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Korrekturverfahren

Begriff:
Als Korrekturverfahren bezeichnet man die Methode zur Risikoberück-
sichtigung bei Investitionen, die die risikobehafteten Größen (Ein- und
Auszahlungen, Nutzungsdauer, Kalkulationszinssatz) durch Risikozu-
schläge oder Risikoabschläge so ändert, daß der korrigierte Wert mit
hoher Wahrscheinlichkeit erreicht wird.

Ausgangspunkt der Korrekturen ist der wahrscheinlichste Wert der zu
korrigierenden Variablen. Im einzelnen bieten sich folgende Korrekturen
an:
? Herabsetzung der Einzahlungen durch Risikoabschläge bei den
Verkaufsmengen und/oder Verkaufspreisen sowie beim Restwert,
? Herabsetzung der Nutzungsdauer,
? Heraufsetzung der jährlichen Betriebs- und Instandhaltungsaus-
zahlungen,
? Heraufsetzung des Kalkulationszinssatzes.

Problem:
(1) Das Korrekturverfahren ist zwar einfach durchzuführen, setzt aber vor-
aus, daß der Planende über hinreichend genaue Schätzungen bezüg-
lich der zu erwartenden Abweichungen der risikobehafteten Größen
verfügt.
Seine Schätzungen sind notwendigerweise subjektiv.

(2) Es dürfen nur die tatsächlich risikobehafteten Größen korrigiert wer-
den. Ein in der Praxis beliebtes Verfahren, bei dem der Kalkulations-
zinssatz zur Risikoberücksichtigung heraufgesetzt wird, um so Zah-
lungs- und/oder Nutzungsdauerrisiken zu erfassen, ist fragwürdig.

(3) Das Korrekturverfahren ist durch Einseitigkeit gekennzeichnet. Es er-
faßt lediglich Risiken und ignoriert mögliche Chancen und zeichnet so
ein Zerrbild der Wirklichkeit.

(4) Es ist zu vermeiden, daß mehrere Personen unabhängig voneinander
ihre Korrekturen der Zukunftsgrößen einer Investition vornehmen.
Sonst besteht die Gefahr eines Kumulationseffektes der Korrekturen,
dessen Auswirkungen nicht mehr überschaubar sind.
Investitionen können auf diese Art und Weise auch totgerechnet
werden.

Literatur:
H. Blohm/Korrekturverfahren Lüder, Investition.

Das Korrekturverfahren ist die einfachste Möglichkeit, die Unsicherheit der Daten in Investitionsrechnungsmodelle mit einzubeziehen. Die anderen Möglichkeiten sind die Sensibilitätsanalyse und die » Risikoanalyse. Das Korrekturverfahren berück sichtigt die Unsicherheit durch pro zentuale Risikoauf bzw. abschlage. Nach dem Prinzip der kaufmänni schen Vorsicht werden die Ertrags bzw. Einzahlungskomponenten mit geringerem und die Kosten bzw. Auszahlungskomponenten des Inve stitionsmodells mit erhöhten Werten angesetzt. Für die Kapitalwertme thode heißt dies z. B., daß die Ein zahlungen und die Nutzungsdauer einen Abschlag, die Auszahlungen und der Kalkulationszinssatz dagegen einen Aufschlag erhalten. Die Höhe der Auf und Abschläge richtet sich nach dem Grad der Unsicherheit. Die Investitionsrechnung wird auf der Basis der so korrigierten Werte durchgeführt. Das Korrekturverfahren erfaßt die Un sicherheit der Erwartung nur pau schal. Globale Auf oder Abschläge können die tatsächlichen Auswirkun gen der Unsicherheit nur ungenau er fassen. Zudem erfolgt die Berück sichtigung einseitig, da nur eine Ver schlechterung der geschätzten Werte in Betracht gezogen wird. Das Korrekturverfahren ist daher eine nur unzureichende Metho de zur Berücksichtigung der Daten unsicherheit.

Methode der   Investitionsrechnung unter Unsicherheit, die die Unsicherheit mittels Variation einer oder mehrerer Inputgrössen durch Risikozuschläge (z.B. Erhöhung der Auszahlungen, Erhöhung des Kalkulationszinsfusses) bzw. -abschläge (z.B. Verringerung der Einzahlungen, Verkürzung der Nut­zungsdauer) berücksichtigt. Diese korrigierten Daten werden im weiteren als sicher betrachtet und in Verfahren der statischen und/oder dynamischen Investitionsrechnung eingesetzt; siehe   Investitions­rechnungen, statische sowie   Investitionsrechnungen, dynamische. Die Unsicherheit wird mittels der globalen Zu- oder Abschläge lediglich in pauschaler Art und Weise in die Investitionsrechnung einbezogen. Es soll in erster Linie sichergestellt werden, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest der vorsichtig errechnete Wert des Entscheidungskriteriums (z.B.   Kapitalwert) erzielt wird, womit sich die Entscheidung für eine bestimmte Alternative ex post als richtig erweist. Es werden jedoch ausschliesslich negative Entwicklungen beachtet, wodurch der Unsi­cherheit der Erwartungen nur einseitig Rechnung getragen wird. Zudem wird durch die Willkür in der Datenkorrektur und eventuelle Kumulierungseffekte das „Totrechnen” von Investitionsalternativen be­günstigt. Siehe auch   Investitionsrechnungen (Investitionsentscheidungen) unter Unsicherheit (mit Literatur­angaben).

Literatur: Blohm, H., Lüder, K.: Investition, Schwachstellenanalyse des Investitionsbereichs und Investitionsrechnung, 8. Auflage, München 1995; Drosse, V.: Investition, Intensivtraining, 2. Auflage, Wiesbaden 1999; Götze, U., Bloech, J.: Investitionsrechnung, Modelle und Analysen zur Beurteilung von Investitionsvorhaben, 4. Auflage, Berlin et al. 2004.

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