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Swap

Austausch von Forderungen oder Verbindlichkeiten in gleicher oder fremder Währung mit dem Ziel, einen Finanzierungs- oder Zins- bzw. Renditevorteil (Zins, Rendite) zu erlangen. Swaps gehören zu den erfolgreichsten Finanzinnovationen der letzten Jahre. Beispiel: Tausch einer festverzinslichen gegen eine variabel verzinsliche Forderung.

Ein Swap ist ein Tauschgeschäft, das zwischen den Vertragspartnern individuell vereinbart wird. Aus dem Finanzbereich sind die bekanntesten Formen die Asset-and-Liability Swaps (Interest Rate Swaps, Zinsswaps) sowie Currency Swaps (Währungsswaps). Bei den Interest Rate Swaps vereinbaren die Vertragspartner für eine festgelegte Laufzeit den Tausch von Zinsverpflichtungen bzw. Zinseinkünften auf einen bestimmten Kapitalbetrag. Dabei besteht eine Grundform in dem Tausch von variablen gegen fixe Zinszahlungen. Es ist aber auch ein Tausch unterschiedlich gebundener, variabler Zinszahlungen möglich. Bei Currency Swaps werden für einen bestimmten Kapitalbetrag die Währungen und die mit der Kapitalbedienung verbundenen Verpflichtungen oder Erträge getauscht. Bei Abschluss des Swaps wird vereinbart, dass am Ende seiner Laufzeit die Währungen zurückgetauscht werden, wobei i.A. der Rücktauschkurs schon fest vereinbart wird. Swapgeschäfte ermöglichen den Geschäftspartnern, komparative Vorteile, die sie an den unterschiedlichen Märkten genießen, auszunutzen.

(a) Kombination von Kassa- und Termingeschäft im Devisenhandel (Devisen-Reportgeschäft);

(b) Tausch von Zahlungsverpflichtungen mit dem Ziel, relative Vorteile zu arbitieren. Derartige relative Vorteile können ihre Ursache aus der unterschiedlichen Bonität und Stellung der Partner am Markt und/oder unterschiedlichen Konditionen am nationalen Markt und internationalen Finanzmärkten haben. Swaps ermöglichen die Ausnutzung von komparativen Vorteilen an den verschiedenen Märkten und implizieren damit letztlich Finanzinnovationen. Swapfähig sind Zinszahlungsverpflichtungen aufgrund unterschiedlicher Zinsbindungszeiträume, Währungen oder Zinszeiträume und Währungen. Entsprechend wird zwischen Zinsswaps, Währungsswaps sowie Zins- und Währungsswaps unterschieden.

Finanzswap...

1. Allg. im Finanzwesen: (Aus-) Tausch bestimmter Objekte, Rechte u.dgl. zwischen den daran teilnehmenden Parteien: z. B. Devisenbeträge, Forderungen, Verbindlichkeiten, Zins-, Währungsverbindlichkeiten, Wertpapierbestände u. a.
2. Finanzswap. Finanzinstrument sowohl zur Absicherung gegen Zinsänderungs- als auch gegen Wechselkursrisiken (Zins-, Währungsswap), neben solcher gegen Aktienkurs- und Warenpreisrisiken, wobei jeweils unterschiedliche Swaparten zur Anwendung gelangen. Grundprinzip eines Swap ist der Austausch von Zahlungsforderungen oder -Verbindlichkeiten zwischen i. d. R. 2 Parteien mit dem Ziel, relative Kostenvorteile, die eine Partei auf Grund ihrer Bonität, ihrer Stellung an einem Finanzmarkt oder von wirtschaftlichen oder rechtlichen Marktzugangsrestriktionen geniesst, zu arbitrieren. Swaps lassen sich als Transformation der Theorie der komparativen Kosten auf den Finanzmarkt interpretieren. So besteht das Grundprinzip im Austausch von Zahlungsforderungen oder -Verbindlichkeiten mit dem Ziel, relative Vorteile, die ein Vertragspartner gegenüber dem anderen auf Grund der spezif. Stellung an einem bestimmten Finanzmarktsegment geniesst, zu beiderseitigem Vorteil zu nutzen und gegen Entgelt zugänglich zu machen, d.h. zu arbitrieren. Ausgehend von der Systematik der Swapgeschäfte ist die Realisation der Vorteilhaftigkeit an verschiedene Voraussetzungen gebunden. Beim einfachen Zinsswap müssen die Finanzierungsinteressen bzgl. der Zinsberechnungsbasen entgegengesetzt (festverzinslich vs. variabel verzinslich) sein, und die Risikoprämien zwischen Festzins- und variabel verzinslichen Mitteln sollten differieren. Häufig bilden dabei Bonitätsunterschiede die Ursache der Zinsdifferenzen. Mit dieser Arbitrage erhält jeder Partner die gewünschte Zinsberechnungsbasis. Beim Währungsswap haben die - häufig in unterschiedlichen Ländern domizilierenden - Swappartner gleiche Finanzierungsbedürfnisse hins. Volumen, Laufzeit und Zinsberechnungsbasis, aber entgegengesetzte Valutabedürfnisse. Durch die Swap-technik wird es möglich, Mittelaufnahmen währungs-und zinsmässig nicht mehr nur entspr. der späteren Verwendungssituation, sondern ausschl. nach Kostengesichtspunkten auszurichten. Bei Swaptransaktionen mit bereits bestehenden Verbindlichkeiten können häufig veränderte Zins- und Währungsentwicklungen, die eine Ablösung bzw. Umgestaltung bestehender Verbindlichkeiten unter Kostengesichtspunkten vorteilhaft erscheinen lassen, als Auslöser für derartige Transaktionen in Frage kommen. Neben solchen primär rentabilitätsorientierten Swaptransaktionen können diese auch aus risikopolitischen Überlegungen eingesetzt werden, so als Einsatz von Interestrateswaps zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken oder von Currencyswaps gegen Währungsrisiken.
3. Tauschoperation im Devisenhandel zwischen Geschäftsbanken.
4. Geldpolitisches (Devisenhandels-) Instrument mancher Zentralbanken.
5. Debt/Equityswap.
6. Bondswap.
7. Loanswap.

