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Marktstruktur

Die Typisierung des Marktes auf der Grundlage der Anzahl der Anbieter, Verbraucher sowie der Homogenität oder Heterogenität der auf dem Markt gehandelten Waren. Die folgenden Marktformen können unterschieden werden: Monopol, Monopson, homogenes und heterogenes Oligopol, Oligopson, monopolistischer Wettbewerb (heterogenes Polypol), vollständiger (freier) Wettbewerb (homogenes Polypol) sowie Polypson.

Märkte sind durch Struktur- und Wirkungskomponenten gekennzeichnet (Markwirkung). Die Struktur eines Marktes entsteht durch das Gefüge der Anbieter und Nachfrager. Die Vielfalt der bestehenden Märkte kann nach unterschiedlichen Kriterien differenziert werden (vgl. Tietz 1993b, S. llOff.), z.B. nach

- der Zahl der Anbieter (Marfef/ormen)

- den Reaktionsweisen der Marktpartner (Jnjfin’scher Koeffizient)

- dem Verhalten der Marktpartner (Markverhaltensweisen)

- der Art der Markseitenwrhältnisse.

Neben diesen klassischen Differenzierungen stehen die Gliederungen nach

- güterbezogenen Merkmalen (z.B. Dienstleistungsmärkte, Investitionsgütermärkte, Konsumgütermärkte)

- räumlichen Merkmalen (z.B. lokaler Markt, regionaler Markt, nationaler Markt, internationaler Markt)

- abnehmerbezogenen Merkmalen.

Zusammensetzung eines Bankenmarkts aus Anbietern und Nachfragern, ihr Zusammenwirken und das sonstige Gefüge des Markts.

