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Produktionstypen

Eine übersichtliche Darstellung der Vielzahl realer Produktionssysteme setzt die Formulierung geeigneter Typisierungskriterien voraus, die sich entweder am zu fertigenden Produkt, am Produktionsprozess oder an den zu kombinierenden Einsatzfaktoren orientieren. Die isolierte Analyse einzelner Merkmale der betrieblichen Leistungserstellung ermöglicht es, Elementartypen der Produktion zu spezifizieren. Zur umfassenderen Charakterisierung von Produktionssystemen bietet sich eine Synthese mehr oder weniger stark miteinander korrelierter Einzelmerkmale und damit Elementartypen zu Kombinationstypen an. Produktorientierte Elementartypen der Fertigung werden zumeist danach unterschieden, ob sie sich auf die Breite des Produktions und Absatzprogramms (Produktionsprogramm) oder auf den Auslöser der Produktion beziehen. Besteht das Sortiment aus lediglich einer Produktart, so ist von Einproduktfertigung die Rede, anderenfalls von Mehrproduktfertigung. Je nachdem, ob das jeweilige Erzeugnis für einen spezifischen Kunden oder für den anonymen Markt produziert wird, ist zwischen der Auftragsproduktion und der Marktproduktion zu differenzieren. Aber auch die voraussichtliche Verwendung der Produkte (Investitionsgüter /Konsumgüterproduktion), ihre Zusammensetzung (Produktion einteiliger/ mehrteiliger Erzeugnisse), ihre Gestalt (Produktion von Fließ /Stückgütern), ihre Materialität (Produktion materieller/immaterieller Erzeugnisse) und ihre Beweglichkeit (Produktion von Mobilien/Immobilien) können Typisierungskriterien sein. Prozessorientierte Elementartypen setzen sich mit organisatorischen, technologischen und materialflussbezogenen Eigenschaften der Fertigung auseinander. Der Prozesswiederholungsgrad (bzw. die Auflagenhöhe) gibt Auskunft darüber, ob es sich um Einzelfertigung (nur ein Stück), um intermittierende (Serien , Sorten )Fertigung (wechselnde Produktion größerer, doch begrenzter Stückzahlen unterschiedlicher, aber verwandter Erzeugnisse) oder um p Massenproduktion (keine vorab spezifizierte Auflagenhöhe) handelt. In Abhängigkeit von der Zahl der durch die Erzeugung eines Produkts tangierten Prozessstufen lassen sich die einstufige und die mehrstufige Produktion unterscheiden. Die zur Leistungserstellung benötigten Arbeitsplätze können funktions oder objektorientiert gruppiert werden: Die räumliche Zusammenfassung von Aggregaten mit gleichen oder zumindest ähnlichen Funktionen führt zu einer Werkstattfertigung. Werden die Arbeitsplätze und Maschinen dagegen in der Reihenfolge der am jeweiligen Arbeitsobjekt auszuführenden Verrichtungen angeordnet, ergibt sich eine Fließfertigung. Die Gruppenfertigung versucht, die Vorteile der beiden zuerst genannten Produktionstypen zu vereinen, indem sie Fertigungseinrichtungen mit unterschiedlichen Funktionen zur Komplettbearbeitung von Teilefamilien (physisch ähnliche Teile) oder Fertigungsfamilien (hinsichtlich der Bearbeitungsfolgen ähnliche Teile) räumlich zusammenfasst. Die eingesetzte Prozesstechnologie bestimmt darüber, ob eine physikalische, chemische oder biologische Produktion vorliegt. Während die manuelle Fertigung weitestgehend ohne technische Hilfsmittel auskommt, ist die mechanische Produktion mit dem Einsatz von Betriebsmitteln (Produktionsfaktoren) verbunden, denen etliche Be bzw. Verarbeitungsfunktionen übertragen werden können. Betriebsmittel, die auch Steuerungsfunktionen übernehmen, sind für die (teil )automatische Fertigung erforderlich, bei der einige oder sogar alle Arbeitsgänge automatisch ablaufen. Schließlich sind drei material flussbezogene Eigenschaften zu differenzieren. Je nachdem, ob aus einem oder mehreren Inputobjekt(en) ein Outputobjekt wird oder ob aus einem oder mehreren hiputobjekt(en) mehrere andersartige Outputobjekte werden, ist von durchgängiger, synthetischer, analytischer bzw. analytisch ynthetischer Produktion zu sprechen. Eine kontinuierliche Fertigung zeichnet sich dadurch aus, dass jedes in einer Bearbeitungsstufe fertig gestellte Teil sofort der nächsten Stufe zugeführt wird. Wenn dagegen nur geschlossene Posten aus zuvor gesammelten Teilen weitergeleitet werden, ist eine diskontinuierliche Produktion gegeben. Die zur Erzeugung eines Produkts erforderlichen Arbeitsgänge können entweder zeitlich nacheinander (sequenzielle bzw. lineare Produktion) oder zum Teil gleichzeitig (vernetzte Produktion) ablaufen. Faktororientierte Elementartypen der Fertigung sind in Abhängigkeit von der jeweiligen wirtschaftlichen Bedeutung der einzelnen Produktionsfaktoren ldassischerweise die arbeitsintensive, die betriebsmittelintensive und die materialintensive Produktion.

