmals die einzig zur Verfügung stehende Informationsquelle darstellen. Das Arbeiten mit den veröffentlichten Statistiken bildet sicherlich sehr oft die Grundlage für unterneh­merische Entscheidungen.

innerbetrieblicher primäre Kosten Verrechnungssatz an Hauptkostenstellen abgegebene Leistungen

Literatur:  Hüttner, M., Grundzüge der Wirt­schafts- und Sozialstatistik, Wiesbaden 1973, S. 28 ff. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Veröf­fentlichungsverzeichnis.

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