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Konsumerismus

ist eine Verbraucherbewegung, die ihren Ursprung in den USA hat. Ihrer Entstehung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Konsumentensouveränität mitunter stark herabgesetzt bzw. durch die Produzenten stark beschnitten ist. Durch den Konsumerismus wird die Forderung erhoben, daß die Position des Käufers gegenüber den Produzenten gestärkt wird. Dies soll durch Verbraucherorganisationen erreicht werden, die Information, Marktüberblick, preisbewußtes Handeln usw. der Konsumenten fordern sowie durch Vertreten der Konsumenten gegenüber den Herstellern für die Beseitigung umweltschädlicher Produkte und Produktionsverfahren, gegen Herabsetzung des Wettbewerbs usw. eintreten sollen. Siehe auch Verbraucherzentrale, Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher.

Der Konsumerismus ist eine gesellschaftliche Bewegung mit dem Ziel, die Konsumenteninteressen besser gegenüber den Anbietern durchzusetzen. Er vertritt eine Konzeption zur verstärkten Orientierung der Wirtschaft am Konsumenten. Die Bewegung entstand mit zunehmendem Selbstbewusstsein der Konsumenten und der Einschätzung, dass die Interessen der Konsumenten bisher nur unzureichend wahrgenommen wurden (vgl. Kotler/Blie-mel, 2001, S. 313f.).

Der Konsumerismus umfasst den Verbraucherschutz und den Bereich der Verbraucherinformation (Verbraucherpolitik); er entwickelt dort teilweise bewusst ein Antimarketing bzw. Demarketing (Kontramarketing) und erhebt Forderungen nach weitgehenden gesellschaftlichen Veränderungen (vgl. Tietz, 1993b, S. 103f.).

Der Konsumerismus stellt häufig die negativen Wirkungen des Marketing auf die Gesellschaft in den Mittelpunkt seiner Angriffe. Kritik wird hauptsächlich an den Manipulationsmöglichkeiten und -techniken (Irreführung) des Marketing geübt. Weiterhin wird ein Transparenz-und Machtdefizit der Konsumenten gegenüber den Produzenten beklagt. Angegriffen werden ferner verbreitete Konsumnormen (z.B. Prestigekonsum, Anspruchsinflation).

Die Vertreter des Konsumerismus stellen an die Unternehmen z.B. Forderungen nach sinnvollen Produktinformationen, zweckmäßiger Verpackung und intensiver Beschäftigung mit den Erwartungen und Auffassungen der Verbraucher. Weiterhin werden Forderungen an den Staat erhoben, z.B. nach Setzung von Rechtsnormen und Maßnahmen gegenüber fragwürdigen Produkten und Marketingmaßnahmen sowie Verboten von Werbung für gesundheitsschädliche Produkte. Gefordert wird auch die Einrichtung von unabhängigen Institutionen, so Instituten zur Durchführung von Warentests. Insgesamt werden Forderungen nach verstärkter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte erhoben (Marketing, soziales; Marketing, ökologisches).

soziale Bewegung, die die rechtliche und wirtschaftliche Position der Verbraucher gegenüber Herstellern und Handel zu stärken sucht. Mittel und Wege sind Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten des Verbrauchers ( Verbraucherschutz), Einwirkung auf die öffentliche Meinung, auf Parteien und den Gesetzgeber, Boykottaktionen u. ä. Der Konsumerismus ist vor allem eine amerikanische Erscheinung. Die letzte grosse Kon- sumerismuswelle erreichte ihren Höhepunkt Ende der 60er Jahre. Sie wurde ausgelöst und gefördert durch die anhaltende Inflation, durch die Proklamation von Präsident John F. Kennedy zu den Verbraucherrechten (1962), durch Publikationen wie "The Affluent Society" (John K. Galbraith, 1958) und "The Hidden Persuaders" (Vance Packard, 1957) sowie durch die Aktivitäten von "Verbraucheranwälten" wie Ralph Nader. In der Bundesrepublik Deutschland gab es zwar gewisse Anzeichen für eine ähnliche Entwicklung, von einem "Überschwappen" des amerikanischen Konsumerismus kann aber keine Rede sein ( Verbraucherpolitik).

(= consumerism) bezeichnet i.e.S. die soziale Bewegung der Verbraucher in den USA mit dem Ziel, ihre Interessen gegenüber privaten, aber auch öffentlichen Anbietern mittels medienwirksamer Aktionen, Boykotts oder Mobilisierung des Gesetzgebers durchzusetzen. I.w.S. umfaßt der Begriff alle Aktivitäten von staatlichen Institutionen, unabhängigen Organisationen oder Unternehmen zum Schutz der Verbraucher vor sie beeinträchtigenden Praktiken der Anbieter. Als soziale Bewegung hat der Konsumerismus in den USA v.a. zu Anfang des 20. Jh., während der 30er Jahre und in der Zeit von etwa 1960-1980 erhebliche gesellschaftspolitische Bedeutung erlangt. Die jüngste Verbraucherbewegung erhielt Anstöße von Autoren wie John K. GALBRAITH und Vance PACKARD, welche die unternehmerische Praxis kritisch analysierten, durch das öffentlichkeitswirksame Auftreten des Verbraucheranwalts Ralph NADER und durch das Eintreten der obersten politischen Führung für verbraucherpolitische Ziele. Als besonders einflugreich für den Konsumerismus und die internationale Verbraucherpolitik erwiesen sich die von John F. KENNEDY 1962 proklamierten Verbraucherrechte (Recht auf Sicherheit, Recht auf Information, Recht auf Auswahl, Recht auf Anhörung). Die Verbraucherbewegung in den 60er und 70er Jahren war v.a. darauf gerichtet, die proklamierten Rechte durch Maßnahmen der staatlichen - Regulierung zu erreichen. Eine Fülle gesetzgeberischer Maßnahmen zum Schutz des Verbrauchers vor gesundheitlichen, materiellen und immateriellen Schäden, zur Verbesserung seiner informatorischen Grundlagen und zur Stärkung seiner Rechtsposition belegen den Erfolg des Konsumerismus. Darüber hinaus erreichte die Bewegung verschiedene Formen einer Institutionalisierung des Verbraucherschutzes in der staatlichen Administration und veranlaßte eine Vielzahl von privaten Großunternehmen zur Errichtung von speziellen organisatorischen Einheiten für verbraucherpolitische Belange (Verbraucherabteilungen; consumer affairs departments). Aufgrund dieser Erfolge, aber auch infolge eines veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Klimas in den USA, verliert der Konsumerismus seit Ende der 70er Jahre an Dynamik und an öffentlichem Interesse. Eine Reihe von verbraucherschützenden Maßnahmen wurde im Zuge einer auf - Deregulierung angelegten Politik zurückgenommen. Bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung des Konsumerismus sind im Zeitablauf Erweiterungen und Schwerpunktverlagerungen festzustellen. Die herkömmliche, auf optimale Preis-Qualität-Relationen ausgerichtete Perspektive (pocketbook consumerism) behält zwar angesichts eines verarmenden Bevölkerungssegments ihre Aktualität. Darüber hinaus gewinnen aber Aspekte des - Umweltschutzes, der kollektiven Versorgung mit öffentlichen Gütern, v.a. mit Leistungen des Gesundheitssystems (Gesundheitsökonomik) und des kommunalen Personentransports sowie Fragen eines politisch, ökologisch und sozial verantwortlichen Konsums an Bedeutung. Literatur: Bloom, P.N., Smith, R.B. (1984). Aaker, D.A., Day, G.S. (1982)

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