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makroökonomische Modellanalyse

Beschreibung und Untersuchung gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge mit Hilfe eines formalisierten Systems von Hypothesen, auf deren Grundlage im Rahmen einer komparativ-statischen oder dynamischen Analyse Aussagen über die Auswirkungen der Veränderungen exogener Variablen auf die im Modell erklärten endogenen Variablen (Güterproduktion, Beschäftigung, Einkommen, Preisniveau, Zinssatz und Reallohnsatz) ermöglicht werden. Im Grundmodell werden Angebots- und Nachfragehypothesen für Gütermarkt, Geldmarkt und Wertpapiermarkt formuliert und die Wirkungen exogener Schocks untersucht, wobei der Wertpapiermarkt im allgemeinen aufgrund des Wal- ras-Gesetzes vernachlässigt wird. Unterscheidet man die Sektoren der Unternehmungen, der privaten Haushalte und des Staates, so erhält man für eine geschlossene Volkswirtschaft das folgende Grundmodell: aus der JöuagetrestriKtion roigt: makroökonomische Modellanalyse Auf dem Gütermarkt herrscht Gleichgewicht, wenn das vom Reallohnsatz (W/P)und dem Sachkapitalbestand (K) abhängige gesamtwirtschaftliche Angebot gleich der Summe aus einkommens- (y), zins- (i) und Vermögens- (v) abhängiger Konsumgüternachfrage (c), zins- und sachkapitalbestands- abhängiger Investitionsgüternachfrage (j) und exogener Staatsnachfrage (g) ist. In der Neoklassik bildet sich auf diesem Markt der reale Zinssatz, im Keynesianismus das Güterpreisniveau. In der offenen Volkswirtschaft sind zusätzlich das Güterangebot (Importe) und die Güternachfrage (Exporte) des Auslandes zu berücksichtigen. Im einfachsten keynesianischen Grundmodell wird - mit entsprechenden Modifikationen der gesamtwirtschaftlichen Angebotsfunktion - angenommen, dass das Güterangebot vollkommen preiselastisch reagiert, die Produktion (und damit gemäss Produktionsfunktion die Beschäftigung) also von der Güternachfrage bestimmt wird (Fix-Preis-Modell). Vermögens- und Zinsabhängigkeit der Konsumgüternachfrage werden vernachlässigt. Im neoklassischen Ansatz wird grundsätzlich unterstellt, dass die Nachfrage und das Angebot auf Güter- (und Arbeits-) Markt von allen (Vermögens-) Beständen und allen Preisen abhängen. Das Einkommen wird also in seine Bestandteile (reallohnabhängiges) Arbeitseinkommen und Besitzeinkommen aufgespalten. Zur besseren Vergleichbarkeit mit dem keynesianischen System wird - zurückgehend auf John R. Hicks - auf diese Aufspaltung jedoch im allgemeinen verzichtet. Auf dem Geldmarkt herrscht Gleichgewicht, wenn bei exogen fixierter nomineller Geldmenge (M) das reale Geldangebot (M/P) gleich der realen Geldnachfrage (1) ist. Nach keynesianischer Interpretation bildet sich auf diesem Markt der Zinssatz, im Monetaris- mus, der eine Zinsabhängigkeit der Geldnachfrage ablehnt (Quantitätstheorie) oder zumindest für vernachlässigbar klein hält, das Preisniveau (P). Auf dem Arbeitsmarkt herrscht Gleichgewicht, wenn die reallohn- und sachkapitalab- hängige gesamtwirtschaftliche Arbeitsnachfrage, die simultan mit der gesamtwirtschaftlichen (Güter-) Angebotsfunktion abgeleitet wird, gleich dem gesamtwirtschaftlichen Arbeitsangebot ist. In neoklassisch orientierten Modellen (Monetarismus) wird grundsätzlich unterstellt, dass das Gleichgewicht aurcn Lonnsarzveranaerungen wieaernerge- stellt wird und damit Nachfrageschocks nicht zu Produktions- und Beschäftigungsschwankungen führen können (Fix-Mengen-Mo- dell), während keynesianische Ansätze davon ausgehen, dass der Lohnsatz kurzfristig zumindest nach unten inflexibel ist und damit über längere Anpassungsprozesse ein Überschussangebot auf dem Arbeitsmarkt herrschen kann (Fix-Lohn-Modell). Wertpa- pierangebots- (bA) und -nachfragefunktionen ergeben sich aufgrund der Adding-up-Restriktion automatisch aus der Summe der vorher formulierten Funktionen. Zusätzliche Modifikationen dieses Grundmodelles ergeben sich in der Ungleichgewichtstheorie, in der Preisanpassungen auf Güter- und Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden und deshalb Ausstrahlungseffekte von (nicht-befriedigter) Überschussnachfrage auf andere Märkte berücksichtigt werden müssen. Die Neue Klassische Makroökonomik schliesslich variiert Angebots- und Nachfragefunktionen durch die explizite Einführung eines Risikos in Verbindung mit rationaler Erwartungsbildung. Sie kann damit (vorübergehende) Beschäftigungs- und Produktionsschwankungen (Konjunkturtheorien) als Folge von Nachfrageschocks auch bei Wirksamkeit des walrasianischen Anpassungsmechanismus auf allen Märkten erklären. Mit Hilfe einer Stabilitätsanalyse kann untersucht werden, ob es Anpassungsprozesse gibt, die nach einem exogenen Schock zu einem neuen Gleichgewicht hinführen (stabiles Gleichgewicht) oder von ihm wegführen (labiles Gleichgewicht).

Literatur: Fuhrmann, W, Makroökonomik, 3.  Aufl., München, Wien 1991. Richter, R./Schlie- per, U.1Friedmann, W" Makroökonomik, 4. Aufl., Berlin u.a. 1981.

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