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Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) ist eine Art Buchführung einer Volkswirtschaft, in der die Entstehung, Verteilung und Verwendung des Bruttoinlandsproduktes bzw. Bruttosozialproduktes aufgezeigt und analysiert wird. Sie ist ein Begriffs- und Zahlenwerk, welches ein möglichst umfassendes, übersichtliches und hinreichend gegliedertes Gesamtbild des wirtschaftlichen Geschehens geben soll. Die amtliche VGR wird vom Statistischen Bundesamt (Destatis) erstellt.

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) heißt eine spezielle statistische Rechnung. In ihr werden die Güter-, Einkommens- und Finanzierungsströme, die in einer Zeitperiode zwischen den einzelnen Sektoren einer Volkswirtschaft (private Haushalte, Unternehmen, Staat) sowie zwischen ihnen und dem Ausland fließen, in Konten erfasst und dargestellt. Die VGR kann man durchaus als eine Art Buchführung der Volkswirtschaft verstehen. Ihr Ziel ist ein möglichst umfassendes, übersichtliches und in Zahlen ausgedrücktes Gesamtbild des wirtschaftlichen Geschehens in einer Volkswirtschaft für eine Zeitperiode.

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) ist ein auf der Kreislaufanalyse (Wirtschaftskreislauf) basierendes System der kontenmäßigen Erfassung und Darstellung wirtschaftlicher Vorgänge mit dem Ziel, ein möglichst umfassendes, übersichtliches, hinreichend gegliedertes, quantitatives Gesamtbild des wirtschaftlichen Geschehens für eine bestimmte Periode zu vermitteln.

Auf Englisch heisst Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung: national income accounting, national income and product accounting oder auch macroeconomic accounting.

