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Convenience-Store

(Nachbarschaftsladen) Einzelhandelsbetrieb, der sich als Ergänzung zu grossen Einzelhandelsbetrieben auf den Warenabsatz in Wohnungsnähe spezialisiert. Die entsprechenden Geschäfte führen ein begrenztes Sortiment von Nahrungs- und Genussmitteln sowie Waren des Haushaltsbedarfs. Sie haben — soweit zulässig - besonders lange Öffnungszeiten (z.B. USA), gewähren in gewissem Umfange Kredit, verfügen u.U. über eigene Kundenparkplätze und stützen sich oft auf persönliche Beziehungen zu ihren Kunden. Nachbarschaftsläden werden vielfach im Franchisesystem (Franchising) oder als Filialunternehmen betrieben. Sie erfüllen die gleichen Funktionen wie kleine Lebensmittel- und Gemischtwarengeschäfte, auf die dieser Begriff ebenfalls häufig angewandt wird.
Convenience lässt sich am ehesten mit Annehmlichkeit oder Bequemlichkeit umschreiben. Gemeint sind dabei das Angebot und der bequeme, schnelle Einkauf von Produkten. Sowohl in der Konsumen­tenforschung als auch in der Handelsforschung wird Convenience als ein Trend auf der Sortiments­ebene, der Ebene der Remote Ordering Dienste und der Handelsformen (Vertriebswege, neuere) gesehen (Swoboda 1999, S. 95 f.). Letzteres geht mit einem wachsenden Stellenwert von Convenience­Shops (C-Stores) einher (z.B. Kioske, Imbissbetriebe, Nachbarschaftsläden und Tankstellen-Shops). Traditionelle C-Stores sind Betriebe des stationären Einzelhandels, die durch eine räumliche Nähe zum Wohnort oder Arbeitsplatz der Konsumenten gekennzeichnet sind. Sie sind mit einer Verkaufsfläche bis zu 300 m2 kleiner als kleine Supermärkte. Das angebotene Sortiment umfasst v.a. Nahrungs- und Genussmittel sowie weitere problemlose Waren des täglichen Bedarfs, dabei v.a. Produkte mit schnell drehendem Charakter. Verbreitet sind Abstufungen, z.B. Mini C-Stores (Verkaufsfläche bis 40 m2), se­lektierte C-Stores (78 m2 und begrenztes Food-Sortiment, teilweise Food-Services) bis hin zu Super C-Store (mit sehr stark ausgebauten Lebensmittel- und Food-Service-Sortimenten sowie zusätzlichem Verzehr vor Ort (Consumer Catering)). Während in Deutschland v.a. Tankstellen-Shops und abgestufter Kioske sowie Imbissbetriebe die Rolle von C-Stores einnehmen, ist dies im Ausland anders. In Grossbritannien, USA und Japan hat Convenience Shopping seit Jahren eine grosse Bedeutung. In Grossbritannien implementieren traditio­nelle Lebensmittelhandelsunternehmen „local” Varianten von C-Stores in Wohnquartiernähe als Teil ihres Multi Channel Retailing-Konzeptes. In Japan gibt es filialisierte Konzepte, welche mehrmals täglich rotierende Sortimente, je nach zeitlichem Verlauf der Kundenbedürfnisse, anbieten.

