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Handelskette

Die Handelskette oder Absatzkette ist eine Abfolge von Stufen, die ein Produkt von der Herstellung bis zur Verwendung zurücklegt. Es lassen sich nach Rudolf Seyffert folgende typische Absatzketten unterscheiden:

1. Produzent Verwender

2. Produzent Einzelhandel Verwender

3. Produzent Großhandel Verwender

4. Produzent Großhandel Einzelhandel , Verwender

5. Produzent Spezialhandel Sortimentsgroßhandel Einzelhandel Verwender

Die Absatzkette Produzent Verwender wird auch als direkter Absatz und die übrigen Absatzketten als indirekter Absatz bezeichnet.

(engl. trade/sales chain) Handelskette ist ein doppeldeutiger Begriff. Zum einen versteht man hierunter einen vertraglichen Verbund bzw. Zusammenschluss von rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Großhandels und Einzelhandelsunternehmen (Großhandel, Einzelhandel, Handelsbetrieb). Ziel dieser freiwilligen Kooperationen ist häufig die Erreichung von spezifischen (Größen )Vorteilen in der Beschaffung, der Organisation/Abwicklung und/oder dem Absatz für die einzelnen Kettenbetriebe. Hiermit soll eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Handelsbetrieben einhergehen. Dieses weite Begriffsverständnis der Handelsketten wird oft auch als Verbundgruppe oder freiwillige Kette bezeichnet. Zum anderen wird unter Handelskette im engeren Sinne auch der Absatzweg verstanden, den Güter von einem Hersteller zu einem privaten oder gewerblichen Verwender durchlaufen, ohne dass sie stofflich verändert werden. Bei jeder Weiterverarbeitung ergibt sich eine neue Handelskette, die wiederum alle Unternehmen als Mitglieder umfasst, die keine stoffliche Veränderung vornehmen. Die hintereinander geschalteten Handelsketten werden dabei als Handelskettenfolge bezeichnet.

Ausdruck für •Absatzkanal. Weiterhin auch freiwillige Zusammenschlüsse verschiedener Großhandelsbetriebe, die gemeinsamen Ein- und Verkauf betreiben und eine Anzahl Einzelhändler vertraglich an sich binden. Ziel ist eine Rationalisierung bei allen Beteiligten: die Sortimente können gestrafft werden, gleichmäßiger Absatz eines Grundsortiments wird gewährleistet, einheitlichere Preise, günstigere Sonderangebote usw.

Grundbegriff der Handehkettenmethode, welche den Fluß eines Gutes vom Produzenten zum Verwender widerspiegelt. wird das Gut in seiner Zusammensetzung oder seinem Charakter verändert, also zur Weiterverarbeitung und nicht zum Konsum verwendet, ergibt sich eine neue Handelskette (Absatzkette). Der Verwender der vorhergehenden Kette ist dann automatisch der Produzent der folgenden. Um die Vielzahl der auftretenden Distributionsfälle erfassen zu können, wurde ein Ordnungssystem von zehn Typen von Distributionsbetrieben, vom Detailleur (Einzelhandel) bis zum Grossierer (Großhandel) geschaffen. Ein Produktionsbetrieb hat Grundsätzlich die Wahl zwischen direktem Absatz (ProduzentVerwender) oder indirektem Absatz (über Groß und Einzelhandel). Bei der Wahl des indirekten Absatzes können die Handelsketten sechs und mehr Glieder umfassen. Die Entscheidung für eine bestimmte Handelskette hat somit maßgeblichen Einfluß auf die Höhe der Vertriebskosten. Unter Handelsketten werden auch nicht genossenschaftlich organisierte Vertriebsorganisationen (z. B. eine Kette von Supermärkten) verstanden, die ein einheitliches Erscheinungsbild aufweisen (gleiche Warenanordnung in allen Läden, gleiche Farbgebung und ähnliches). Handelsmarken Während bei Markenartikeln die Produkte vom Hersteller markiert werden (deshalb auch: Herstellermarken), wird bei Handelskette ein Handelsbetrieb bzw. meist eine Handelsorganisation zum Träger der » Markenpolitik. Das starke Aufkommen von Handelskette ist als Reaktion des Handels auf die Dominanz der Markenartikelproduzenten in den Marktkanälen zu sehen.

[s.a. Absatzwegepolitik] Der Begriff der Handelskette wird von Sey-ffert (1972, S. 623) wie folgt definiert: »Die am Umsatz einer in ihrem stofflichen Charakter unverändert bleibenden Ware beteiligten Betriebe bilden in der Reihenfolge vom Erzeuger bis zum Verwender eine Handelskette. Sie weist als Anfangsglied immer einen Betrieb auf, in dem die zum Absatz bestimmte Ware (Neuware, Gebrauchtware, Altware, Abfallware usw.) erzeugt wird. Endglied ist immer ein Betrieb, in dem die Ware zur Konsumtion oder zur Produktion anderer Güter verwendet wird. Zwischen Erzeuger- und Verwenderglied schalten sich die Zwischenhandelsglieder ein. Ihre Umsatzaufgabe ist je nach der Arbeitsteilung und je nach ihrer Stellung innerhalb der Handelskette entweder mehr eine sammelnde oder eine verteilende, so dass sich als Hauptformen der Handelskette die der distribuierenden und die der kollektierenden ergeben. Dazwischen schieben sich beim zwischenstaatlichen Handel noch die Außenhandelsglieder ein.«

Die an der Handelskette beteiligten Glieder können nach dem in Übersicht 52 dargestellten Schema geordnet werden.

Es ist nicht erforderlich, dass in einer Handelskette alle Handelsglieder vertreten sind. So können mehrere Glieder zu einem zu-sammengefasst werden, einzelne Glieder ausgeschaltet werden oder bestimmte Glie-

der mehrfach auftreten (Einschaltung des Handels).

Mit der Entscheidung über die Stellung in der Handelskette legt ein Unternehmen in einer arbeitsteiligen Wirtschaft seine Position gegenüber den Absatz- und Beschaffungsmärkten fest. Es werden indirekt die Konkurrenten sowie die potenziellen Ab-,ii.:- und Beschaffungspartner selektiert. I lie Stellung, die ein Unternehmen in der I landelskette einnimmt, wird als Handels-Stufe bezeichnet. Ein Unternehmen oder eine Gruppe (Freiwillige Kette) kann sich für die Tätigkeit auf mehreren Handelsstu-Icn entscheiden.

1.    freiwillige Kette. 2.  handelskettein den Umsatz einer bestimmten Ware vom Erzeuger bis zum Verwender eingeschaltete Betriebe. Durch die Festlegung der Stellung eines Unternehmens in der Handelskette wird gleichzeitig die Handelsstufe gewählt. Unternehmen können sich für die Tätigkeit auf einer oder auf mehreren Handelsstufen entscheiden. Rudolf Seyffert schlägt folgende Typologie von Handelsstufen vor (vgl. Abb.). Als Handelskettenanalyse gilt vor allem die Auseinandersetzung mit den Absatzpartnern und/oder Beschaffungspartnern eines Unternehmens.   Literatur: Seyffert, R., Wirtschaftslehre des Handels, 5. Aufl., hrsg. von Sundhoff, E., Opladen 1972.

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