derivatives Finanzinstrument, bei dem zwei Vertragsparteien die gegenseitige Übernahme von Zahlungsströmen (Tausch) für einen bestimmten Zeitraum und nach einem vorher festgelegten Ablaufplan vereinbaren. Die Finanzinstrumente, die den jeweiligen Zahlungsströmen zugrunde liegen (insb. Rechtsbeziehungen zu den Gläubigern bzw. Schuldnern) bleiben durch den Swap unberührt. Die meisten Swaps beziehen sich auf Verpflichtungen aus Verbindlichkeiten, in geringerem Umfang liegen auch Forderungen (Asset Swap) zugrunde. Zwei Grundformen sind entstanden: ·    Zinsswaps beinhalten den Tausch von Zinsbeträgen, die unterschiedlich geartet sind. ·    Währungsswaps umfassen den Tausch von Kapital- und Zinsbeträgen, die auf eine unterschiedliche Währung lauten. Daraus wurden zahlreiche Varianten entwickelt z. B. ÷Terminswaps, Optionen auf einen Swap (Swapoption), Rohstoffswaps und Swaps mit Aktien (Equity Swaps). Der Swapmarkt entstand erst Anfang der 80er Jahre und expandierte seither mit Wachstumsraten von zeitweise über 50% jährlich (vgl. Tab.). Die meisten Swaps lauten auf US-Dollar, aber auch für D-Mark, Yen, ECU, Schweizer Franken und Pfund Sterling sind ausreichende Märkte entstanden. Das Volumen einzelner Swaps beträgt US-$ bzw. DM 5 Mio. oder ein Vielfaches, die Laufzeit i. d. R. zwischen zwei und zehn Jahren, für Zinsswaps auch darunter. Swaps können während der Laufzeit durch Zahlung eines Geldbetrages an den Partner, durch Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer oder durch Abschluss eines Gegenswaps vorzeitig aufgehoben werden. Die meisten Swapgeschäfte werden zwischen Banken oder mit einer Bank als Partner abgeschlossen; nur noch selten sind Wirtschaftsunternehmen oder staatliche und supranationale Institutionen, die den Swapmarkt ebenfalls rege nutzen, unmittelbar Vertragsparteien. In der Anfangsphase gaben für die Schuldner komparative Finanzierungsvorteile sowie rechtliche und institutionelle Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Finanzmärkten (z. B. Geldmarkt oder nationale Kapitalmärkte) den Ausschlag, einen Markt in Anspruch zu nehmen und anschliessend erst durch einen Swap wirtschaftlich die gewünschten Mittel zu generieren. Mittlerweile ist das Motiv in den Vordergrund gerückt, im Rahmen des Zins- und Währungsmanagements das Risikoprofil von Zins- und Währungspositionen flexibler, kostengünstiger und mit geringeren sonstigen Risiken den jeweiligen Erfordernissen anzupassen, als dies unmittelbar durch den Kauf oder Verkauf von Verbindlichkeiten oder Forderungen möglich wäre. Die Risiken aus einem Swap bestehen im Ausfall des Swappartners; Verluste können dabei entstehen, wenn der Marktwert eines Swapteils durch Zins- und Wechselkursschwankungen seit Abschluss des Swaps gesunken ist oder wenn Zahlungen zwischen den Parteien zeitversetzt erfolgen. Zur stärkeren Standardisierung und besseren Erfassung des Marktes gründeten Banken aus aller Welt 1985 die International Swap Dealers Association, Inc. (ISDA) mit Sitz in New York.             Literatur: Das, S., Swap Financing, 3. Aufl., London 1991. Lerbinger, P., Zins- und Währungsswaps, Wiesbaden 1988. Peters, J., Swap-Finanzierung, Wiesbaden 1990. Entwicklung des Swapmarktes (Mrd. US-$) * Auch in den beiden anderen Positionen enthalten. Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. 1987            1988           1989           1990             1991 Zinsswaps Neu arrangierte Swaps davon: US-Dollar D-Mark übrige Währungen Ausstehender Betrag zum Jahrsende Währungsswaps Neu arrangierte Swaps davon: US-Dollar gegen andere Währung Zwischen anderen Währungen D-Mark gegen andere Währungen* Ausstehender Betrag zum Jahresende 387,8          568,1           833,6             1 264,3         1 621,8 286,7          366,3           545,2          676,4            926,4 22,3              32,9             41,4          106,0            102,6 78,8            168,9           247,0          481,9)           552,8 689,9         1010,2              1 502,6  2311,5          3065,1 86,5           124,2            178,2          212,8            328,4 77,0           103,8            132,5          131,2            244,2 9,5             20,4             45,7           81,6             84,2 11,6             16,9             18,3           23,3)            35,5 183,8          319,6            449,3          577,5            807,2  

