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Messen

(engl. fairs, exhibitions) 1. Historische und gegenwärtige Bedeutung von Messen: Messen existieren bereits seit dem frühen Mittelalter in Europa. Damals waren dies Veranstaltungen, die auf besonderen, von den Landesherren bzw. Kaisern oder Königen verliehenen Privilegien beruhten. So auch die erste als Messe bekannte Veranstaltung, die im Jahr 629 in St. Denis im Norden von Paris stattfand. Bereits zu dieser Zeit galten während der Messezeit besondere Regeln, insbesondere die Messefreiheit, die es auch Fremden, die sonst vom Handel ausgeschlossen waren, erlaubte, ihren Stand aufzuschlagen. Die Verbesserung der Verkehrswege, die den überregionalen Handel begünstigte, führte seit dem 11. und 12. Jahrhundert dazu, dass die Zahl der Messen deutlich zunahm. So bildeten sich in Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz und Italien wichtige Treffpunkte für Kaufleute aus ganz Mitteleuropa heraus. Dabei kam den kleineren Veranstaltungen vornehmlich regionale Bedeutung als Warenmesse zu, während auf den wichtigsten Messen Finanztransaktionen, bei denen es neben Wechselgeldgeschäften auch um die Festsetzung von Wechselkursen ging, eine zunehmende Rolle spielten. Nachdem mit der Einführung der Gewerbefreiheit und dem Beginn der industriellen + Produktion Industriebetrieb) Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst das Ende der Messen gekommen schien, initiierte Leipzig 1895 den Wandel von der Waren zur Mustermesse und läutete damit einen Um und Aufschwung des Messewesens ein, der erst durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde. Nach dem Krieg jedoch wurden Messen zu einem entscheidenden Faktor des wirtschaftlichen Wiederaufbaus in Europa allen voran die 1947 gegründete Exportmesse in Hannover, die schnell zum «Schaufenster der Investitionsgüterindustrie» aufstieg. Seither ist nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt eine Vielzahl neuer Messeplätze entstanden. Heute existieren weltweit rund 350 Messegelände, auf denen jährlich mehr als 7000 Messen und Ausstellungen stattfinden Tendenz steigend. Dabei nimmt Deutschland, das mit Hannover, Frankfurt a. M., Köln, Düsseldorf und München über fünf der acht größten Messegelände weltweit verfügt, den führenden Platz ein. Moderne Messen stellen heute einen bedeutenden Wachstumsmotor für die Volkswirtschaft dar, indem sie erhebliche Kaufkraftzuflüsse, Steuereinnahmen und die Schaffung von Ar beitsplätzen bewirken. Gleichzeitig kommt ihnen unternehmenspolitisch ein hoher Stellenwert als Marketing nstrument (Marketing) der ausstellenden Wirtschaft zu, dienen sie doch auch in der heutigen Informationsgesellschaft als Treffpunkt von Angebot und Nachfrage und stellen für Aussteller wie für Besucher Kornmunikationsereignisse dar.

2. Definition und Abgrenzung von Messen: Laut Gewerbeordnung (Fassung vom 1.1.1987, § 64) ist eine Messe «eine zeitlich begrenzte, i. a. regelmäßig wiederkehrende Veranstaltung, auf der eine Vielzahl von Ausstellern das wesentliche Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftszweige ausstellt und überwiegend nach Muster an gewerbliche Wiederverkäufer, gewerbliche Verbraucher oder Großabnehmer vertreibt». Gegenüber einer Ausstellung wird die Messe hauptsächlich durch die Besucherschaft abgegrenzt: Eine Messe richtet sich vorwiegend an Fachbesucher aus dem gewerblichen Bereich, während eine Ausstellung in erster Linie die allgemeine Öffentlichkeit, also Privatpersonen, anspricht. Tatsächlich ist diese Abgrenzung jedoch nicht trennscharf. Wichtiger als die Differenzierung von Messen und Ausstellungen ist vielmehr die Kategorisierung verschiedener Veranstaltungstypen. Je nach Angebot, Zusammensetzung der Aussteller und Besucher, Reichweite usw. unterscheidet man verschiedene Arten von Messen. In der Abbildung oben sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale für eine entsprechende Charakterisierung dargestellt (ohne Sonderformen wie Hausmessen u. a.).

