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Industrielle Statistik

Die Industrielle Statistik auch betriebliche, industriebetriebliche oder Betriebsstatistik genannt, besteht als selbständiger Teil des industriellen Rechnungswesens in der quantitativen Erfassung, Darstellung und Analyse von Massenerscheinungen innerhalb einer Industrieunternehmung mit Hilfe statistischer Methoden. Sie erfüllt dabei nach heutiger Auffassung nicht mehr nur eine bloße Hilfsfunktion im Rahmen des Rechnungswesens; vielmehr dient sie in zunehmendem Maße der selbständigen Erkenntnis betrieblicher Zusammenhänge und bietet aufgrund ihrer vielfältigen und anpassungsfähigen Gestaltungsmöglichkei ten im Vergleich zu einer ehe: schwerfälligen, zeitlich gebundener und stark formalisierten Finanzbucn haltung gleichzeitig eine wesentlich flexiblere Grundlage für unternehmt rische Entscheidungen. Als charakteristische Größen lassen sich zum einen Maßzahlen wie Mittelwerte, Standardabweichungen oder Varianzen berechnen, zum anderen können Verhältniszahlen wie relative Häufigkeiten (Quoten), Beziehungszahlen (z. B. Kennziffern oder Zuschlagssätze), Meßzahlen als Basis für eine sich anschließende Zeitreihenanalyse (relative Veränderungen einer Basisgröße) oder Indexziffern (z. B. Laspeyres oder PaascheIndex) ermittelt werden. Eine Datenauswertung kann aber auch verslichen, basierend auf den Methoden der schließenden (induktiven) Statistik, Aussagen über die Struktur der untersuchten Objekte zu machen. Dabei kann eines der verschiedenen parametrischen bzw. nichtparametrischen Testverfahren angewendet werden, wenn konkrete Hypothesen über die Struktur der Grund gesamtheit vorhegen, oder man bedient sich der unterschiedlichen Punkt und Intervallschätzverfahren, um auf die Eigenschaften der betrachteten Grund gesamtheit, deren Struktur unbekannt ist, schließen zu können. Außerdem können Zusammenhänge zwischen zwei oder mehreren untersuchten Variablen durch Anwendung von Regressions, Korrelations oder «ltreihenanalyse bei zwei sowie Faktoren, Diskriminanz oder Clusteranalysen bei mehreren Variablen ermittelt werden. Aus der Vielzahl möglicher Betriebsstatistiken seien jene hervorgehoben, „ für die zentralen Funktionsbereieines Industriebetriebs von besonderer Bedeutung sind. Im Bereich von Beschaffung und Lagerhaltung werden interne Statistiken über Beschaffungspreise, Liefer und Verbrauchsmengen, Bestell und Lieferzeiten sowie Faktorqualität, gewünschte Rabatte und Skonti gegliedert nach den einzelnen Lieferanten erstellt. Zusätzlich mittels Zeitreihenanalyse aufgestellte Preisprognosen, durch Regressions und Korrelationsanalysen ermittelte Abhängigkeiten zwischen den Beschaffungspreisen verschiedener Güter sowie die Aufdeckung von Lagerzyklen auf der Basis von Lagerabgangsstatistiken unterstützen eine kostengünstige Einkaufspolitik im Sinne optimaler Bestellmengen. Im Produktionsbereich wird der Verbrauch der Produktionsfaktoren gegliedert nach Kostenstellen, Kostenträgern oder Aufträgen festgehalten und in entsprechende Kostenstatistiken übernommen; durch den Einsatz von Regressions, Korrelations oder Faktorenanalyse kann die Ermittlung beschäftigungsabhängiger Bezugsgrößen unterstützt werden. Reparatur und Ausfallstatistiken unterstützen die Bereitstellungsplanung der Betriebsmittel; Statistiken über Leerlaufzeiten, Beschäftigungsgrad, Durchlaufzeiten von Aufträgen sowie über Produktionsqualität und Produktionsausschuß sind Wichtige Hilfsmittel für eine sinnvolle Produktionsplanung. Im Absatzbereich werden schließlich mengen und wertmäßige Umsatzstatistiken gegliedert nach Produktart, Absatzgebieten, Käufergruppen oder Marketinganstrengungen geführt. Trendverfahren und Zeitreihenanalysen verslichen die künftige Marktentwicklung abzuschätzen und rein saisonale Umsatzschwankungen von utsächlichen Nachfrageverschie bungen zu trennen; sie bilden die we sentliche Grundlage für eine kosten günstige Beschaffungs und Produk tionsprogrammplanung. Regressions und Korrelationsanalysen können schließlich die entscheidenden Zusam menhänge zwischen den eigenen Mar ketingparametern und den resultieren den Marktreaktionen aufzeigen. Die vielfältigen weiteren Auswer tungsmöglichkeiten der einmal erho benen Daten legen im übrigen den Einsatz statistischer Methodenban ken in Verbindung mit Datenbanksy stemen nahe.

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