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Zentralisierung

Zentralisation

1. Jede Organisation verfügt aufgrund des gegebenen Zusammenhangs der Teilaufgaben über ein hierarchisch gegliedertes, pyramidenförmiges Stellengefüge, an dessen Spitze stets eine gemeinsame, zentrale Führung steht Zentralisierung Zentralisierung (Hierarchie, Herrschaft, Teamkoordination). Aufgrund des gemeinsamen Ressourceneinsatzes und der Tatsache, dass die damit produzierten Erträge als Gesamtertrag anfallen, ist jede Organisation per se zentralistisch. Allerdings kann man die Verfügungsbefugnisse über die eingebrachten Ressourcen, die Ressourcen selbst und die Quoten bei der Verteilung der Erträge (in Unternehmen z. B. Löhne, Gehälter, Tantiemen und Dividenden) mehr oder weniger ungleich auf die einzelnen Organisationsmitglieder verteilen. Eine solche unterschiedliche Allokation wird ganz allgemein als Zentralisierung bezeichnet. Dezentralisierung beschreibt dagegen eine Verteilung in Richtung der Peripherie, gewissermassen zum Rand hin, die zu einer gleichgewichtigeren Allokation innerhalb der Organisation führt. Konkret kann damit die Verteilung von Entscheidungs- und Weisungsbefugnissen, Aufgaben, Standorten, Betriebsstätten, Räumen oder Ressourcen aller Art gemeint sein. Zentralisierung und Dezentralisierung sind also zwei entgegengesetzte Arten der Organisationsgestaltung. Bei der Stellenbildung ergibt eine Zentralisierung von Aufgaben nach dem Kriterium gleicher Tätigkeiten eine funktionale Spezialisierung (Verrichtungszentralisation, funktionale Organisation). Bei der Objektzentralisation werden alle Aufgaben, die mit einem Objekt, etwa einer Produktgruppe, zusammenhängen, zusammengefasst (divisionale Organisation). Die Zentralisierung von Objektaufgaben führt gleichzeitig zum Zusammenfassen ungleichartiger Verrichtungen (und umgekehrt). Unter Entscheidungsdezentralisation versteht man auch die Tendenz, Stellen auf den unteren Hierarchieebenen relativ viele Entscheidungsbefugnisse einzuräumen. Sie liegt also dann vor, wenn die Entscheidungen von den Stellen getroffen werden, an denen die entsprechenden Probleme auftauchen. Zentralisation führt dagegen zu einer relativ stärkeren Zusammenfassung von Kompetenzen auf den höheren Hierarchieebenen. Da das Stellengefüge immer hierarchisch strukturiert ist, impliziert Entscheidungsdezentralisation nicht, dass alle Stellen mit gleich grossen Entscheidungsbefugnissen ausgestattet sind. Vielmehr geht es hier um die Frage, in welchem Ausmass Kompetenzen einer Instanz auf die ihr nachgeordneten Stellen verlagert werden. Bei voller Entscheidungszentralisation liegen alle Kompetenzen bei der übergeordneten Instanz. Weitestgehende Dezentralisierung ist demgegenüber erreicht, wenn sich diese überwiegend auf die Wahrnehmung der Steuerungsund Überwachungsfunktion beschränkt. 2. Organisationsform der betrieblichen Datenverarbeitung, die auf einer räumlichen Zusammenfassung der in einem Unternehmen zur Verfügung stehenden EDV-Kapazität sowie der mit der Erbringung von EDV-Leistungen befassten Stellen beruht. Sie dominierte im Zeitalter der Grossrechner (Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre). Die EDV-Abteilung, die sich aus Systementwicklung und Rechenzentrum zusammensetzt, ist dabei ein geschlossener Bereich, in dem alle Datenverarbeitungsaufgaben (Datenerfassung, Datentransformation, Datenausgabe, Datenspeicherung) zentral kontrolliert werden. Zu Beginn der 70er Jahre wurde die strenge Zentralisierung durch den Einsatz von Terminals in den Fachbereichen auf den Gebieten Datenerfassung und Datenausgabe aufgeweicht (Dezentralisierung). Die zentral betriebene Verwaltung von Daten und der Hardwarebetrieb erlauben aber auch hier eine Zuordnung zur zentralisierten Organisationsform. Zentrale Lösungen bieten sich vor allem da an, wo Kosten- bzw. organisatorische Vorteile entstehen durch ·    effizientere Planung und Kontrolle, ·    einheitliches Berichtswesen, ·    Nutzung kostspieliger Lizenzsoftware an einem Ort, ·    Arbeit im —Teilhaberbetrieb, ·    Führung von Datenbanken, ·    einheitliche Programmentwicklung, ·    lokal konzentriertes EDV-Know-how.   Literatur: Kieser, A.IKubicek, H., Organisation, 3. Aufl., Berlin, New York 1992.

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