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Wachstumsmodelle

Systematisierung der für das wirtschaftliche Wachstum wesentlichen Beziehungen im Rahmen der Wachstumstheorie; insbes. wird die Frage nach den Bedingungen eines Wachstumsgleichgewichts (steady state growth) gestellt. Als Prämissen gehen in die Wachstumsmodelle Annahmen über die technischen Bedingungen der Produktion ein (Produktionsfunktion), über das Verhalten der Unternehmen und Konsumenten (Investitionsfunktion, Sparfunktion), die Wachstumsrate der Bevölkerung, Art und Ausmass des technischen Fortschritts sowie über die Gleichgewichtsbedingungen (Vollauslastung des Produktionspotentials, Vollbeschäftigung). Im DOMAR-Modell und im HARROD-Modell werden die Bedingungen eines steady-state-Wachstums unter der Voraussetzung konstanter Produktionskoeffizienten bzw. einer Investitionsfunktion gemäss dem Akzelerationsprinzip abgeleitet. Das Resultat (Notwendigkeit der Übereinstimmung von natürlicher und befriedigender Wachstumsrate) wurde als unzulänglich empfunden, da beide unabhängig voneinander und nur durch Zufall zur Übereinstimmung zu bringen sind. Man suchte nach größerer Flexibilität durch eine differenzierende Sparfunktion, die der unterschiedlichen Sparquote der Unternehmen und Haushalte Rechnung trägt, oder durch Einführung einer neoklassischen Produktionsfunktion mit substitutiven Produktionsfaktoren wie im SOLOW-Modell. Die Einbeziehung des technischen Fortschritts führt zu Modellen, die diesen als endogene Variable betrachten (learning by doing), sowie zur Aufspaltung der Produktionsfunktionen in Jahrgangsproduktionsfunktionen für einzelne Investitionsjahrgänge, dem vintage approach mit investitionsgebundenem technischen Fortschritt. In bezug auf die Produktionsfunktion eines einzelnen Investitionsjahrgangs stellt sich die Frage nach der Substituierbarkeit von Kapital und Arbeit. Diese ist im Planungsstadium zweifellos gegeben, solange die Investition noch nicht durchgeführt wurde; es ist jedoch unrealistisch anzunehmen, sie sei danach noch im gleichen Mass vorhanden (Substituierbarkeit ex ante und ex post; Leif JOHANSEN, 1959). Läßt man dementsprechend Substitution nur ex ante, nicht aber ex post zu, erhält man ein sog. putty-clay-Modell (Robert M. SOLOW, 1960, 1962; putty = Kitt, clay = Ton; ersterer bleibt verformbar, letzterer büßt die Verformbarkeit nach der Bearbeitung ein). Bei putty-putty-Modellen bzw. clayclay-Modellen wird Substituierbarkeit bzw. Linitationalität sowohl ex ante als auch ex post vorausgesetzt. Im Rahmen des neoklassischen Wachstumsmodells taucht die Frage nach dem optimalen Wachstumsgleichgewicht auf, da alternativen - Sparquoten verschiedene steadystate-Wachstumspfade entsprechen, die zwar identische Wachstumsraten aller Variablen aufweisen, jedoch auf verschieden hohen Niveaus verlaufen. Das optimale Wachstumsgleichgewicht, bezogen auf die Zielsetzung der Maximierung des dauerhaft möglichen Konsums, wird beschrieben durch die Goldene Regel der Akkumulation (golden rule of accumulation; Edmund S. PHELPS, Maurice ALLAIS, Joan ROBINSON, Carl Chr. von WEIZSACKER), welche verlangt, dass das um die Abschreibungsrate verminderte Grenzprodukt des, Kapitals gleich der natürlichen Wachstumsrate ist (HARRODModell). Befindet sich eine Volkswirtschaft nicht auf dem optimalen Wachstumspfad, hat man abzuwägen, ob es sich lohnt, diesen anzustreben. In diesem Zusammenhang wird er mit einer turnpike verglichen (= autobahnähnliche Schnellstraße). Die Mühe des Uberwechselns auf die Schnellstraße lohnt sich um so mehr, je weiter die Reise gehen soll, d.h. je länger der Planungshorizont ist. Alternative Ansätze zur Behandlung des Problems des optimalen Wachstums bieten das RAMSAY-Modell (Frank RAMSAY, 1928), das eine im Zeitablauf variable Wachstumsrate zuläßt (- endogenes Wachstum), und das NEUMANN-Modell (John von NEUMANN, 1937), das anstelle einer makroökonomischen Produktionsfunktion eine Vielzahl linearer Produktionsprozesse unterstellt. Literatur: Frenkel, M., Hemmer, R. (1999) König, H. (1970). Sen, A. (1970)

gedankliches Konstrukt, das die für die Problemstellung wesentlichen Merkmale des wirtschaftlichen Wachstumsprozesses auf vereinfachte Weise abbildet. Im Mittelpunkt der Wachstumstheorie stehen Modelle des Wachstumsgleichgewichts.

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