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Kalkulationssatz

Der Kalkulationssatz wird im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) je Kostenstelle ermittelt und für die Kalkulation der zum Verkauf bestimmten Leistungen eingesetzt.

Man errechnet den Kalkulationssatz, indem man die Kostenträgergemeinkosten der Stelle durch die jeweilige Bezugsgröße dividiert:

Kalkulationssatz = Gemeinkosten der Kostenstelle / Bezugsgröße der Kostenstelle

Ist die Bezugsgröße eine Mengengröße, so erhält man als Kalkulationssatz einen Verrechnungssatz; ist sie dagegen eine Wertgröße, so erhält man als Kalkulationssatz einen Zuschlagssatz.

Beispiel:


Maschinenstundenverrechnungssatz =

Fertigungsgemeinkosten
= -------------------------------------------- =
Maschinenstunden

24 000
= --------------- = 12 (EUR/Std)
2 000




Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz =

Fertigungsgemeinkosten
= ------------------------------------ =
Fertigungseinzelkosten

24 000
= --------------- = 3 = 300 %
8 000

wird im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) pro Kostenstelle ermittelt und ist die Voraussetzung für die Durchführung der Zuschlagskalkulation, dient aber darüber hinaus noch anderen kostenrechnerischen Zwecken: •   Kalkulationssätze stellen das Bindeglied zwischen  Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung dar; denn mit ihrer Hilfe erfolgt die Verrechnung der Gemeinkosten auf die Kostenträger nach dem Verursachungsprinzip. •   Kalkulationssätze sind die Grundlage der Kostenkontrolle; denn sie dienen der Ermittlung der Sollkosten für den Soll-Ist- Vergleich, indem man den Plankalkula- tionssatz mit der Istbezugsgrösse multipliziert. •   Kalkulationssätze sind entweder schon selbst relevante Kosten oder dienen ihrer Errechnung. Allgemein erhält man einen Kalkulationssatz aus folgender Grundbeziehung: Kalkulation- (Gemein-)Kosten der Stelle j satz der            = --------------------------- ----- - Kostenstelle j Bezugsgrösse der Stelle j Sind die Kosten und Bezugsgrössen Ist-, Normal- oder Planwerte, dann erhält man Ist-, Normal- oder Plankalkulationssätze. Sind die Kosten Voll- oder Grenzkosten, dann erhält man Voll- oder Grenzkalkulationssätze. Sind die Bezugsgrössen Wert- oder Mengengrössen, dann erhält man Kalkulationssätze mit der Dimension DM/DM (%) oder DM/ Mengeneinheit. Das Hauptproblem bei der Bildung von Kalkulationssätzen ist das Herausfinden der richtigen Bezugsgrösse pro Kostenstelle, d.h. genauer Massstäbe der Kostenverursachung. Dieses Problem musste schon bei der Einteilung des Betriebs in Kostenstellen gelöst werden; es tauchte wieder auf bei der verursachungsgemässen Gemeinkostenverteilung auf die Kostenstellen und bei der Durchführung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung. Häufig werden nicht nur eine, sondern mehrere Bezugsgrössen pro Kostenstelle ausgewählt. Dies wird immer dann erforderlich, wenn sich nicht alle Kosten proportional zu einer Bezugsgrösse verhalten. Beispiele sind Fertigungsstellen mit Serienproduktion; denn hier stehen ein Teil der Kosten in Abhängigkeit von den Maschinenstunden (Ausführungsstunden) und ein anderer Teil in Abhängigkeit von den Rüststunden. Ein anderes Beispiel sind Materialläger, deren Kosten jeweils zum Teil vom Gewicht, vom Volumen oder vom Wert der lagernden Werkstoffe abhän- gen können. Die "typischen" Bezugsgrössen und damit auch Kalkulationssätze seien für die wichtigsten Gruppen von Kostenstellen ( Kostenstellenplan) erläutert: Die "Kalkulationssätze" der Stellen des allgemeinen Bereichs sind die innerbetrieblichen Verrechnungssätze ( innerbetriebliche Leistungsverrechnung, Gleichungsverfahren). Der Quotient aus Kosten und Bezugsgrössen wird gewöhnlich bei Hauptkostenstellen "Kalkulationssatz" genannt und bei Hilfskostenstellen "Innerbetrieblicher Verrechnungssatz", obwohl grundsätzlich keine Unterschiede zwischen beiden Sätzen bestehen. Im Materialbereich wird eine Abhängigkeit der Materialgemeinkosten vom Einzelmaterial unterstellt. Diese Relation, die natürlich dem Verursachungsprinzip nur unvollkommen gerecht werden kann, wird meistens differenziert in einen mengenabhängigen Teil (z.B. für die Manipulationsarbeiten im Lager) und einen wertabhängigen Teil (z.B. für Zinsen und Versicherungen), wobei ausserdem noch nach Werkstoffarten unterschieden wird. Im Fertigungsbereich sind verursachungsgerechte Beziehungen zwischen Gemeinkosten und Bezugsgrössen relativ gut herstellbar; dies spiegelt sich in der Vielzahl der im Fertigungsbereich verwandten verschiedenartigen Kalkulationssätze wider. Als typische Beispiele seien die Fertigungslöhne genannt, die man in lohnintensiven (handarbeitsintensiven) Stellen als Bezugsbasis wählt; in mechanisierten und automatisierten Abteilungen mit verhältnismässig kleinem Lohnkostenanteil an den Gesamtkosten verwendet man (als Mengenschlüssel) die Maschinenstunden (oder Stückzahlen oder Gewichte, etc.). Im Vertriebsbereich ist das Verursachungsprinzip schlechter einzuhalten als im Fertigungsbereich. Als Bezugsgrösse werden gewöhnlich die Herstellkosten der umgesetzten Produkte gewählt. In genauen Kostenrechnungen wird sehr weitgehend nach Verkaufsbereichen und vor allem Produktgruppen differenziert. So verursachen die einzelnen Produkte, die in unterschiedlichen Abteilungen verkaufsmässig betreut werden, z.B. unterschiedliche Werbekosten, Lagerkosten, Ver- packungs- und Versandkosten, etc. Im Verwaltungsbereich kann man nur noch in ganz geringem Masse eine verursachungsgerechte Beziehung zwischen den Verwaltungskosten und betrieblichen Produkten finden. Als - auf dem Durchschnittsprinzip ( Kostenrechnungsprinzipien) basierende — "Hilfs-" Bezugsgrösse wählt man die gesamten Herstellkosten (oder seltener die Fertigungskosten) oder aus Vereinfachungsgründen oft die Herstellkosten des Umsatzes, um die Verwaltungsgemeinkosten zusammen mit den Vertriebsgemeinkosten mit Hilfe eines einheitlichen "Vertriebs- und Verwaltungsge- meinkostenzuschlagssatzes" auf die betrieblichen Produkte zu verrechnen. Die unterschiedliche Verwirklichung des obersten Grundsatzes der Kostenrechnung, die Anwendung des Verursachungsprinzips, schlägt sich in der Bildung von mehr oder weniger differenzierten Kalkulationssätzen für die einzelnen betrieblichen Teilbereiche nieder. Im Fertigungsbereich geht man z.T. bis auf die Kostenplätze ( Platzkostenrechnung) zurück, im allgemeinen Bereich, Material- und Vertriebsbereich bis auf die Kostenstellen - bei Differenzierung nach Material- und Produktarten etwas weiter —, und im Verwaltungsbereich endet die Bildung von Kalkulationssätzen i.d.R. schon beim Kostenbereich.                 Literatur: Haberstock, L., Kostenrechnung I, Einführung, 9. Aufl., Hamburg 1993. Haberstock, L., Kostenrechnung II, (Grenz-)Plankostenrechnung, 7. Aufl., Hamburg 1986. Haberstock, L., Grundzüge der Kosten- und Erfolgsrechnung, 4. Aufl., München 1993.

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