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PIMS-Studie

Branchenübergreifende Studie zur Ermittlung des Einflusses bestimmter Faktoren auf den Erfolg von Geschäftseinheiten. Der Ursprung der Studie geht auf ein Projekt des General Electric Konzerns im Jahr 1960 zurück. Es wurde versucht, die beeinflussenden Variablen auf Gewinn und Cashflow mithilfe von statistischen Verfahren zu identifizieren. Das Projekt war erfolgreich und so wuchs die Forderung, die Datenbasis durch Hinzunahme weiterer Firmen zu vergrößern. Seit 1975 wird die Studie durch ein eigenständiges Institut fortgeführt, das Strategic Planning Institute (SPI) mit Sitz in den USA und Zweigstellen in Europa. Die ca. 450 Mitglieder aus Amerika, Europa und Asien mit ca. 3.000 Geschäftseinheiten stellen Daten über ihre Geschäftstätigkeit zur Verfügung. Das SPI wertet die Daten im Hinblick auf von der Branche unabhängige Marktgesetze aus. Insgesamt werden mehr als 200 Variablen auf einen Einfluss auf Erfolgsgrößen getestet. Dabei stellte sich heraus, dass die Größen Marktanteil, Investmentintensität, Produktivität, Marktwachstum, Produktqualität, Produktdifferenzierung, vertikale Integration und Kostenposition die stärkste Wirkung auf den Erfolg ausüben.

Die PIMS-Studie (Profit Impact of Market Strategy) des Strategie Planning Institute gehört zu den neueren Ansätzen der Strategischen Planung. Es handelt sich hierbei um den Versuch, aus einer strategischen Datenbank einer großen Anzahl von Unternehmen ein Diagnose- und Prognosemodell zu entwickeln und es auf bestimmte Produkt-/Marktbereiche bzw. Segmente anwendbar zu machen.

Kernstück von PIMS ist eine Datenbank, in der Daten und Erfahrungen der Mitgliedsunternehmen gespeichert werden. Inhaltlich wird die Erklärung zwischen dem Marktanteil einerseits und dem Gewinn bzw. der Rentabilität andererseits betrachtet. Methodisch wurde beim PIMS-Projekt mit Hilfe einer multiplen Regressionsanalyse auf der Basis einer empirischen Untersuchung von rund 600 Unternehmen mit über 2000 Geschäftsbereichen der Ein-fluss von 37 strategischen Einflussfaktoren auf den Erfolg der Unternehmen untersucht. Als Erfolgsmaßstab diente der jeweilige ROI (Return on Investment).

Die PIMS-Studie zeigt die große Bedeutung des Marktanteils und des Marktwachstums als Leitgrößen der strategischen Planung. Die Bedeutung dieser Faktoren als Schlüsselgrößen hebt auch das Erfahrungskurvenkonzept hervor (vgl. Kreike-baum, 1997, S.98ff; Meffert, 2000, S. 253t).

Die Erfahrungskurve (experience curve) beschreibt den Zusammenhang zwischen der kumulierten produzierten Menge eines Produktes und den Stückkosten dieses Produktes. Eingeführt wurde der Begriff durch die Boston Consulting Group. Das Erfahrungskurvenkonzept besagt, dass »... mit jeder Verdopplung der im Zeitablauf kumulierten Absatzmengen eines Produktes die auf den Wertschöpfungsanteil einer Leistungseinheit bezogenen zahlungswirksamen inflationsberemig-ten Stückkosten potenziell zwischen 20% und 30% sinken« (Backhaus, 1999, S. 236; vgl. auch Gärweiler, 1986, S. 258).

Die PIMS tudie (PIMS ist abgeleitet aus Profit Impact of Market Strategies) ist eine branchenübergreifende Untersuchung, die vorn Strategic Planning Institute in Cambridge, Massachusetts, durchgeführt wird. Sie bezieht sich auf die strategischen Faktoren, die für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens bzw. einer strategischen Geschäftseinheit (Geschäftseinheit, strategische) ausschlaggebend sind.

