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Wertorientierte Kennzahlen

Die zur Aufbereitung des Jahresabschlusses bisher hauptsächlich verwandten traditionellen Kennzahlen werden zunehmend durch wertorientierte Kennzahlen ergänzt bzw. verdrängt. Neben den traditionellen Kennzahlen werden zusätzliche Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens zum gegenwärtigen und für künftige Zeitpunkte bereitgestellt. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Unternehmen dann erfolgreich ist, wenn die erreichte Vermögensrendite die Kapitalkosten übersteigt. In der Praxis finden am häufigsten Anwendung

Economic Value Added (EVA)
Market Value Added (MVA)
Cash Flow Return on Investment (CFROI)
Cash Value Added (CVA)
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)
Cash-Burn Rate


1. Charakterisierung Wertorientierte Kennzahlen sind am   Shareholder Value orientierte, quantitative Beurteilungsgrössen der Geschäftstätigkeit. Im Rahmen einer wertorientierten Unternehmensführung (Value Based Mana­gement) benötigt man einerseits Kennzahlen, die den Gesamtwert eines Unternehmens (bzw. einzelner Unternehmenseinheiten) oder des Eigenkapitals messen (Wertkennzahlen) und andererseits Kennzah­len, die den in einer Periode geschaffenen, zusätzlichen Wert messen.
2. Entwicklung Die seit Mitte der 80er Jahre zunehmend an Bedeutung gewonnene Zielsetzung einer wertorientierten Unternehmensführung hat dazu geführt, dass sich verschiedene Unternehmensberatungen — z.T. mit akademischer Unterstützung — darum bemüht haben, wertorientierte Kennzahlen zu entwickeln. Die gezielte Ausrichtung von Entscheidungen auf den Unternehmenswert soll gewährleisten, dass dem mo­netären Interesse der Eigenkapitalgeber in ausreichendem Masse Rechnung getragen wird. Die man­gelnde Eignung traditioneller Zielgrössen, diesem Anspruch zu genügen, hat dazu geführt, dass diese zunehmend durch wertorientierte Kennzahlen ergänzt bzw. abgelöst werden.
3. Verbreitung Zu den in Theorie und Praxis bedeutsamsten wertorientierten Konzepten gehören neben der  Dis­counted Cash Flow Methode (DCF-Methode), die den Unternehmenswert durch Diskontierung der zu­künftigen Freien Cash Flows (FCF) mit einem risikoadjustierten Kalkulationszinssatz ermittelt und dem  Cash Flow Return an Investment (CFROI), der in Form eines Internen Zinsfusses den durch­schnittlichen Rückfluss auf das in einem Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt investierte Ka­pital angibt, das  Economic Value Added-Konzept (EVA-Konzept) der Unternehmensberatung Stern Stewart & Co (EVA®), das als Residualgewinnkonzept die periodenbezogene Differenz zwischen den durch das eingesetzte Kapital erwirtschafteten Gewinnen und den mit dem Kapitaleinsatz verbundenen Kosten in den Vordergrund stellt. Weitere Wertorientierte Kennzahlen sind der aus dem ursprünglichen CFROI Konzept abgeleitete Cash Value Added (CVA), der sich aus der Differenz zwischen dem CFROI und dem mit dem Kapitalkostensatz multiplizierten Bruttobetriebsvermögen ergibt sowie der  Market Value Added (MVA), der aus der Abzinsung der EVA mit dem Kapitalkostensatz resultiert. Die erst in jüngster Zeit von Veithuis entwickelte wertorientierte Kennzahl  Earnings less Riskfree Interest Charge (ERIC) unterscheidet sich von den „traditionellen” wertorientierten Kennzahlen durch die Verwendung eines risikofreien anstatt risikoadjustierten Kapitalkostensatzes. Hinweis Zu den angrenzenden Wissensgebieten siehe  Abschlusserstellung nach US-GAAP,   Bilanzanaly­se,  Cash Flow,   Corporate Finance,   Finanzcontrolling,   Internationale Rechnungslegung nach IFRSJahresabschluss nach deutschem Recht,   Jahresabschluss nach schweizerischem Recht,  KapitalflussrechnungKennzahlen, finanzwirtschaftliche,   Konzernabschluss,  Ra­ting-Methoden, kreditwirtschaftliche,   Unternehmensbewertung.

Literatur: Breuer, W./Schweizer, T. (Hrsg.); Corporate Finance, Gabler Lexikon, 1. Aufl. 2003; Coe­nenberg, A.G.; Jahresabschluss- und Jahresabschlussanalyse, 19. Aufl. 2003; Copeland, T.E/Koller, T./ Murrin, J.; Unternehmenswert - Methoden und Strategien für eine wertorientierte Unternehmensfüh­rung, 3. Aufl., 2002; Kralicek, P.; Kennzahlen für Geschäftsführer, 4. Aufl. 2001; Küting, K./Weber, C.-P.; Die Bilanzanalyse, 7. Aufl. 2004; Langguth, H./Chahed, Y.; Wertorientierte Konzepte am Bei­spiel eines Brauereikonzerns, in: Controlling, 16. Jg., Heft 7, Juli 2004, S. 399-411; Langguth, H./ Marks, I.; Der Economic Value Added - ein Praxisbeispiel, in: Finanzbetrieb,
5. Jg., (2003), S. 615­624; Nowak, K.; Marktorientierte Unternehmensbewertung; 2. Aufl. 2003; Ossola-Haring, C.; Das gro­sse Handbuch Kennzahlen zur Unternehmensführung, 2. Aufl. 2003; Pape, U.; Wertorientierte Unter­nehmensführung, 3. Aufl. 2003; Pauli, M. C.; Wertorientierte Unternehmensführung, Wiesbaden 2004; Perridon, L./Steiner, M. ; Finanzwirtschaft der Unternehmung, München 2003; Pilz, G.; Erfolgreiche Anlagepraxis, München 2005; Reichmann, T.; Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Aufl. 2001; Revsine, L./Collins, D.W./Bruce, W.B.; Financial Reporting and Analysis, 3rd. ed. 2004; Velthuis, L.J./Werner, P. (Hrsg.); Werterzielung deutscher Unternehmen - ERIC-Performance Studie 2004; Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Internetadressen: www.benchbase.de; www.investopedia.de; www.wikipedia.de  

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