Formen der —Produktion, die nach einem oder mehreren Merkmalen gekennzeichnet werden. Die Merkmale können diskret oder kontinuierlich abstufbar sein. Durch die gleichzeitige Berücksichtigung mehrerer Merkmale erhält man kombinierte Produktionstypen. Der Zweck einer Bildung von Produktionstypen liegt einmal in der Beschreibung der Realität. Jeder in der Wirklichkeit vorkommende Produktionsprozess kann anhand seiner Merkmale einem bestimmten Produktionstyp zugeordnet werden. Hierbei versucht man, die für den jeweiligen Untersuchungszweck massgeblichen Merkmale zu verwenden. Ferner kann die Bildung von Produktionstypen dazu dienen, die am häufigsten vorkommenden Formen der Produktion zu bestimmen. Dann ist es zweckmässig, für diese häufig auftretenden Produktionstypen Theorien sowie praktisch einsetzbare Entscheidungsmodelle und Lösungsverfahren zur —Fertigungsplanung zu entwickeln. Aufgrund der grossen Zahl unterschiedlicher Produkte, die in der Realität erzeugt werden, ist die Anzahl an Merkmalen zur Kennzeichnung von Produktionsprozessen überaus gross. Daher gibt es sehr viele Möglichkeiten zur Bildung "elementarer" Produktionstypen. Um sie zu systematisieren, erscheint es zweckmässig, entsprechend den Phasen von Produktionsprozessen Merkmale des Einsatzes (In Produktionstypen puts) von Gütern, der Bearbeitung und der Ausbringung (des Outputs) von Produkten zu unterscheiden. Damit gelangt man zu einer Einteilung der Elementartypen in Einsatz-, Prozess- und Programmtypen (vgl. Tab. S.1719). Unter den Programmtypen misst man der Einteilung in Massen-, -Sorten-, Serien- und Einzelfertigung besondere Bedeutung zu, weil diese Ausprägung für die Gestaltung des Produktionsablaufes und des Gütereinsatzes i. d. R. sehr wesentlich ist. Wichtige Prozesstypen sind die  Organisationstypen der Fertigung, die im allgemeinen auf längere Sicht festzulegen sind, und die Vergenztypen, die für die Planung der Materialbereitstellung und den Produktionsdurchfluss massgeblich sind. Ferner haben die -Mechanisierung und das Produktionsverfahren sowie das Vorliegen von Wechseloder Parallelfertigung einen bedeutenden Einfluss auf die Art der Produktionsplanung. Eine besonders hohe Mechanisierung wird durch flexible Fertigungssysteme erreicht. Spezielle Erscheinungsformen der Produktion sind die Teilefamilienfertigung sowie die Chargen- und die Partiefertigung. Teile-fair lienfertigung ermöglicht die Anwendung von Fliessfertigung, auch wenn die Produkte nicht voll übereinstimmen. Kennzeichnend für Chargen- und Partiefertigung ist im allgemeinen, dass Endprodukte nur dann dieselben qualitativen Eigenschaften besitzen, wenn sie aus der gleichen Charge bzw. Partie stammen. Aus den in der Übersicht dargestellten Elementartypen lassen sich Kombinationstypen bilden, indem man die Ausprägungen verschiedener Merkmale miteinander verbindet. So wird die Massenfertigung materieller Produkte im allgemeinen in Fliessfertigung durchgeführt, die relativ hoch mechanisiert ist. Jeder in der Realität vorkommende Produktionsprozess lässt sich anhand dieser Merkmale als spezifischer Kombinationstyp beschreiben.      Literatur: Schäfer, E., Der Industriebetrieb, Bd. 1, Köln, Opladen 1969, Bd. 2, Opladen 1971. GrosseOetringhaus, W. F., Fertigungstypologie unter dem Gesichtspunkt der Fertigungsablaufplanung, Berlin 1974. Küpper, H.-U., Produktionstypen, in: Kern, W. (Hrsg.), HWProd, Stuttgart 1979, Sp. 1636 ff.

Klassifikation von Produktionssystemen nach bestimmten Kriterien. Für die Produktionswirtschaft relevant ist die Einteilung der Produktionssysteme nach dem Organisationstyp der Fertigung (Produktionssegmentierung). Man unterscheidet drei wichtige Produktionstypen: die Werkstattproduktion, die Fließproduktion und die Zentrenproduktion.

In der Produktionstypologie werden input-, throughput- und outputbezogene Produktionstypen unterschieden. Die Unterscheidung in diese Typen der Produktion ergibt sich aus der prozessualen Gliederung der Produktion in eine Inputphase, eine Prozeßphase und eine Outputphase. Die Inputphase betrifft den Einsatz der Produktionsfaktoren. Die Prozeßphase umschließt den Kombinations- und Transformationsprozeß der eingesetzten Produktionsfaktoren. Die Outputphase bezieht sich auf die Arten und Mengen der Ausbringung. Diese input-, throughput- und outputbezogenen Produktionstypen werden deshalb auch als Faktortypen, Prozeßtypen beziehungsweise Programmtypen bezeichnet.

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