In die Untersuchung werden Daten von mehreren hundert Unternehmen mit etwa 3000 strategischen Geschäftseinheiten einbezogen. Von jeder strategischen Geschäftseinheit werden mehr als 200 Daten erfasst, und zwar über die Marktcharakteristika, die Wettbewerbsposition sowie die Unternehmensstruktur. Zur Analyse dieser Daten wird die multiple Regressionsanalyse genutzt. Angestrebt wird, die für den strategischen Erfolg maßgeblichen Faktoren zu identifizieren und den Einfluss der einzelnen Faktoren auf die Erreichung der Unternehmensziele zu prognostizieren. Als Zielgröße wird zumeist die Rentabilität (siehe auch Return an Investment [ROI]) des Unternehmens bzw. einer strategischen Geschäftseinheit zugrunde gelegt. Zusätzlich erfolgt eine Betrachtung des Cash Flows. In der Studie konnten 48 Unternehmens bzw. Marktfaktoren identifiziert werden, die eine eindeutige Korrelation mit dem Unternehmenserfolg (ROI) aufweisen und dessen Varianz zu 70 80 % erklären. Dazu zählen: a) die relative Produktqualität (3 Qualität), der relative Marktanteil, relative Patentvorteile (Patent), der relative Preis, die relative Kostenposition (Kosten) als Bestimmungsfaktoren der Wettbewerbsposition (Wettbewerbsstrategie); b) Wachstum, Konzentration, Marketing ntensität (Marketing), Investitionserfordernisse und Kundencharakteristika als Eigenschaften des Marktes sowie c) die Investmentintensität, die Zusammensetzung des Investments, die Wirksamkeit der Investment Nutzung, die Produktivität und die Wertschöpfungstiefe (Wertschöpfung; Leistungstiefe) als Merkmale der Unternehmensstruktur.

Eine besonders einflussreiche Größe stellt der relative Marktanteil dar, d. h. das Verhältnis des eigenen Marktanteils zu dem der drei stärksten Konkurrenten. Mit wachsendem relativen Marktanteil steigt der ROI tendenziell. Für diesen Zusammenhang werden verschiedene mögliche, zum Teil miteinander verbundene Ursachen genannt, insbesondere Economies of Scale (größenabhängige Kostenvorteile), Marktmacht (auf den Beschaffungs und Absatzmärkten), Erfahrungseffekte (Erfahrungskurve) sowie Präferenzen der Abnehmer. Eine positive Korrelation wurde auch für die Produktqualität und den ROI festgestellt, ein negativer Zusammenhang besteht hingegen beispielsweise zwischen der Investmentintensität und dein ROI.

Die Ergebnisse der PIMS tudie liefern Anhaltspunkte für die verschiedenen Aktivitäten strategischer Führungsprozesse, insbesondere für die Festlegung strategischer Zielgrößen. So ist es aufgrund seiner hohen Bedeutung für den Unternehmenserfolg eventuell sinnvoll, einen bestimmten relativen Marktanteil als strategisches Ziel einer Geschäftseinheit zu definieren. Der empirische Nachweis des positiven Zusammenhangs zwischen ROI und relativem Marktanteil sowie Marktwachstum (Wachstum) bildet eine Grundlage für die Portfolio nalyse. Die allgemeinen Erkenntnisse der PIMS tudie werden in Form von PIMS Letters und Büchern publiziert. Außerdem können die an der Studie beteiligten Unternehmen eine Reihe von Dienstleistungen wie spezielle EDV gestützte Analysen für einzelne strategische Geschäftseinheiten nutzen. Allerdings ist die Aussagekraft sowohl der allgemeinen als auch der speziellen Ergebnisse der PIMS tudie aus verschiedenen Gründen he grenzt. Problematisch erscheinen vor allem die mangelnde Transparenz der Ergebnisse und ihrer Ermittlung, die Einbeziehung von Unternehmen verschiedener Branchen, die Eignung der multiplen linearen Regressionsanalyse, die Datenermittlung einschließlich der vergangenheitsbezogenen Datenbasis, die Zielgröße ROI sowie einige Resultate. So werden keine Aussagen zu den Kausalzusammenhängen getroffen, die die Korrelationen bewirken. Der relative Marktanteil und die anderen oben aufgeführten erklären jeweils kaum mehr oder sogar weniger als 10 % des ROI. Trotz dieser Probleme stellt die PIMS tudie eine wichtige Orientierungshilfe für das strategische Management dar.

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