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Führungsebenen

Einteilung der Organisationshierarchie eines Unternehmens typischerweise in Topmanagement, Middle-Management und Lower-Management.

Topmanagement: oberste Führungsebene des Unternehmens, die aus einer Person oder mehreren Personen bestehen kann. Abhängig von der Rechtsform wird ein Unternehmen vom Unternehmer selbst, dem Komplementär, Geschäftsführer oder Vorstand geleitet. Die oberste Führungsebene beschäftigt sich primär mit unternehmerischen Zielsetzungen sowie der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie.

Middle-Management: mittlere Führungsebene des Unternehmens. Je nach Größe des Unternehmens können hier eine oder mehrere Hierarchieebenen angesiedelt sein. Zum Middle-Management zählen u.a. Bereichsleiter, Hauptabteilungsleiter, Abteilungsleiter, also Personen, die für einen Teilbereich des Unternehmens wie Personalabteilung, Fertigung, Rechnungswesen etc. verantwortlich sind. Die mittlere Führungsebene setzt die Grundsatzentscheidungen des Topmanagements um, indem Entscheidungen für den zuständigen Bereich getroffen und verwirklicht werden. Hierfür sind sie in der Regel mit Prokura oder Handlungsvollmacht ausgestattet.

Lower-Management: unterste Führungsebene des Unternehmens. Das Lower-Management ist Vorgesetzter von Mitarbeitern, die mit ausführenden Tätigkeiten betraut sind, und ist unmittelbar für Qualität und Effizienz des Leistungsprozesses verantwortlich. Zum Lower-Management zählen Gruppenleiter, Büroleiter, Meister. Die unterste Führungsebene setzt Entscheidungen der Vorgesetzten um, indem die Mitarbeiter oder die unterste Führungsebene selbst die Betriebsleistungen erbringen. Middle- und Lower-Management sind einem doppelten Erwartungsdruck ausgesetzt, da sie einerseits Zielvorgaben ihrer Vorgesetzten erfüllen müssen, andererseits die Mitarbeiter eigene Vorstellungen und Ansprüche durchsetzen wollen. Man spricht auch bildlich von einer »Hammer-Amboss-Situation«. Seit jüngster Vergangenheit setzt sich eine zunehmende Dezentralisation von Aufgaben und Kompetenzen durch. Gefördert wird dies durch immer höhere Qualifikationsanforderungen an die Mitarbeiter, die bereit sind und häufig fordern, selbst Verantwortung zu übernehmen. Teamorientiertes Arbeiten, flache Hierarchien, die Pflege offener Kommunikation und umfangreiche kommunikationstechnische Unterstützung sind Mittel, Dezentralisation im betrieblichen Alltag zu etablieren. Diese Tendenz führt zur Verlagerung der Koordinationsaufgaben auf die operativ tätigen Mitarbeiter und damit zum Abbau der mittleren Führungsebene, zur »Verschlankung«, zum Lean Management. Die drei Führungsebenen können durch unterschiedene Tätigkeitsschwerpunkte, die im Spektrum zwischen strategischen Entscheidungen und Ausführung liegen, näher beschrieben werden.

Strategische Entscheidungen: Entscheidungen über Sachverhalte, die die strukturelle und langfristige Entwicklung des Unternehmens bestimmen. Hierzu gehören Grundsatzfragen, z.B. Fusion, Rechtsformwechsel, Outsourcing von Geschäftsfeldern, Neuorganisation, Bildung von Unternehmensleitlinien, die Koordination der großen betrieblichen Teilbereiche, die Entscheidung über bedeutsame Einzelvorhaben wie Großaufträge oder große Projekte, die Besetzung der Führungspositionen. Hier liegen die wichtigsten Betätigungsfelder der obersten Führungsebene.

Dispositive Entscheidungen: Die Strategien werden genauer formuliert und über verschiedenste Aktivitäten, z.B. in Projekten, umgesetzt oder durch verändertes Verhalten der Verantwortungsträger berücksichtigt. Unabhängig von Veränderungen ist die mittlere Führungsebene im Tagesgeschäft mit Einzelentscheidungen gefordert. Je nach Verantwortungsbereich sind vielfältige Entscheidungen zu treffen, z.B. im Fertigungsbereich über die Termintreue, Qualitätssicherung; im Controlling über Softwareeinsatz, Berichtssysteme; im Finanzbereich über Liquidität, Fremdfinanzierung etc.

Moderation: Zunehmende Spezialisierung und die raschen Innovationszyklen bringen es mit sich, dass Führungskräfte immer stärker vom Wissen verschiedenster Personen des Unternehmens unterstützt werden müssen. Über starr vorgegebene Berichtswege und hierarchische Anordnungen ist die Vermittlung des für die effiziente Entscheidung und Aufgabenbearbeitung benötigten Wissens nur bedingt möglich. Gefragt ist Kooperation, Teamarbeit, Kommunikation und Moderation über alle Führungsebenen hinweg.
Zielvereinbarung und Aufgabenvereinbarung treten bei der Mitarbeiterführung an die Stelle von Anweisungen. Anordnung: Auch heute werden in der betrieblichen Praxis bei vielen operativen Aufgaben detaillierte Anweisungen über das Was, Wer und Wann der Aufgabenerfüllung benötigt. Häufig sind dies Routineentscheidungen oder die direkte Umsetzung von Vorgaben der Vorgesetzten. Hier liegt das primäre Betätigungsfeld des Lower-Managements.

Ausführung: Die vorgesehenen Tätigkeiten zur Aufgabenerfüllung werden den Anforderungen entsprechend realisiert. Neben den Mitarbeitern ist i.d.R. auch die untere Führungsebene mit ausführenden Tätigkeiten beschäftigt.

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