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Zahlungsbilanztheorie

erklärt Veränderungen in der Zahlungsbilanz und bietet eine Analyse der wirtschaftspolitischen Instrumente zum Zahlungsbilanzausgleich. Zur Analyse der Veränderung der Zahlungsbilanz sind vor allem folgende Variablen herangezogen worden: Z = f (w, P, Y, M, i) Dabei stehen Z für Zahlungsbilanzsaldo (als Leistungsbilanzsaldo i. e. S. oder Aussenbeitrag), w für Wechselkurs, P für Preisniveau, Y für Volkseinkommen, M für Geldmenge und i für Zinssatz. Die Darstellung dieser Zusammenhänge in der obigen Gleichung ist ziemlich vereinfachend. In der Regel wird es zwischen den Variablen interdependente Beziehungen geben, d. h. die Kausalität kann in beide Richtungen gehen. Wegen der komplexen Zusammenhänge wird bei der Analyse meist mit der Ceteris-paribus-Bedingung gearbeitet. Es wird entweder öZlöw (Einfluss des Wechselkurses auf den Zahlungsbilanzsaldo) oder 6Z/61) (Einfluss des Preisniveaus im Inland und Ausland) oder ÖZ/bM (Einfluss von Geldmengenänderungen) oder öZlöi (Einfluss von Zinsänderungen) untersucht. Die anderen Variablen werden dann jeweils konstant gehalten. In obiger Gleichung gibt es die folgende definitorische Beziehung zwischen dem Wechselkurs und dem Preisniveau im Inland und im Ausland: wobei e für das internationale Preisverhältnis, PA und PI für das ausländische bzw. inländische Preisniveau stehen. Der Wechselkurs (in Preisnotierung) gibt den Preis einer ausländischen Währungseinheit in inländischer Währung wieder. Nach der Kaufkraftparitätentheorie muss sich der Wert von e um Eins bewegen. Der Wechselkurs entspricht dann ungefähr dem Verhältnis der beiden Preisniveaus. Werden die übrigen Variablen aus der ersten Gleichung konstant gehalten, ergibt sich dann: Aus dieser Gleichung wird ersichtlich, dass Preisveränderungen und Wechselkursänderungen wirtschaftspolitische Alternativen zur Beeinflussung der Zahlungsbilanz darstellen. Die Sicht hZ/bw ist vor allem Gegenstand des sog. Elastizitätsansatzes. Die Veränderung des Leistungsbilanzsaldos wird auf die durch die Wechselkursänderung hervorgerufenen Reaktionen bei Exporten und Importen zurückgeführt. Die Voraussetzungen für eine "normale" Reaktion der Leistungsbilanz werden bei einem völlig elastischen Angebot durch die Marshall-Lerner-Bedingung und bei einem beschränkt elastischen Angebot durch die Robinson-Bedingung angegeben. Die Kritik am Elastizitätsansatz richtet sich vor allem gegen seine partialanalytische Natur. Partialanalyse könne wohl für einzelne Märkte akzeptiert werden, nicht aber für die Gesamtheit von Exporten und Importen, die voneinander nicht unabhängig sein können. Die Perspektive hZ/ÖP bzw. ÖZ/8M zeigt sich im Geldmengen-Preis-Mechanismus. Während danach der Leistungsbilanzsaldo als eine Funktion der relativen Preise zu sehen ist, wird beim Einkommensmechanismus (SZ/ ÖY) nur die Einkommensabhängigkeit von Importen und Exporten in den Vordergrund gestellt. In der Einkommenstheorie der Zahlungsbilanz werden in der einfachsten Form keynesianische Modelle verwendet, in denen bei Annahme freier Produktionskapazitäten der Volkswirtschaft Preis- und Zinseffekte vernachlässigt werden können. Die diesem Ansatz verwandte —Absorptionstheorie ist insofern allgemeiner, als sie auch für die Vollbeschäftigungssituation gilt. Die moderne monetäre Theorie der Zahlungsbilanz stellt eine Erweiterung der Absorptionstheorie dar. Es wird nicht mehr angenommen, die Geldversorgung sei immer so elastisch, dass eine Variation des Sozialprodukts ohne Zinsänderungen möglich ist. Die explizite Berücksichtigung des Zinses und der Geldmenge ergibt Zusammenhänge dieser Variablen mit den Investitionen und dem internationalen Kapitalverkehr.            Literatur: Jarchow, H.-PRühmann, P., Monetäre Aussenwirtschaft, Bd. I, 3. Aufl., Göttingen 1991. Konrad, A., Zahlungsbilanztheorie und Zahlungsbilanzpolitik, München 1979. Rose, K., Theorie der Aussenwirtschaft, 10. Aufl., München 1989.

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