Swaps im Sinne von Finanzierungstechniken bezeichnen den zwischen zwei Partnern – z. B. Unternehmen – vorgenommenen Austausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlicher Währung (Währungsswap) bzw. von verschiedenen Zinsverpflichtungen (Zinsswap). In der Praxis werden diese beiden Formen oft miteinander kombiniert. Beispiel zum Zinsswap: Die Huber AG errichtet in Frankreich eine Schokokuss-Fabrik. Sie hat zur Finanzierung dieses Vorhabens einen Kredit aufgenommen, dessen Zins alle drei Monate dem Marktzins angepaßt wird (= Kredit mit einem variablen Zins). Bislang war dies eine prima Lösung – die Marktzinsen waren rückläufig, und damit auch der Kreditzins. Jetzt befürchtet Huber, dass die Marktzinsen wieder steigen. Im Rahmen eines Zinsswap-Geschäfts tauscht Huber seine variablen Zinsverpflichtungen gegen einen Festzins um. Devisenswapgeschäfte werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) (aber auch von Geschäftsbanken und Unternehmen) betrieben. Hierbei werden Devisen per Kasse – d. h. Erfüllung sofort – gekauft (verkauft) und gleichzeitig per Termin – d. h. Erfüllung später – wieder verkauft (rückgekauft).

Bei einem klassischen Swap-Geschäft übernehmen zwei Partner jeweils die Verbindlichkeiten (Schulden) des anderen Partners. Sie tauschen also ihre Zahlungsverpflichtungen gegeneinander aus, wobei das Verhältnis zu ihren jeweiligen Gläubigern davon unberührt bleibt. Wichtige Formen des Swaps sind die Zmsswaps und die Währungsswaps. Der Sinn dieses Geschäfts besteht darin, Zins- oder Währungsunterschiede auszunutzen und von ihnen zu profitieren, also Arbitrage-Gewinne zu machen (Arbitrage).

