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Teamorganisation

Bedingt hierarchische, temporäre Organisationsform. Die Teammitglieder repräsentieren unterschiedliche hierarchische Ebenen, unterschiedliches Wissen und unterschiedliche Abteilungen. Sie arbeiten auf Dauer zusammen und exekutieren ihre Arbeiten auch selbst (Gremiumsorganisation, Projektorganisation, Zentralabteilungsorganisation).
Die Vorteile liegen
• in der Bündelung des Wissens vieler Personen in einer Expertengruppe. Dadurch entstehen gruppenenergetische Effekte, die den Output eines Teams erfolgsträchtiger werden lassen als die kumulierten Arbeiten von »Einzelkämpfern«;
• in der Vorbeugung von Spannungen zwischen den Teammitgliedern durch geringe Bedeutung der Hierarchie. Dies ist geradezu eine Voraussetzung fur die konstruktive Zusammenarbeit;
• im hohen Maß an Abwechslung durch Kooperation mit verschiedenen Kollegen in verschiedenen Teams an verschiedenen Aufgaben. Von daher wird Ermüdungseffekten (Burn-out) vorgebeugt und ein Ideentransfer bewusst stimuliert;
• in der Möglichkeit zur Zusammenstellung der jeweils bestgeeigneten Mitarbeiter zu einem individuellen Arbeitsteam. Dabei ist neben der fachlichen Eignung vor allem auch die menschliche Chemie bedeutsam.
Die Nachteile liegen
• im erhöhten Koordinationsaufwand durch das Erfordernis zu Uberzeugungsarbeit und gegenseitiger Information. Autoritative Arbeitsformen sind demgegenüber, einfacher, weil Anweisung und Befolgung klare Verhältnisse schaffen;
• in der steten Konkurrenz der Aufgaben angesichts begrenzter personaler Kapazitäten zwischen Teams. Insofern entsteht ein Konflikt zwischen der jeweiligen internen Erwartungshaltung an Teammitglieder und deren Arbeitsmöglichkeiten;
• in Belastungsspitzen oder Leerzeiten, die bei unverbundenen Arbeiten leicht entstehen können, und zwar immer Bann, wenn Arbeiten fur mehrere Aufgaben zeitgleich anfallen oder temporär ausbleiben;
• in der geringeren Beurteilung der Leistung und Verantwortung des Einzelnen. Da Teamarbeiten Ergebnis verbundener Leistungen sind, fällt eine differenzierte Leistungsbeurteilung vergleichsweise schwer.

(teamorientierte Organisation): Eine Sonderform der modifizierten Liniensysteme des Management, bei der jedes Mitglied der Organisation zwei oder mehreren Teams angehört. In seinem Buch The Human Organization” (1963) prägte Rensis Likert, der ehemalige Direktor am Institute for Social Re­search (Ann Arbor), für diesen Organisationsty­pus die Bezeichnung “System überlappender Gruppen” (system of overlapping groups). Dabei koppelte er seine Motivlehre, die davon ausging, dass sogenannte Bedingungsvariablen, inter­venierende Variablen und Output-Variablen das menschliche Verhalten determinieren, mit dem organisatorischen Konzept der überlappenden Gruppen.
Likert versuchte, seine Vorstellungen von der di­rekten (eigenen Gruppe) und indirekten (über linking pins) Partizipation aller Organisationsmit­glieder an den Entscheidungen der Organisation institutionell durch dieses System überlappender Gruppen zu realisieren. Dabei ging er aus vom - Prinzip der Integration.
In der von Likert vorgeschlagenen Organisations­form ist jedes ranghohe Mitglied einer Gruppe als “Verbindungsglied” rangniedriges Mitglied einer hierarchisch höheren Gruppe. Nach Auffassung Likens gewährleistet das Prinzip der überlappen­den Gruppen “bessere und ungefilterte Informa­tion über hierarchische Ebenen hinweg, läßt indi­viduelle Initiativen in die relevanten Entscheidun­gen eingehen, fördert somit Kreativität, führt zu kooperativer Führung, läßt allen die Stärken und Schwächen der Organisation bewußter werden”. Die Frage, wie denn nun der Vorgesetzte mit sei­nen Untergebenen tagtäglich umgehen soll, war allerdings damit nicht beantwortet.
“Als schwierig erweisen sich beim Teamkonzept die zeitliche Koordination einzelner, ansonsten mit Funktionsaufgaben betrauter Mitglieder so­wie mögliche Beeinträchtigungen der Effizienz der Gesamtorganisation (zu viele und zu große Teams, langwierige Diskussionen). Insgesamt überwiegen jedoch wegen der integrativen Anla­ge und der besonderen Flexibilität die Vorteile dieses Konzepts” (Heribert Meffert).
vgl. Matrixorganisation

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