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Preismechanismus

Mechanismus zur Lösung von Allokationsproblemen im Modell einer dezentral organisierten Volkswirtschaft. (1)     Durch den Preismechanismus wird bestimmt, welche Güter produziert werden. Befinden sich die Preise zweier Güter A und B im Gleichgewicht, und kommt es nun zu einer Mehrnachfrage nach Gut A und einem Nachfragerückgang bei Gut B, so resultieren daraus kurzfristig (falls die Angebotsfunktion nicht völlig elastisch ist) ein Preisanstieg bei Gut A und eine Preissenkung bei Gut B. Dadurch steigt der Gewinn des Produzenten von Gut A über das Normalniveau, während der Gewinn des Produzenten von Gut B unter dieses Niveau absinkt. Längerfristig besteht damit für die Produktivkräfte ein Anreiz, aus dem weniger rentablen in den lukrativeren Produktionszweig überzuwechseln. Durch eine Erweiterung bestehender Unternehmen und den Marktzutritt neuer Unternehmen kommt es zu einer Erhöhung des Angebots, wodurch weitere Anpassungsprozesse ausgelöst werden, bis schliesslich Preise und Gewinne bei allen Gütern wieder das Normalniveau erreicht haben. (2)     Der Preiswettbewerb zwingt die Produzenten zur Wahl der kostengünstigsten Produktionsmethode. Anbieter eines bestimmten Gutes, die kostenungünstiger als ihre Konkurrenten arbeiten, müssen langfristig aus dem Markt ausscheiden, da der Preis die langfristigen Stückkosten nicht abdeckt und deshalb keine Gewinne mehr erzielt werden können. (3)     Die Faktorpreise bestimmen schliesslich die Verteilung des Produktionsergebnisses. Gemäss der  Grenzproduktivitätstheorie der Verteilung wird ein Produktionsfaktor mit seinem Grenzprodukt entlohnt. Unter der Annahme einer linearhomogenen Produktionsfunktion besagt das Eulersche Theorem, dass das Produktionsergebnis gerade ausreicht, um die Produktionsfaktoren gemäss diesem Prinzip zu entlohnen.           

Markt

Steuerungsmechanismus zur Lösung der Probleme der - Allokation im Modell einer dezentralisierten Volkswirtschaft. a) Durch den Preismechanismus wird bestimmt, was produziert wird. Geht man davon aus, dass für zwei beliebige Güter A und B ein Gleichgewichtspreis am jeweiligen Markt realisiert wird, und kommt es nun zu einer Mehrnachfrage nach Gut A und einer Mindernachfrage nach Gut B, so hat dies kurzfristig (bei nicht völlig elastischen Angebotsfunktionen) einen Preisanstieg von Gut A und eine Preissenkung von Gut B zur Folge. Dies wirkt sich auf die Gewinnsituation der betroffenen Unternehmen derart aus, dass der Gewinn des Produzenten von Gut A über das »Normalniveau« (angemessener Unternehmerlohn plus Kapitalverzinsung) steigt und der Gewinn des Produzenten von Gut B unter das Normalniveau sinkt. Längerfristig ergibt sich daraus ein Anreiz zur Abwanderung von Ressourcen aus dem schlechterverdienenden in den besserverdienenden Industriezweig. In der begünstigten Branche kommt es damit zu einer Erweiterung bestehender und einem Marktzutritt neuer Unternehmen mit der Folge einer Erhöhung des Angebots. Dadurch werden weitere Anpassungsprozesse ausgelöst, die ein Ende finden, wenn die Gewinne der betroffenen Unternehmen wieder ihr Normalniveau erreicht haben. b) Der - Preiswettbewerb zwingt die Anbieter zur Wahl der kostengünstigsten Produktionsform, d.h., er bestimmt, wie produziert wird. Produzenten eines bestimmten Gutes, die kostenungünstiger arbeiten als ihre Mitanbieter, müssen langfristig aus dem betreffenden Markt ausscheiden, da der Preis unter ihrem langfristigen Stückkostenminimum und ihr Gewinn damit unter dem angemessenen Branchenniveau liegt. c) Die Verteilung des Produktionsergebnisses wird durch die Faktorpreise gesteuert. Diese sind gemäss der Grenzproduktivitätstheorie der Verteilung so bestimmt, dass der Lohn eines Produktionsfaktors seinem Grenzprodukt entspricht. Bei linear-homogener Produktionsfunktion bedeutet dies nach dem - EULERschen Theorem, dass das Produktionsergebnis durch die Produktionsfaktoren gerade ausgeschöpft wird. Es ist ein wichtiges Ergebnis der - Wohlfahrtsökonomik, dass der Preismechanismus in einer vollständig dezentralisierten Volkswirtschaft unter bestimmten Voraussetzungen zu einem - PARETO-Optimum führt. Sind die Voraussetzungen des Modells der - vollständigen Konkurrenz nicht erfüllt, bleiben die Marktresultate vom Optimum mehr oder weniger weit entfernt. Man spricht dann vom Versagen des Preismechanismus oder vom -) Marktversagen. Gründe für das Versagen des Preismechanismus können Monopolstellungen auf einzelnen Märkten (Nachfragemonopol), Extemalitäten, öffentliche Güter, unvollständige Information (Informationskosten) und Transaktionskosten sein. Im einzelnen werden folgende Voraussetzungen für optimale Funktionsfähigkeit des Preismechanismus gemacht: a) Der Einfluss des einzelnen Marktteilnehmers ist so gering, dass er sich als Mengenanpasser verhalten muß. Dies bedeutet, dass die Zahl der Anbieter und Nachfrager gross und ihr jeweiliger Marktanteil gering ist. Eine derartige atomistische Marktstruktur ist in modernen Volkswirtschaften jedoch nicht gegeben. Typische Marktformen sind vielmehr jene der monopolistischen Konkurrenz, des - Angebotsoligopols und des bilateralen Monopols (Beispiel: Arbeitsmarkt). b) Die Homogenitätsbedingung für Güter besagt, dass keinerlei Präferenzen sachlicher, zeitlicher, räumlicher und persönlicher Art existieren. Das Modell abstrahiert damit von den Möglichkeiten der Produktdifferenzierung, unterschiedlichen Lieferfristen, Transportkosten und persönlichen Bindungen zwischen Käufer und Verkäufer, Erscheinungen, die im Wirtschaftsleben häufig beobachtet werden können. c) Es wird unterstellt, dass die Anbieter ihre eigenen Produktionsfunktionen und die Nachfrager ihre eigenen Bedürfnisstrukturen kennen und dass die Marktteilnehmer vollständige Informationen über die zustande gekommenen Preise besitzen (Markttransparenz). d) In langfristiger Betrachtung bestehen keine Beschränkungen für den Marktzutritt in rechtlich-institutioneller oder ökonomischer Hinsicht. Literatur: Varian, H.R. (1994). Herberg, H. (1989). Ott, A.E. (1986)

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