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Agrarstruktur

kennzeichnet die im Agrarsektor herrschenden Beziehungen zwischen Produktion und Faktoreinsatz bzw. das Verhältnis der Faktoreinsatzmengen zueinander. Über die Agrarstruktur eines Landes informieren somit u. a.: •   Betriebsgrössenstruktur, •   Eigentumsverhältnisse (Pacht), •   Faktoreinsatzverhältnisse (insb. durch die Flächenausstattung pro landwirtschaftliche Arbeitskraft oder durch den Kapitaleinsatz je Arbeitskraft oder je Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche), •   Flurzersplitterung (Flurbereinigung), •   die Relation von Eigen- zu Fremdkapital, •   Formen der Bodennutzung bzw. Viehhaltung, •   die Formen der Vermarktung von Agrarprodukten. Die Agrarstruktur weist zwischen einzelnen Ländern und sogar innerhalb der Bundesrepublik erhebliche Unterschiede auf. Teilweise liegt dies an verschiedenartigen natürlichen und wirtschaftlichen Standortfaktoren. Wo z. B. naturbedingt die Flächenerträge relativ gering sind oder witterungsbedingt sehr stark schwanken, wie z.B. in Australien, muss die Flächenausstattung je Arbeitskraft relativ grösser sein als in naturbegünstigten Regionen, wie z.B. in der Bundesrepublik. Die Ausprägung der Agrarstruktur zu einem bestimmten Zeitpunkt ist aber auch stark beeinflusst von der gegenwärtigen und vergangenen Agrarpolitik, von Erbgesetzen (Realteilung in Süddeutschland, Anerbenrecht in Norddeutschland), von dem Mobilitätsverhalten der Landwirte und der staatlicher Bodenpolitik (Pacht- und Grundstücksverkehrsgesetze). In einer Marktwirtschaft ist die Agrarstruktur einem ständigen Wandel unterworfen. Änderung der Faktorpreisrelationen - steigende Löhne und weniger steigende Kapitalkosten - erfordern in allen Sektoren eine Anpassung. Der Wandel der Agrarstruktur wird darüber hinaus noch durch den technischen Fortschritt gefördert. Die Agrarstruktur hat sich in dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik in der Nachkriegszeit sehr unterschiedlich entwickelt. In en neuen Bundesländern wurde zunächst über eine Zerschlagung der Grossbetriebe und späterer Bildung von landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften eine grossbetriebliche Landwirtschaft geschaffen. Die Spezialisierung zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben, die Organisationsform und die zu grossen Betriebsgrössen trugen neben den allgemeinen Gründen einer ineffizienten Produktion in den ehemaligen sozialistischen Ländern zu Effizienzverlusten bei. In den alten Bundesländern hat sich die Agrarstruktur zwar auch stark gewandelt (vgl. Tab.). Dennoch ist die gegenwärtige Agrarstruktur in den alten Bundesländern aus gesamtwirtschaftlicher Sicht nicht optimal. Gemessen an effizienten Produktionsstrukturen werden sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern zu viele Arbeitskräfte beschäftigt. Es ist aber zu erwarten, dass das Strukturproblem in den neuen Bundesländern sehr viel schneller gelöst werden wird als in den alten Bundesländern.                 

stellt das in Gliederungs- und/oder Beziehungszahlen statistisch erfaßbare Verhältnis der technischen (z.B. landwirtschaftliche Betriebe, Produktionsfaktoren, Kultur-, Frucht-, Tierarten usw.), ökonomischen (z.B. landwirtschaftliche Unternehmungen, Faktorentlohnung usw.) und sozialen Strukturelemente (z.B. Arbeitsverhältnisse, -bedingungen, soziale Leistungen, Ausbildung usw.) im agraren Bereich dar. Mit zunehmender Entwicklung der Statistik ist es möglich, die Agrarstruktur einzelner Regionen oder Länder immer genauer darzustellen. Die Agrarstruktur ist das Ergebnis natürlicher wie sozialökonomischer und politischer Einflüsse auf die Gestaltung der Landwirtschaft. Die Strukturdaten bilden die Grundlage für die Darstellung der Lage der Landwirtschaft, und ihre zeitliche Veränderung zeigt deren Entwicklung an. Bedingt durch den relativ fixen Rahmen, welchen die  Agrarverfaccnno cetvt und die hrerhränktn Mnhilität der Produktionsfaktoren Boden und Arbeit ist die Agrarstruktur relativ stabil und nur langsam wandelbar. Daraus ergeben sich Anpassungsprobleme in Perioden schneller allgemeiner wirtschaftlicher Entwicklung. Die weniger flexible Agrarstruktur weist deshalb Strukturmängel auf, deren Beseitigung Strukturverbesserungen erforderlich machen.
Agrarstruktur Die Agrarstruktur der westeuropäischen Länder ist gekennzeichnet durch relativ kleine Betriebseinheiten, eine starke Zersplitterung der Flur und einen relativ hohen Arbeitskräftebesatz, durch das Vorherrschen relativ niedriger Arbeitseinkommen, eine starke Zersplitterung des Angebots landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie der Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produktionsmitteln und durch eine starke regionale Differenzierung. Es handelt sich um die Struktur einer bäuerlichen Landwirtschaft, die nicht nur im nichtsozialistischen Europa und Polen, sondern auch in Afrika, im Nahen Osten, Süd- und Südostasien und in den meisten Ländern Lateinamerikas vorherrscht. Ähnlich ausgestaltet ist die Struktur der Farmer-Landwirtschaft in England und Nordamerika, wenn auch dort größere Dimensionen vorherrschen. Ein ganz anderes Bild bietet die Struktur der kollektivistischen Landwirtschaft. Die Entwicklung der Agrarstruktur in der Bundesrepublik Deutschland ist gekennzeichnet durch ein allmähliches Absinken der Zahl der Kleinbetriebe und Anwachsen der Zahl der größeren Betriebe, eine Verringerung der Zahl der Arbeitskräfte, insbesondere der Fremdarbeitskräfte, eine zunehmende Kapitalintensität, Rückgang der Parzellierung und der Steigerung der Arbeitsproduktivität. Dieser Strukturwandel vollzieht sich unter dem Einfluss des vom wachstumsbedingten Strukturwandel der Volkswirtschaft ausgehenden Anpassungsdruckes und von Agrarverfassungs- und Agrarstrukturpolitik und legt Zeugnis von deren Effizienz ab. Der Zusammenhang zwischen Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft und Höhe der landwirtschaftlichen Einkommen und der Agrarstruktur wird heute allgemein anerkannt. Daraus ergibt sich der hohe Stellenwert, der der Agrarstrukturpolitik im Rahmen der - > Agrarpolitik eingeräumt wird. Nach Überwindung der deutschen Teilung ergibt sich für die Bundesrepublik Deutschland eine besondere Situation dadurch, dass die Agrarstruktur der neuen Länder geprägt ist durch eine relativ umfangreiche Flächenausstattung je Betrieb und relativ geringe Kapitalintensität. Unter den landwirtschaftlich Beschäftigten mangelt es an modernen Unternehmern. Die Infrastruktur des ländlichen Raumes ist unterentwickelt. Unzureichende fachliche wie unternehmerische Qualitäten der landwirtschaftlich Beschäftigten und Kapitalmangel behindern einen zügigen strukturellen Anpassungsprozeß, dessen endgültige Ergebnisse zur Zeit kaum abschätzbar sind. Literatur: Lipinsky, E.E. u.a. (1982)

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