Ein Convenience-Store bezeichnet eine Mischung aus Gastronomiebetrieb und Einzelhandelsgeschäft unter 400 m2 Verkaufsfläche. Hauptmerkmal ist die räumliche Nähe zum Konsumenten. Veränderte Lebensgewohnheiten führen dazu, dass es Verbrauchern nicht mehr möglich ist, innerhalb der gesetzlich festgelegten Ladenschlusszeiten ihren täglichen Bedarf zu decken. Das Institut für Handel und Internationales Marketing und die LEKKERLAND Deutschland GmbH & Co. KG, einer der Distributoren für Convenience-Stores, hat 1200 Kunden in 90 Tankstellenshops von fünf Mineralölgesellschaften befragt. Das Marktforschungsprojekt brachte folgende Ergebnisse:
- Kundenprofil: Die Besucher von Tankstellen-Convenience-Shops sind überwiegend männlich, jünger als 35 und charakterisieren sich als Singles/Twins. Über 50 Prozent verfügen über ein monatliches Nettoeinkommen von über 3.000 €. Die Mehrheit besitzt einen mittleren Bildungsgrad. Jeder vierte Kunde ist Abiturient, jeder fünfte Kunde hat Hochschulabschluss.
- Konsumententyp: 39 Prozent der Kunden sind qualitätsorientiert, 26 Prozent preisorientiert und 35 Prozent serviceorientiert.
- Einstellung zum Produktangebot: Rund drei Viertel der Befragten wünschen sich ein größeres Angebot.
- Kaufverhalten: Etwa 85 Prozent der Kunden kommen mit dem Fahrzeug zum Einkaufen. Etwa die Hälfte verbindet dies mit dem Tanken.
- Kaufgewohnheiten: 20 Prozent kommen einmal, 37 Prozent mehrmals wöchentlich. Diese Stammkunden sind vor allem männlich, durchschnittlich 34 Jahre alt und verfügen über ein Nettoeinkommen von 4.500 €.
- Kaufgründe: An erster Stelle wurde »bequemer Einkauf«, dann die Verbindung von Einkaufen und Tanken genannt.
- Preisbereitschaft: Zwar beurteilten die Befragten das Preisniveau als zu hoch. Die Akzeptanzgrenze liegt aber bei etwa 20 Prozent über dem Preisniveau der Supermärkte. Stammkäufer akzeptieren Preisaufschläge bis zu rund 77 Prozent. Abendkunden haben eine erheblich höhere Preisbereitschaft. Bei ihnen ist die durchschnittliche Preisbereitschaft (Differenz zwischen Preiseinschätzung im Supermarkt und Ausgabebereitschaft an Tankstellen) mehr als doppelt so hoch. Die Umfrage zeigte auf, dass die typischen ConvenienceShop-Kunden vor allem auf »bequemes« Einkaufen Wert legen. Wichtig sind für sie auch lange Öffnungszeiten, ausreichende Parkmöglichkeiten und schneller Einkauf. Das Preisniveau nimmt auf der Wertungsskala erst Rang 6 ein, hinter Serviceleistungen des Personals und Qualität der Produkte.

Siehe auch Vertriebswege, Neuere (mit Literaturangaben).

Literatur: Auer, S.; Koidl, R.: Convenience Stores, Frankfurt a. M. 1997; Swoboda, B.: Ausprägun­gen und Determinanten der zunehmenden Convenienceorientierung von Konsumenten, in: Marketing — ZfFP, 21. Jg., 1999, Nr. 2, S. 95-104; Swoboda, B., Morschett, D.: Convenience-Oriented Shopping: A Model from the Perspective of Consumer Research, in: Frewer, L., Risvik, E., Schifferstein, H. (Hrsg.): Food, People and Society: A European Perspective of Consumers\' Food Choices, Berlin u.a. 2001, S. 177-196.

mitunter auch „Neighborhood Stores“ ge­nannt, US-amerikanische Betriebsform des stationären Einzelhandels seit Ende der fünfziger Jahre, die nach Standort und Angebot auf die Bequemlichkeit eines zeit­lich flexibel wahrzunehmenden Einkaufs von kurzfristig unverzichtbaren Konsumgü­tern innerhalb des Einzugsgebietes der un­mittelbaren Nachbarschaft abstellt, ohne deswegen schon vom Leistungsprofil her mit dem Typ des traditionellen deutschen Nach­barschaftsladens identisch zu sein: So bieten die i.d.R. von kapital- und leistungsstarken Großunternehmen als Filial- oder Franchi­sebetriebe geführten Convenience Stores in Gestalt verhältnismäßig kleiner SB-Läden (Verkaufsfläche 200-300 qm)in Wohnungs­nähe bei langen Ladenöffnungszeiten (7.00— 24.00 Uhr, namentlich an Wochenenden) und eigenen Kundenparkplätzen ein be­grenztes Sortiment an Nahrungs- und Ge­nußmitteln einschl. Frischwaren und pro­blemlosen Non-Food-Artikeln des täglichen Bedarfs an (2.500-3.000 Artikel)-wenn auch naturgemäß zu vergleichsweise erhöhten Preisen. Die Convenience Stores haben in der jüngeren Vergangenheit ihre Marktstel­lung anzahl- und umsatzmäßig auszubauen vermocht (vgl. Tab.). Hintergrund hierfür sind die verstärkten Übernahme- und Fu­sionsaktivitäten maßgeblich expandierender
Convenience Stores Unternehmen in Verbindung mit einer syste­matischen Ausweitung ihres Waren- und Dienstleistungsangebots (wie z.B. um neue Fast-Food-Sortimente, Video-Verleih, elek­tronische Einkaufshinweise).

Vorhergehender Fachbegriff: Convenience-Orientierung | Nächster Fachbegriff: Convention des Nations Unies sur les Contrats de Vente Internationale des Marchandises (CVIM)



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