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Agglomeration

Tendenz zur räumlichen Zusammenballung von Unternehmen, Betrieben und/oder Haushalten an einem Standort. Ziel bewusst herbeigeführter Agglomerationen ist in der Regel die Erhöhung der Standortattraktivität zur Gewinnung eines größeren Einzugsgebietes, um das Absatzpotenzial zu steigern.

Agglomeration (A) bezeichnet die im Laufe der wirtschaftlichen Entwicklung eintretende regionale oder lokale Anhäufung von Betriebsstätten (Standort) und damit die Entstehung von Ballungsräumen mit hoher Bevölkerungs, Bebauungs, Arbeitsplatz und Verkehrsdichte. Bei den eine Agglomeration begünstigenden Vorteilen (positive Standortfaktoren bei der Standortwahl) ist zu unterscheiden zwischen Vorteilen einer gemeinsamen Ansiedlung von Betrieben derselben Branche (localization economies) als Folge der Entwicklung branchenspezifischer Facharbeitermärkte (Arbeitsorientierung), Zuliefer und Servicepotentiale (z. B. Reparaturbetriebe), von Kooperationsformen (z. B. bei Einkauf, Forschung und Entwicklung, Werbung) etc., Verstädterungsvorteile (urbanization economies) durch größere Absatzpotentiale (Absatzorientierung), (kosten) günstige städtische Infrastrukturleistungen (z. B. Verkehr, öffentliche Dienstleistungen, kulturelle Infrastruktur), innerstädtische Arbeitsteilung etc. Agglomeration Nachteile (negative Standortfaktoren) ergeben sich u. U. aus zunehmenden Faktorpreisen (Löhne, Bodenpreise, Mieten), zunehmender Konkurrenzdichte, Überlastung von 46 Verkehrs und Versorgungsnetzen, Grenzen der Umweltbelastung (Umweltorientierung). Die Agglomeration wirddaneben durch staatliche und kommunale Ansiedlungsanreize (Abgaben und Subventionsorientierung) beeinflußt.

In der Umweltwirtschaft:

die städtebauliche Agglomeration bezeichnet die aus der Industrialisierung stammende Besiedlungsballung in Großstädten und Industriebezirken;

die physikalisch-chemische Agglomeration steht für die Zusammenballung von Teilchen.

In der Wirtschaftssoziologie: eine Verdichtung oder Zusammenballung insbesondere von Siedlungen zu Grossstädten oder von Industrien und Siedlungen zu Industriebezirken.

Entstehung oder Zustand räumlicher Konzentration von Wohnstätten und Industriebetrieben, die durch einzelwirtschaftliche Standortwahl entstanden oder politisch (Industrie- ansiedlung) herbeigeführt sein kann (Verdichtungsraum). Durch die Konzentration entstehen als externe Effekte Vor- und Nachteile der Agglomeration, die sich wie folgt unterscheiden lassen: (1)  Lokalisationsvorteile und -nachteile ergeben sich aus der Ansiedlung vieler sektoral gleicher Betriebe an einem Ort (z.B. Grösse des Facharbeitermarktes, Existenz spezieller Liefer- und Reparaturbetriebe; steigende Facharbeiterlöhne). (2)  Urbanisationsvorteile und -nachteile entstehen durch die Ansiedlung vieler Betriebe unterschiedlicher Branchen (Ausbau der Infrastruktur, besseres Versorgungs- und Entsorgungsnetz; höhere Lebenshaltungskosten, höherer Verkehrszeitaufwand, Gesundheitsgefährdung durch Lärm und Luftverschmutzung).                               

in der Standortlehre benutzter Begriff für die räumliche Konzentration von Betriebsstät­ten, die insb. für den Standort im Handel akquisitorische Wirkung entfaltet, weil sie dem Käufer Einkaufswege erspart, Markt­transparenz erleichtert und Einkaufserleb­nisse vermittelt. Dabei unterscheidet man branchenungleiche und branchengleiche Ag­glomerationen. Letztere existieren z.T. ab­seits der Innenstädte, vielfach z. B. im Möbel­einzelhandel, wo besonderer Flächenbedarf besteht, der in den branchenungleichen Ag­glomerationen der Innenstädte Kostenprobleme aufwirft. Die Agglomerationsfähigkeit eines Gebietes ist insb. vom Kundenpotential und der Verkehrsanbindung abhängig.

Häufung der Standorte mehrerer Industriebetriebe. Die Häufung kann zufällig oder in bestimmten Fällen aus rein ökonomischen Gründen durch das gleichgerichtete Wirken spezieller - Standortfaktoren erfolgen. Diese ursprüngliche Bedeutung des Begriffs ist zu unterscheiden von »Verdichtungsraum« (- Raumplanung) als Agglomerationsraum, womit die Konzentration von Wohn- und Arbeitsstätten gemeint ist; die Abgrenzung erfolgt mit Hilfe von Kennziffern (Regionalanalyse).

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