(market structure) Gesamtheit jener Grössen, die das Marktverhalten der Unternehmen eines relevanten Marktes bestimmen, diesen als Datum vorgegeben sind, also von der einzelnen Firma nicht fühlbar beeinflusst werden können, und für die sich geltend machen lässt, dass sie zumindest auf kurze und mittlere Sicht weitgehend konstant sind. Wichtige Elemente der Marktstruktur sind die Zahl der Anbieter und Nachfrager, die Höhe und Streuung der Marktanteile, die Verflechtung der Anbieter eines Marktes mit Unternehmen vor- oder nachgelagerter Stufen, der Diversifikationsgrad, die Art der Produktionstechnologie, die Höhe sog. Markt- zutrittsschranken und die Marktphase. Die Anzahl der Anbieter und Nachfrager sowie die Höhe und Streuung der Marktanteile werden i.d.R. herangezogen, um das Ausmass horizontaler Unternehmenskonzentration des betrachteten Marktes zu bestimmen. Das Strukturmerkmal Verflechtung mit vor- oder nachgelagerten Stufen dient der Erfassung vertikaler Unternehmenskonzentration. Der Diversifikatonsgrad kann Aufschluss darüber geben, ob auf dem analysierten Markt Anbieter tätig sind, die als Konglomerate mehrere Märkte bedienen, auf denen möglicherweise sehr unterschiedliche Erzeugnisse angeboten werden. Über Ursachen der Unternehmenskonzentration können die Strukturdaten "Art der Produktionstechnologie" (Relevanz sog. Skaleneffekte) und "Höhe der Marktzu- trittsschranken" Aufschluss geben. So kann etwa die für einen Markt zu beobachtende Dominanz einer geringen Anzahl sehr grosser Unternehmen dadurch zu erklären sein, dass hier Massenproduktionsvorteile von erheblichem Gewicht gegeben sind. Hohe Markt- zutrittsschranken können zur Folge haben, dass der Markteintritt neuer Anbieter unterbleibt. Die Folge wird ein im Zeitablauf ansteigender Konzentrationsgrad sein, weil die Abnahme der Anbieterzahl, zu der es durch Unternehmenszusammenschlüsse und Marktaustritte kommt, nicht durch das Auftreten sog. "newcomers" ausgeglichen wird. Auch entfällt bei hohen Marktzutritts- schranken die Bedrohung der etablierten Anbieter eines Marktes durch potentielle Konkurrenten. Die Höhe der Marktzutritts- schranken variiert erfahrungsgemäss mit der jeweils durchmessenen Marktphase, die auch für die Art der vorherrschenden Produktionstechnologie, für den Diversifikationsgrad und für das Ausmass an Produktdifferenzierung bedeutsam ist. Der Versuch, aus der Analyse der Marktstruktur zu gesicherten Aussagen darüber zu gelangen, ob der Wettbewerb auf dem betrachteten Markt "wirksam" oder "funktionsfähig" ist, wird als Marktstrukturtest bezeichnet. Das damit gewählte Vorgehen ist nicht unproblematisch. Eine bestimmte Marktstruktur lässt zwar Vermutungen über das Marktverhalten zu, die sich bei einer empirischen Überprüfung häufig sogar als begründet erweisen mögen. Doch ist die Art dieser Abhängigkeiten nicht so eindeutig, die Strenge dieser Beziehungen nicht so stark, dass eine bestimmte Kombination von Strukturmerkmalen nur eine Art von Wettbewerbsverhalten zuliesse. Gelockert wird der hier bestehende Zusammenhang vor allem dadurch, dass für das Wettbewerbsgeschehen auch eine Vielzahl von Faktoren von Bedeutung ist, die mit den üblichen Kriterien der Marktstruktur nur unzulänglich oder überhaupt nicht erfasst werden, obwohl sie gleichermassen als Mikro- und als Makrodaten von erheblicher Relevanz sein können. Beispiele derartiger Mikrodaten sind die bei den Unternehmen des betrachteten Marktes vorherrschende Rechtsform, Vereinbarungen oder gesetzliche Vorschriften zur Mitbestimmung oder zur Erfolgsbeteiligung der Arbeitnehmer, Organisationsstruktur und Führungsstil sowie der Einfluss "grosser" Unternehmerpersönlichkeiten. Als Makrodaten können von Bedeutung sein: Bestimmungen zum Umweltschutz, Sicherheitsnormen, Vorschriften des Steuer-, Arznei- und Lebensmittelrechts, Stärke und Relevanz konjunktureller Schwankungen, Art und Ausmass konjunkturpolitischer Aktivität, Umfang staatlicher Subventionen und Kriterien ihrer Vergabe, Gewerkschaftsverhalten, Grad des Protektionismus, Relevanz und Formen der Exportförderung, Umfang und Ausgestaltung der Entwicklungshilfe, Ausgestaltung des Systems sozialer Sicherung, Massnahmen zur Förderung der Mobilität, zur Steigerung der Qualifikation und zur Erhöhung der Erwerbsquote u. a. m. Empirische Studien zur Wettbewerbssituation einzelner Branchen und Märkte vermögen die hier jeweils relevanten Elemente der Marktstruktur und die zur Ergänzung heranzuziehenden Mikro- und Makrodaten zumeist nur unvollständig zu erfassen; auch sind ihre Gewichtung und die Art ihres Einflusses auf das Marktverhalten vielfach nur durch Mutmassen und grobe Plausibilitätsüberlegungen zu bestimmen. Dennoch ist die Analyse der Marktstruktur ein Ansatz, von dem in der Praxis der Wettbewerbspolitik und hier vor allem im Rahmen der Zusammenschlusskontrolle regelmässig Gebrauch gemacht wird.                        Literatur: Böbel, Wettbewerb und Industriestruktur, Berlin 1984. Oberender, P. (Hrsg.), Marktstruktur und Wettbewerb in der Bundesrepublik Deutschland, München 1984. Oberender; P. (Hrsg.), Marktökonomie, München 1989. Scherer, F. M., Industrial Market Structure and Economic Performance, 3. Aufl., Dallas 1990.

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