3. Messen als Marketing nstrument: Aus unternehmenspolitischer Sicht stellen Messen ein zentrales Instrument im Marketing Mix dar. Ihr besonderer Stellenwert ist darin begründet, dass auf Messen im Gegensatz zu anderen Marketing hnstrumenten eine Vielzahl von Aufgaben gleichzeitig wahrgenommen werden kann: Messen können zur Imageprofilierung und Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) dienen, sie stellen eine Plattform für die Präsentation von Innovationen dar, außerdem werden die für Werbung und Verkaufsförderung eingesetzten Mittel am Messestand ausgelegt und verteilt. Darüber hinaus übernimmt das Standpersonal im direkten Kontakt mit den Besuchern auf der Messe eine persönliche Informations und Verkaufsfunktion. Gleichzeitig sind Messen auch hervorragend dazu geeignet, Marktforschung und Konkurrenzbeobachtung zu betreiben. Diese Multifunktionalität macht Messen zu einem einzigartigen Marketing nstrument, das in besonderer Weise geeignet ist, nicht nur informatorische Inhalte weiterzugeben, sondern auch Besucher mit völlig unterschiedlichen Besuchsmotiven individuell und bedarfsgerecht anzusprechen. Die erfolgreiche Messebeteiligung setzt jedoch eine sorgfältige Planung, Durchführung und Nachbereitung des Messeauftritts seitens der Aussteller voraus. Hierzu gehören zunächst die Auswahl der Messen und die Formulierung der Ziele, die mit der Messebeteiligung erreicht werden sollen. Anschließend geht es um die Entwicklung der Standortkonzeption, die Auswahl der Exponate, die Schulung des Messeteams sowie die Planung und Durchführung kommunikationspolitischer Maßnahmen vor, während und nach der Messe. Und nicht zuletzt ist eine sorgfältige Messe Nacharbeit einschließlich Erfolgskontrolle gefordert. Bei der Bearbeitung dieser Aufgaben werden die Aussteller durch eine Vielzahl von Maßnahmen von den Messegesellschaften bzw. Veranstaltern unterstützt. Dies reicht von der Bereitstellung der erforderlichen

Informationen, der adäquaten Infrastruktur und Dienstleistungen (z. B. Speditionen, Hotellerie und Gastronomie, Hostessen, Übersetzer, Reisebüros etc.) über Werbung und Public Relations bis zur individuellen Beratung und Unterstützung bezüglich aller messerelevanten Fragen. Der Erfolg einer Messe wird letztlich durch das funktionierende Zusammenwirken von Ausstellern, Besuchern und Messeveranstaltern bestimmt.

[s.a. Reliabilität; Validität] Unter Messen versteht man in der empirischen Sozialfonchung die Zuordnung von Ziffern oder Symbolen zu Eigenschaften der Messgegenstände (Objekte, Ereignisse, Zustände) nach bestimmten Regeln, so dass die Ziffern oder Symbole untereinander die gleiche Beziehung aufweisen wie die Eigenschaften der Messgegenstände. Die Messverfahren führen zu einer Menge geordneter Paare ((x, y)}; dabei kennzeichnet x ein Objekt und y ein Symbol bzw. eine Ziffer.

Häufig können nicht die Eigenschaften der Objekte, sondern nur Indikatoren der Eigenschaften gemessen werden, so bei (nicht beobachtbaren) psychischen Eigenschaften von Personen. Zur Messung werden in der empirischen Sozialforschung Skalen eingesetzt (Skalenniveau).

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