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Krise

Bezeichnung für einen plötzlichen Zusammenbruch der Konjunktur. Eine Krise geht über »normale« Konjunkturschwankungen hinaus und ist mit panikartigen Verhaltensweisen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens verbunden. Siehe hierzu Weltwirtschaftskrise, Schwarzer Freitag.

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Phase des völligen oder teilweisen Zusammenbruchs (Kapitalentwertung und Zerstörung) des wirtschaftlichen Funktionssystems und Anfang oder Ende des kapitalistischen Reproduktionszyklus.

In der Wirtschaftskrise treten die Widersprüche der kapitalistischen Produktionsweise, besonders der Widerspruch zwischen dem Wachstum der Produktionsmöglichkeiten und dem relativen Rückgang der zahlungsfähigen Nachfragen in verheerender Weise hervor.

Eine zyklische Krise ist die momentane gewaltsame Ausgleichung der Widersprüche der kapitalistischen Wirtschaft (ungebremstes Streben nach Höchstprofit) in Form allgemeiner Überproduktion (die Profite können auf dem Markt nicht mehr realisiert werden) sowie massenhafter Vernichtung von Waren und Kapital. Der Zusammenbruch der kapitalistischen Warenproduktion ist die Hauptphase (Anfang oder Ende) des kapitalistischen Reproduktionszyklus.

Sie stellt gewaltsam die Einheit der gegeneinander verselbständigten Momente der Produktion und Zirkulation des Kapitals wieder her und ermöglicht dadurch überhaupt erst die Fortführung der kapitalistischen Produktion.

Ein Krisenzyklus ist der periodische Wechsel von Krise, Depression, Belebung, Aufschwung und erneuter Krise. Er ist die Bewegungsform des widerspruchsvollen kapitalistischen Reproduktionsprozesses. Die Krise ist die entscheidende und konstituierende Phase, Endpunkt und Ausgangspunkt des Zyklus. Daher bezeichnet die marxistische Krisentheorie den Zyklus als Krisenzyklus und nicht - wie die bürgerliche Konjunkturtheorie - als Konjunkturzyklus.

Für die zyklische Krise im Kapitalismus der freien Konkurrenz sind folgende Erscheinungen charakteristisch: Überfüllung der Märkte, massenhafte Unverkäuflichkeit der Waren. Mangel an Zahlungsmitteln, Störung der Kreditbeziehungen, Einschränkung oder Stillegung der Produktion. Massenarbeitslosigkeit, auf die Spitze getriebenes Elend, Mangel an den notwendigsten Lebensmitteln, die auf der anderen Seite unverkäuflich verkommen, Bankrotte und Zwangsverkäufe, massenhafte Zerstörung von Produktivkräften, Erschütterung der politischen Herrschaft.

1825 brach die erste zyklische Überproduktionskrise des industriellen Kapitalismus in England aus. In Deutschland wirkte sich diese Krise erst 1848 aus. Weitere Weltwirtschaftskrisen entstanden 1929-1932.

Die wichtigsten Krisen in der Bundesrepublik: 1966/67 - Erste Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik. (1967: Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft in der Bundesrepublik.). 1974/75 - Zweite Wirtschaftskrise. 1975 - Beginn der Massenarbeitslosigkeit. Wirtschaftskrise 1981/82 und 1992/93.

Im Monopolkapitalismus wird der Funktionsmechanismus des klassischen Krisenzyklus gestört. Bereits das private Monopol entwickelt neue Formen der Kapitalentwertung und -vernichtung außerhalb der zyklischen Krisen. wie die Umverteilung des Gesamtprofits zugunsten der Monopole und damit eine Entwertung des nichtmonopolisierten Kapitals, Mobilisierung fremden Geldkapitals, das sich für die Eigentümer wenig verwertet. Export von im eigenen Land nicht profitabel anwendbarem Kapital u.a. im staatsmonopolistischen Kapitalismus durch Subventionierung des Monopolkapitals, d.h.. wachsenden Einsatz von staatlichem Kapital. das nicht auf hohe Verwertung angewiesen ist. Ein wichtiger Regulierungsfaktor ist die Militarisierung der Wirtschaft und sind die großen und kleinen Kriege. Einfluß hat auch die wissenschaftlich-technische Revolution, vor allem durch Erhöhung der Effektivität der Investitionen und die dadurch bedingte Verkürzung des Umschlages des fixen Kapitals durch Verteilung der Neuanlage von Kapital über alle Phasen des Zyklus.

Strukturkrisen erfassen einzelne Teile der Wirtschaft und erstrecken sich über einen längeren Zeitraum. Sie sind Ausdruck von Disproportionen zwischen Bereichen und Zweigen der Wirtschaft. Die heutigen Strukturkrisen entstehen vor allem auf der Grundlage der raschen Automatisierung und der Einführung von Mikroelektronik. Sie weitet sich zu einer internationalen Strukturkrise aus. Die Folge dieser Krise ist eine hohe Dauerarbeitslosigkeit.

Es gibt auch chronische Krisenerscheinungen des Kapitalismus, die nicht periodisch auftreten, sondern seine ständigen Begleiterscheinungen sind, z.B. Agrarkrise, chronische Inflation, Strukturkrisen, Massenarbeitslosigkeit, Nichtauslastung der Produktionskapazitäten und Zahlungsbilanzkrisen.

Die Krisen- und Konjunkturtheorien sind theoretischen Erklärungen des zyklischen Ablaufs der kapitalistischen Wirtschaft mit unterschiedlichen Ansätzen: Die politische Ökonomie des Marxismus geht von einer gesetzmäßigen zyklischen Überproduktion und der Verschärfung der Krise des Kapitalismus durch den tendenziellen Fall der Profitrate aus. Der Keynesianismus erwartet eine Stagnation (Konjunkturabschwung, Krise) wegen „abnehmender Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals“ und Sättigung der Nachfrage. Weitere Versuche der Krisen- und Konjunkturtheorien sind die monetäre Konjunkturtheorie. die Erneuerungstheorie, die psychologische Theorie, die Unterkonsumtionstheorie, die Überinvestitionstheorie und die Naturphänomentheorie. >Absatzkrise. >Anpassung.

>Antizyklisch, >Aufschwung, >Boom, >Deflation, >Deflatorische Lücke, >Degressiv, >Depression, >Disproportionen, >Energiekrise, >Finanzkrise, >Konjunktur, >Konjunkturpolitik, >Konjunkturprognose, >Konjunkturschwankungen, >Konjunkturtheorie, >Konjunkturüberhitzung. >Konjunkturzyklus, >Krise des Sozialstaates, >Prosperierend, >Rezession, >Stagflation, >Stagnation, >Strukturanpassung. >Überproduktion, >Wellen, lange, >Weltwirtschaftskrise, >Zyklus

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