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Allfinanz

Strategie zur Integration von Vertriebswegen verschiedenartiger Finanzdienstleistungen unter dem Dach eines Finanzdienstleistungsinstituts, um die jeweiligen Kunden- und Marktpotentiale besser ausschöpfen zu können. Durch die Erweiterung der Produktpalette von Kreditinstituten um Versicherungsprodukte können den (bestehenden) Bankkunden auf diese Weise alle Finanzdienstleistungen „aus einer Hand" angeboten werden.

>>> Finanzdienstleistungen

Eine unternehmenspolitische Konzeption von Kreditinstituten und anderen Finanzdienstleistungsunternehmen. Dabei sollen möglichst alle sich gegenseitig in gewisser Weise ergänzenden Finanzprodukte von einer Stelle aus angeboten und der Kunde darüber beraten werden. Neben den klassischen Bankprodukten gehören zum Allfinanzangebot insbesondere Bauspargeschäfte und Versicherungsprodukte, aber auch Kreditkartenangebote und Vermögensverwaltungen. Der Zweck ist regelmäßig die Stärkung der Kundenbindung und die Erweiterung des Kundenkreises durch Cross-Selling. Allfinanzgeschäfte werden entweder durch Gründung eigener passender Tochterunternehmen oder durch Kooperation mit anderen Finanzdienstleistern, mit denen häufig eine kapitalmäßige Verflechtung besteht, organisatorisch eingebunden.

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Durch die Verschmelzung (Konzentration) von Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften ist dies ein Konzept des Angebots von Finanzdienstleistungen aus einer Hand.

Leistungspolitische Strategie von Banken und anderen Finanzinstituten (Allfinanzinstitute). Ihre Realisierung führt zur Integration von bisher separierten Teilmärkten des Finanzdienstleistungsmarkts und zu Wandlungen der Wettbewerbsstruktur der nationalen Finanzmärkte. Bezieht sich meist schwerpunktmässig auf die Verbindung von Bank- und Versicherungsleistungen. Dynamische Entwicklungen und nachhaltige Veränderungen der Finanzmarktstrukturen in den letzten Jahrzehnten haben so die Trennlinie zwischen Bank- und Versicherungsgeschäft zunehmend verwischt. Vor allem der Bereich langfristiger Anlage- und Vorsorgeprodukte, die an wechselnde Kundenbedürfnisse wie an gestiegene Kundenansprüche bei Konditionen und Rendite flexibel ange-passt werden können, wird von Banken und Versicherungen als Wachstumsmarkt angesehen. Zudem soll eine Diversifizierung der angebotenen Finanzprodukte aus Sicht der Anbieter neben mehr Flexibilität hins. Wünsche und Bedürfnisse der Kunden eine Verbreiterung und Versteti-gung der Ertragsbasis über den bestehenden Geschäftskreis sichern. Zudem sollen durch Nutzung der jeweils anderen Vertriebswege auf Kapital schonende Weise vorteilhafte Ertragsquellen erschlossen werden. Anders als in der Versicherungs- war in der Kreditwirtschaft dabei die Erschliessung neuer Vertriebswege schwierig, da sich zeigte, dass Versicherungsprodukte über Bankzweigstellen einfacher als Bankprodukte über den Versicherungsaussendienst vermittelt werden können. Gleichwohl verstärkte sich die Vorstellung, sich bietende Chancen im Segment private Altersvorsorge in der Anspar- wie der anschliessenden Vermögensverwaltungsphase zu nutzen und so die Abhängigkeit der Jahresergebnisse vom Zins-überschuss durch steigende Provisionserträge zu verringern. Zugleich wurde Ausgleichen von Ertragsschwankungen dadurch angestrebt, dass erfahrungsgem. Erträge von Banken und Versicherungen auf Konjunkturschwankungen zumind. teilw. gegenläufig reagieren. Daneben waren Banken bestrebt, mit eigenen Produkten in Bereiche vorzudringen, die zuvor Versicherungen vorbehalten blieben, z. B. durch Entwicklung und Einsatz von Kreditderivaten in dem vorher von Versicherern mit Kreditversicherungen dominierten Marktsegment. »Allfinanz« wurde damit zu einer Strategie, Kunden über den ursprünglich eigenen Tätigkeitsbereich in einer Branche hinaus umfassend mit Finanzdienstleistungen zu versorgen, durch Optimierung der Kundenorientierung die Kundenbindung zu stärken und so nachhaltigere und stetigere Erträge zu erwirtschaften. Die Umsetzung dieser geschäftspoliti- sehen Kooperationsstrategie wurde in verschiedenen Gestaltungen mit unterschiedlicher Intensität der Integration der neuen Geschäftsfelder verfolgt: von Formen loser, offener Kooperation bis vollständiger Einbindung in einen Konzern.

schlagwortartige Kennzeichnung der seit den achtziger Jahren zu beobachtenden Tendenz grosser Banken, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen, die traditionellen Grenzen ihres Tätigkeitsfeldes zu überschreiten, um ihren Kunden umfassende Angebote an Finanzdienstleistungen bereitzustellen. Be- donders stark ist diese Tendenz bei den Banken ausgeprägt. Institutionell zeigt sie sich in der Gründung entsprechender Tochtergesellschaften (z.B. Deutsche Bank Bauspar-AG, Lebensverischerungs-AG der Deutschen Bank), in grösseren Kapitalbeteiligungen (z.B. Dresdner Bank an der Leonberger Bausparkasse) und in Kooperationsabkommen; funktionell wird auf dieser Basis insb. der gemeinsame Vertrieb der Produkte angestrebt. Erklärtes Ziel der Grossbanken ist es, sich auf diese Weise von einer Universalbank zu einem "Allfinanzanbieter" zu entwickeln.   Literatur: Remsperger, H., Erscheinungsformen, Ursachen und Implikationen von Allfinanz-Strate- gien, in: Die Bank, 29. Jg. (1989), S. 299 ff. Süch- ting,J., Überlegungen zur Attraktivität eines Allfi- nanzangebotes, in: bank und markt, 16. Jg. (1987), Heft 12, S. 7 ff.

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