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Geschlossene Kostenträgererfolgsrechnung

Sie ist eine Organisationsform des Umsatzkostenverfahrens und dient der kurzfristigen Erfolgsrechnung. Ihre Durchführung erfolgt auf der Basis von Grenzkosten. Als geschlossen wird diese Art der Kostenträgererfolgsrechnung deshalb bezeichnet, weil ihr eine kalkulatorische Bestandsrechnung vorgeschaltet ist, die mit den Ergebnissen der Kostenkontrolle abgestimmt ist.

1. Betriebsleistungsrechnung: Erster Schritt: Die Sollgrenzherstellkosten der Istproduktion sind zu ermitteln durch Multiplikation der produzierten Stücke mit ihren Plangrenzherstellkosten, entsprechend den Werten der Plankalkulation. Zweiter Schritt: Die Verteilung der Abweichungen einer Abrechnungsperiode erfolgt nach dem Kostenverursachungsprinzip. Die verursachungsgerecht zurechenbaren Abweichungen sind zu den Sollgrenzherstellkosten zu addieren, um die Istgrenzherstellkosten der Istproduktion, nach Produktarten differenziert, zu erhalten. Andere Abweichungen werden, wenn man darauf verzichtet, sie in der Kostenträgererfolgsrechnung den Produkten zuzurechnen, en bloc in die Erfolgsrechnung übernommen.

2. Kalkulatorische Bestandsrechnung: Im Anschluß an die Betriebsleistungsrechnung wird eine kalkulatorische Bestandsrechnung durchgeführt. Die Summe der Herstellkosten einer Periode zuzüglich des Anfangsbestandes und abzüglich der Herstellkosten der verkauften Produkte ergibt den bewerteten Endbestand. Da dieser Bestand nur rechnerisch ermittelt ist, muß mindestens einmal im Jahr eine Inventur erfolgen. Auftretende Inventurdifferenzen werden am Jahresende in das Betriebsergebnis ausgebucht.

3. Erfolgskontrolle: Bei der Erfolgskontrolle werden Kosten und Erlöse, differenziert nach einzelnen Produkten, gegenübergestellt. Die Istgrenzselbstkosten der Absatzleistung werden folgendermaßen erfaßt: Sollgrenzherstellkosten der verkauften Produkte plus zugehörige Herstellkostenabweichungen ergeben Istgrenzherstellkosten. Istgrenzherstellkosten plus Sollgrenzkosten der Verwaltungs- und Vertriebskostenstellen plus Soll-Sondereinzelkosten des Vertriebs ergeben Sollgrenzselbstkosten der verkauften Erzeugnisse. Sollgrenzselbstkosten plus Abweichungen der Verwaltungs- und Vertriebskosten-stellen und der Sondereinzelkosten des Vertriebes ergeben Istgrenzselbstkosten der verkauften Erzeugnisse. Die Erlöse werden kontrolliert, indem für alle Produkte Planpreise ermittelt werden. Die Gegenüberstellung der verkauften Mengen, bewertet zu Planpreisen bzw. zu Istpreisen, ergibt die Erlösabweichungen. Die Ist-Deckungsbeiträge errechnen sich wie folgt: Sollerlöse ./. Sollgrenzselbstkosten + / Erlösabweichungen + / Kostenabweichungen ergeben Ist-Deckungsbeiträge der Erzeugnisse bzw. -gruppen. Zur Auswertung der Erfolgskontrolle empfiehlt es sich, Deckungsbeitragsprozentsätze zu ermitteln (auf die Grenzselbstkosten oder die Erlöse bezogen), den seit Jahresbeginn angefallenen Deckungsbeitrag auszuweisen und die Dekkungsbeiträge des entsprechenden Vorjahresmonats für Vergleichszwecke anzugeben. Je nach Fertigungsprogramm wird die Erfolgskontrolle für jedes Produkt oder für Produktgruppen durchgeführt. Bringt man von den Ist-Dekkungsbeiträgen die fixen Kosten und die direkt auf das Betriebsergebnis verrechneten Abweichungen in Abzug, erhält man den Betriebsgewinn. Die geschlossene Kostenträgererfolgsrechnung kann im System der doppelten Buchführung oder statistisch durchgeführt werden. Letztere Methode ist übersichtlicher und bietet sich besser für die elektronische Datenverarbeitung an.

Vorteile: laufende Abstimmung der Selbstkosten der Verkaufsleitung mit allen Bereichen der Kostenrechnung; die mit der genauen bestandsmäßigen Begrenzung verbundene Verteilung der zu den lagernden Beständen gehörenden bzw. der Verkaufsleitung zuzurechnenden Herstellkostenabweichungen. Nachteile: sehr kompliziert und aufwendig. Einfacher ist die nicht geschlossene Kostenträgererfolgsrechnung (Artikelergebnisrechnung) (siehe auch Kostenträgererfolgsrechnung). (Vgl. Kilger)

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