Siehe auch Bruttoinlandsprodukt, Leistungsbilanz, Sozialprodukt,



(VGR) in der Form eines Kreislaufschemas (Wirtschaftskreislauf) erstelltes Rechenwerk zur umfassenden, hinreichend gegliederten Darstellung der quantitativ er-faßbaren Wirtschaftstätigkeit von inländischen Wirtschaftseinheiten in einem abgelaufenen Zeitraum. Die einzelnen miteinander verflochtenen Teile des Rechenwerks bilden ein geschlossenes System. Die VGR der BRD wird gemäss dem Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (1953) vom Statistischen Bundesamt aufgestellt. Sie ist aus dem Standardsystem der OEEC hervorgegangen und entspricht wie dieses konzeptionell dem System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Vereinten Nationen (System of National Accounts), und zwar in der für die Europäischen Gemeinschaften geltenden Form des »Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen« (1995). Die Berechnungsgrundlagen stammen aus allen Gebieten der Wirtschafts-, Finanz-und Erwerbstätigkeitsstatistik. Wegen des z.T. erst spät verfügbaren Materials finden mehrfach Korrekturen und in mehrjährigen Abständen große Revisionen statt. a) Der Kontenplan umfaßt in horizontaler und vertikaler Gliederung (Mischkonten-system) insgesamt 62 Konten, welche die nach dem System der doppelten Buchführung vorgenommenen Buchungen enthalten. b) Für die Kontenpositionen (ohne Untergliederungen) gilt das Rahmenschema auf der folgenden Seite. c) Die Strukturierung der VGR erlaubt eine unmittelbare Entnahme der wichtigsten gesamtwirtschaftlichen Größen. Die traditionelle Sozialproduktanalyse ist in das Rechenwerk voll integriert. d) Die VGR ist in rascher Entwicklung begriffen. Die Integration mit verwandten Rechenwerken wie Zahlungsbilanz, Finanzierungsrechnung, Geldstromanalyse, - Input-Output-Tabelle und volkswirtschaftliche              Vermögensrechnung schreitet fort. Erfolge sind auch bei der Darstellung für kleinere regionale Einheiten (Länder, Bezirke, Kreise) und kürzere Zeiträume (Halb- und Vierteljahre) zu verzeichnen. Daneben bemüht man sich um die Entwicklung historischer Reihen. Grundlagen für diese Weiterentwicklungen bilden das System of National Accounts (SNA) aus dem Jahre 1993 sowie das ESVG 1995. Zur Verwendung als Diagnoseinstrument tritt zunehmend auch der Einsatz bei gesamtwirtschaftlichen Vorausschätzungen. Prognostischen Zwecken stellt die VGR inzwischen verhältnismäßig lange Reihen wichtiger Variabler zur Verfügung. Darüber hinaus bietet sie als geschlossenes Kreislaufschema Gewähr für konsistente Aussagen und gestattet eine Plausibilitätsprüfung einzelner Annahmen mit Hilfe der korrespondierenden Ströme.
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung Doch selbst bei ihren zentralen Fragestellungen wird die VGR nicht allen Anforderungen gerecht. Oft scheitert sie am statistischen Grundlagenmaterial bzw. an der politischen Zustimmung zu entsprechenden Erhebungen. Das gilt z.B. für alternative institutionelle Gliederungen, etwa die Darstellung des - Einkommenskreislaufs und der Vermögensbildung mit sozialer Schichtung. Es bestehen aber auch konzeptionelle Mängel. So schließt die VGR einen Kompromiss zwischen dem marktorientierten und dem wohlfahrtsorientierten Erfassungskonzept, indem z.B. die unentgeltliche hauswirtschaftliche Produktion von Dienstleistungen (mit Ausnahme der Nutzungen eigener Wohnungen) unberücksichtigt bleibt (Marktkonzept), aber beim Staat eine Produktionstätigkeit in Betracht gezogen wird, obwohl keine Verkäufe stattfinden (Wohlfahrtskonzept). Da zwischen materieller Produktion und immaterieller Produktion nicht unterschieden wird, ebenso keine Differenzierung zwischen Verbrauch und Gebrauch erfolgt, fehlt der Anschluss an dringend erforderliche Materialbilanzen. Auch eine Verknüpfungsmöglichkeit mit demographischen Gesamtrechnungen, die - Bevölkerungsbewegungen untersuchen, ist noch nicht in Sicht.
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung Das ursprüngliche Ziel der Arbeiten von internationalen Organisationen (UN, OEEC, EG), Vergleiche zwischen verschiedenen Volkswirtschaften zu ermöglichen, wird auch durch die neuen Rechnungssysteme im wesentlichen nicht erreicht. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich beim Vergleich mit den Gesamtrechnungssystemen sozialistischer Volkswirtschaften (- Material Product System), weil Begriffssysteme und wirtschaftliche Strukturen, nicht zuletzt auch Preisstrukturen, krass voneinander abweichen. Eine Umrechnung in fremde Währungseinheiten ist vollends problematisch, da - Wechselkurse auf nicht repräsentativen Märkten zustandekommen und geeignete Kaufkraftparitäten meist nicht verfügbar sind. Ein (allerdings durch großen Rechenaufwand belasteter) Ausweg ist Rechnung in Währungseinheiten und Preisen eines der Vergleichsländer, doch erhebt sich dabei die Gefahr, den individuellen Knappheitsverhältnissen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen nicht gerecht zu werden. Die geringe Aussagekraft der VGR hinsichtlich gesellschaftlicher Tatbestände wie -p Lebensqualität und Wohlstand hat die Arbeiten an konkurrierenden Rechenwerken gefördert. Soweit sie eindimensional angelegt sind, d.h. in Geldwerten messen, jedoch im Kontenplan, in den Kontenpositionen, bei Erfassung und Bewertung Anderungen vornehmen (z.B. sozialen Kosten wie –* Umweltverschmutzung und sozialen Erträgen wie Freizeitgewinn Rechnung tragen), können sie immer noch als modifizierte VGR-Konzepte verstanden werden. Soweit sie allerdings mehrdimensional angelegt sind, d.h. eine Sammlung von - sozialen Indikatoren mit monetären und nichtmonetären Größen präsentieren, handelt es sich um Gegenkonzepte zur VGR. Sie verzichten auf die systembildende Einheit und Geschlossenheit der VGR und gewinnen dafür größere Sensitivität für die verschiedenen Komponenten der Lebensqualität (z.B. Freiheit, Gesundheit,Zufriedenheit am Arbeitsplatz). Literatur: Haslinger, F. (1995). Brümmerhoff, D. (1995). Frenkel, M., lohn, K.D. (1999). Stobbe, A. (1994)

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