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innerbetriebliche Produktionsstatistik

Teil der Betriebsstatistik, der den Einsatz der Produktionsfaktoren und das Produktionsergebnis nach Menge, Qualität und Wert registriert. Erfassung und Vergleich der entsprechenden Werte erfolgen mit Hilfe von Kennzahlen: Ziel der Produktionsstatistik ist es, Unterlagen für die Verbesserung der betrieblichen Prozesse zu entwickeln und damit zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit beizutragen. Bei der Ermittlung der verbrauchten Produktionsfaktoren werden einerseits Verbrauchsfaktoren (Repetiergüter) in Form von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, andererseits Potentialgüter wie Produktionsanlagen und Personal unterschieden. Die Materialverbrauchsstatistik soll die Mengen der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe darstellen, die in einer Zeitspanne für die Produktion verwandt worden sind. Diese Angaben müssen einerseits nach Stoffarten und andererseits nach der Einsatzstelle im Produktionsprozess gegliedert werden. Die Erfassung der Rohstoffe setzt voraus, dass die Aufzeichnungen über Materialentnahmen eine unmittelbare Zuordnung der verbrauchten Mengen zur Produktion erlauben. Der tatsächliche Verbrauch kann bei standardisierten Gütern dem Normalverbrauch gegenübergestellt werden. Letzterer wird aus den Stücklisten abgeleitet. Der Vergleich beider Werte gibt Hinweise auf die Wirtschaftlichkeit des Materialeinsatzes. Der Energieverbrauch wird sowohl hinsichtlich der installierten als auch der verbrauchten Leistung bewertet. Von Bedeutung sind auch die Anteile verschiedener Energieformen am Gesamtverbrauch sowie deren Verschiebungen im Zeitablauf. Die Arbeitszeitstatistik als Teil der Personalstatistik gibt Aufschluss über den Verzehr an Arbeitsleistungen für verschiedene Produktionsprozesse (Kostenstellen) und Aufträge ( Kostenträger). Da trotz fortschreitender Automatisierung die menschliche Arbeitskraft auch weiterhin einen Engpassfaktor darstellt, ist die Arbeitszeitstatistik ein wichtiges Instrument sowohl zur Kapazitäts- und Terminplanung (Sollzeitvorgaben) als auch zur Auftragsverfolgung und -kontrolle (Vergleich von Soll- und Istzeiten). Überproportionale Abweichungen führen zum frühzeitigen Erkennen von Fehlentwicklungen. Die Maschinen- und Anlagenstatistik erfasst die zeitliche Auslastung der für die Produktion bereitgestellten Maschinen ( Beschäftigungsgrad). Die Betriebs-, Stillstands- und Ausfallzeiten bilden die Grundlage für die Entwicklung von Maschinenbelegungen sowie Wartungs- und Investitionsplänen (Ausmusterung unrentabler Anlagen). Kennzahlen, die den Verbrauch verschiedener Produktionsfaktoren zueinander in Beziehung setzen, dienen dem besseren Erkennen und Vergleich der Struktur von Produktionsprozessen. So gibt z.B. der Anteil der Materialkosten an den gesamten Produktionskosten die Materialintensität wieder. Der Produktionsausstoss, d.h. die Menge der in einer Zeitperiode (z.B. Tag, Woche) in einzelnen Teileinheiten des Unternehmens (z.B. Abteilungen, Maschinen, Arbeitsplätzen) produzierten Güter und Leistungen kann quantitativ meist ohne Schwierigkeiten erfasst werden. Dies gilt vor allem für Unternehmen mit einer ununterbrochenen Fertigung von Produkten mit geringer Fertigungstiefe. So lässt sich z.B. die Produktionsleistung einer Brauerei sowohl insgesamt durch die produzierte Biermenge in Hektolitern als auch in einzelnen Abteilungen (z.B. in der Abfüllabteilung durch die Zahl der abgefüllten Flaschen) mit Hilfe von Kennzahlen messen. Durch einen Vergleich mit Planwerten oder entsprechenden Ergebnissen früherer Zeiträume (z.B. Vorwochen, Vorjahr) lässt sich eine einfache Bewertung der Ergebnisse erreichen. In Unternehmen mit einem differenzierten Angebot (z.B. werden in Grossunternehmen der Elektrotechnischen oder Chemischen Industrie mehrere zehntausend Produkte und Dienstleistungen laufend erstellt) und/oder einem häufig wechselnden Produktionsprogramm bedarf es allerdings geeigneter Bewertungen, um zu vergleichbaren Ergebnissen zu gelangen. Halbfabrikate werden meist mit internen Verrechnungssätzen bewertet, Fertigfabrikate zu Herstellungskosten, Dienstleistungen (z.B. in den Bereichen Forschung, Entwicklung oder Konstruktion) mit Stundensätzen (meist differenziert nach dem Ausmass der Qualifikation der entsprechenden Mitarbeiter). In Betrieben mit einer tief gegliederten Fertigung wird auch eine differenzierte Auftragsstatistik im Rahmen der Produktionsstatistik geführt. Diese umfasst die bereits in Arbeit befindlichen, die eingeplanten und die noch nicht eingeplanten Aufträge. Die Auftragsstatistik ist die Grundlage für eine effiziente Planung des Produktionsablaufs (Produktion in sinnvollen Losgrössen, Minimierung von Rüstzeiten etc.) sowie für die laufende Terminüberwachung. Die Daten werden auch von der Einkaufs- und Lagerstatistik zur Disposition der Rohstoffe und Einzelteile benötigt. Die Sicherstellung einer hohen Qualität hat in allen Betrieben eine grosse Bedeutung. Hierzu dienen Qualitätskennzahlen.   

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