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Stadtökonomik

befaßt sich auf theoretischer und empirischer Grundlage mit den ökonomischen Problemen der Stadt und der Verstädterung. Im Mittelpunkt der Stadtstrukturmodelle (Raumstruktur) steht die Analyse der Wohnstandortentscheidungen, aus denen meist (ohne Berücksichtigung von Nachbarschaftseffekten und unter der Annahme einer Konzentration aller Arbeitsplätze im Stadtzentrum) eine ringförmige Stadtstruktur von Haushalten mit unterschiedlichem Einkommen und unterschiedlichen Präferenzen bezüglich der Wohnungsgröße abgeleitet wird, wobei Dichte und Bodenpreise zum Stadtrand hin abnehmen. Zur Abbildung der Wechselbeziehungen zwischen Arbeitsort- und Wohnstandortentscheidungen sowie den Standortentscheidungen v.a. der Betriebe des Dienstleistungssektors bedient man sich häufig der Simulationsmethode. Für den Wohnungsmarkt werden Angebots- und Nachfragefunktionen abgeleitet und empirisch geschätzt, ebenso Nachfrage-, Produktions- und Kostenfunktionen für städtische Infrastrukturleistungen. Die Infrastrukturleistungen sind darüber hinaus auch deshalb ein gewichtiges Problem der Stadtökonomik, weil sich besonders an ihnen die Interessenkonflikte entzünden, die die Beziehungen zwischen Zentralstadt (mit der überwiegenden Zahl der Arbeitsplätze) und Vororten (die überwiegend der Wohnfunktion dienen) kennzeichnen und dadurch akzentuiert werden, dass Zentralstadt und Vororte durch Verwaltungsgrenzen getrennt sind. Bei diesen Konflikten geht es vorrangig um die Verteilung der Einnahmen und deren Verwendung, wobei eine angemessene Berücksichtigung des Pendelverkehrs erfahrungsgemäss besondere Schwierigkeiten bereitet. Generell sind Verkehrsprobleme ein herausragendes Thema der Stadtökonomik. Sie behandelt v.a. die Verkehrsnachfrage, ihre Aufteilung auf privaten und öffentlichen Verkehr, das Problem der Verkehrsstauungen, Steuerung durch Preise (Gebühren), optimales Angebot von Verkehrsflächen und Verkehrsarten. Weitere Arbeitsgebiete sind Sanierungs- und Umweltprobleme. Dabei interessieren hauptsächlich die Mechanismen sowie Kosten und Nutzen ihrer Entschärfung oder Beseitigung. Bei den Entscheidungshilfen für die Bauleitplanung (Raumplanung) geht es um die Notwendigkeit, Art, Dosierung, Kosten und Nutzen stadtpolitischer Eingriffe. Optimale Stadtgrößen lassen sich nicht ableiten. Die relativen Größen der Städte zueinander sind nur unter engen Annahmen, meist im Rahmen der Theorie der Zentralen Orte (Raumstruktur), als Beziehung zwischen hierarchischem Rang der Stadt und Stadtgröße (rank-size rule) bestimmt worden. Ansätze zu einer Theorie des Stadtwachstums und der Verstädterung sind in Verbindung mit der regionalen Wachstumstheorie (Regionalwissenschaft) zu finden. Die von der Stadtökonomik ebenfalls diskutierte Suburbanisation wirft mit der Minderung der Qualität des städtischen Lebens, die sich als Funktionsverarmung aufgrund der Trennung von Arbeitsort und Wohnort darstellt, Probleme auf, denen man nur durch integrative wissenschaftliche Anstrengungen gerecht zu werden vermag. Literatur: Mills, ES., Hamilton, B.W. (1989). v. Böventer, E., Hampe, J. (1988). Richardson, H.W. (1977)

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