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Unternehmungstheorie

beschäftigt sich mit der Analyse des Entstehens und Verhaltens von Unternehmungen. Unternehmungsverhalten ist Gegenstand verschiedener anderer Teildisziplinen, so insbes. der Produktions- und Kostentheorie, der - Preistheorie, der Industrieökonomik und der Wettbewerbstheorie. Ausgangspunkt der Ansätze zur Begründung des Ent- und Bestehens von Unternehmen ist die als COASEProblem bezeichnete Frage, weshalb im dezentralen marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem auch Elemente hierarchischer Koordinierung in der Form von Unternehmen auftreten. Frühe Ansätze stellten auf die -9 Technologie und die damit verbundenen Kostenfunktionen ab. Increasing returns to scale sollten die Zusammenfassung von Produktion, minimale Stückkosten die optimale Unternehmensgröße erklären. Da dies jedoch keinen eindeutigen trade-off zwischen Integration und Nichtintegration wirtschaftlicher Aktivitäten in einer Unternehmung liefert, stellen die neueren Antworten auf Transaktionskosten ab. Die Existenz von Unternehmen wird damit begründet, dass Transaktionen innerhalb einer hierarchischen Organisation teilweise effizienter sind als Markttransaktionen. Im einzelnen werden die folgenden Argumente angeführt: a) Die Hierarchie erlaubt die Ausnutzung steigender Skalenerträge bei Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung (Kenneth J. ARROW). b) Beschäftigungsverträge für Produktionsfaktoren ermöglichen z.B. durch die enthaltene Flexibilität und die Unterstellung der Faktoren unter die Kontrolle des Unternehmers die Senkung von Transaktionskosten und vermindern das unternehmerische Entscheidungsrisiko (Ronald H. COASE). c) Unternehmung und Profiterzielung dienen als Ersatz für - Versicherungen in einer unsicheren Welt, wenn Probleme des moral hazard bestehen (Frank H. KNIGHT). d) Die Unternehmung senkt die Durchsetzungs- und Kontrollkosten für Verfügungsbeschränkungen bei arbeitsteiliger Produktion (agency theory). Manager kontrollieren die Arbeiter und werden selbst über die Höhe des Gewinns kontrolliert (Armen A. ALCHIAN und Harold DEMSETZ). Zusätzlich existieren Ansätze in der Tradition des Marxismus, die davon ausgehen, dass Markttransaktionen bei vollständiger Konkurrenz nicht profitabel sind, und die Unternehmung als Instrument zur - Ausbeutung der Produktionsfaktoren (insbes. der Arbeit) sehen. Die Unternehmung entzieht der Konkurrenz auf dem Markt bestimmte Aktivitäten und beutet den Produktionsfaktor Arbeit aus, indem nicht Arbeitskraft (als Vermögen), sondern Arbeit (als Dienstleistung) über den Markt gehandelt wird (Stephen A. MARGLIN). Eine einheitliche Unternehmenstheorie, die alle Aspekte berücksichtigen würde, existiert nicht. Vielmehr werden, insbes. in den formal orientierten Modellen der neueren - Industrieökonomik, einzelne Gesichtspunkte isoliert betrachtet. Literatur: Williamson, O.E. (1990). Holmstrom, B.R., Tirole, J. (1989). Blattner, N. (1977)

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