 
1. Allgemeine Charakterisierung Swaps zählen inzwischen zweifellos zu den innovativsten und am schnellsten wachsenden Gattung von Finanzprodukten. Die Fülle der Gestaltungsmöglichkeiten ist unübersehbar. Doch auch bei Swaps gilt: Reduziert man sie auf das Wesentliche, so sind sie leicht zu durchschauen. Im Grunde ist ein Swap, wörtlich übersetzt, ein Tauschgeschäft. Zwar kommen Swaps auch auf der Ebene der   Basisobjekte vor, z.B. der Tausch bestimmter Anleihen (debt to debt swap) oder der Tausch von Anleihen/Schulden gegen Aktien, also Fremd- gegen Eigenkapital (debt-to-equity swap). Die besonders innovativen Swap­Varianten sind jedoch wiederum im Bereich der  Derivate zu finden. Auf dieser Ebene haben Swaps i.e.S. (financial swaps) grosse Ähnlichkeit mit Termingeschäften. Im Grunde sind Swaps nichts an­deres als mehr oder weniger komplexe Kombinationen von Terminkontrakten.
2. Zinsswap Vielleicht die einfachste Variante von Swaps i.e.S. sind die Zinsswaps (interest rate swaps). Getauscht werden hier Zinszahlungsströme, deren Zinsberechnungsmodalitäten verschieden sind. Grob lässt sich unterscheiden zwischen festen Zinsen und variablen Zinsen. Letztere sind in dem Sinne variabel, dass sie in kurzen Intervallen - quartalsweise oder halbjährlich - an die Marktzinsentwicklung angepasst werden. Siehe auch   Zinsmanagement. Angenommen, zwei Schuldner (A und B) haben jeweils einen Kredit über 1 Mio. US-$ aufgenommen. Beide Kredite haben noch eine Laufzeit von 5 Jahren. A verfügt über einen Festzinskredit und erwartet, dass die Zinsen in den kommenden 5 Jahren fallen. B verfügt über einen variabel verzinslichen Kredit und erwartet, dass die Zinsen in den kommenden fünf Jahren steigen. A und B haben offensichtlich ge­gensätzliche Zinserwartungen. Deshalb bietet es sich an, dass sie ihre Zinszahlungsverpflichtungen tau­schen, d.h., A übernimmt die variablen Zinszahlungsverpflichtungen des B und B übernimmt die fixen Zinszahlungsverpflichtungen des A. Die jeweiligen Kreditsummen brauchen nicht getauscht zu wer­den, da sie ja ohnehin übereinstimmen. Die jeweiligen Gläubiger von A und B werden in der Regel von dem Zinsswap nichts erfahren. Auch in der Bilanz taucht der Swap nicht auf (off balance sheet transac­tion), wodurch deren Informationsgehalt massgeblich eingeschränkt wird.
3. Währungsswap Ein weiterer sehr bedeutsamer Swaptyp ist der Währungsswap (currency swap), mit dem sich Wäh­rungsrisiken auch sehr langfristig absichern lassen. So kann beispielsweise ein amerikanischer Investor A, der in der Eurozone investieren möchte und diese Investition nach 10 Jahren liquidiren möchte, mit einem Investor B aus der Eurozone, der für 10 Jahre in den USA investieren und dann die Investitions­summe wieder in die Eurozone zurückführen möchte, einen Währungsswap abschliessen. Siehe auch  Währungsmanagement. Angenommen die Investitionssumme betrage jeweils 125 Mio. US-$ und 100 Mio. Euro. Bei Ab­schluss des Swapgeschäfts betrage der Wechselkurs 1,25 US-$ je Euro. A liefert 125 Mio. US-$ an B und B 100 Mio. Euro an A. Beide können die geplanten Investitionen durchführen. Nach Ablauf von 10 Jahren tauschen beide die Beträge zurück, also A zahlt 100 Mio. Euro an B und B zahlt 125 Mio. US-$ an. Weder A noch B sind also infolge der (befristeten) Direktinvestition im Ausland irgend ein Wäh­rungsrisiko eingegangen. Swaps, die entweder reine Zinsswaps oder Währungsswaps darstellen, heissen auch plain vanilla swaps. Selbstverständlich können auch beide Grundformen kombiniert werden (kombinierte Swaps).
4. Swapmotive Der Abschluss eines Swapgeschäfts bietet sich an, wenn die Swappartner unterschiedlichen Erwartun­gen im Hinblick auf Zins- und/oder Wechselkursänderungen haben. Es können aber auch Kostenein­sparungspotenziale Anlass für Swapvereinbarungen sein. Angenommen, die beiden Kreditnehmer A und B benötigen einen Euro-Kredit im Volumen von 10 Mio. A präferiert einen Festzinskredit, B einen variabel verzinslichen Kredit. Wenn nun aber A auf­grund seiner Marktstellung (Kontakt zu bestimmten Banken, etc.) auf dem Markt für variabel verzinsli­che Kredite besonders günstige Konditionen erzielen kann, während B auf dem Markt für festverzinsli­che Kredite das bessere “Standing” besitzt und deshalb besonders günstige Konditionen aushandeln kann, dann bietet sich ein Swapgeschäft zwischen A und B an: A nimmt den variabel verzinslichen Kredit auf, B nimmt des Festzinskredit auf und anschliessend tauschen A und B im Rahmen eines Zinsswaps die jeweiligen Zinszahlungsverpflichtungen. Die Einsparungen, die durch die getauschten Rollen bei der Kreditaufnahme zustande kommen, werden unter den Swappartnern einvernehmlich aufgeteilt. Somit profitieren beiden Swappartner von dem Swapgeschäft. Um Konditionsverbesserungen zu erzielen, ist es übrigens nicht erforderlich, dass ein Partner auf dem einen Markt und der andere Partner auf dem anderen Markt absolute Konditionenvorteile besitzt. Es genügt, wenn komparative Vorteile existieren, also z.B. der Kreditnehmer A sich auf beiden Märkten günstiger finanzieren kann als B, dass aber die Finanzierungskostenvorteil des A etwa auf dem Markt für varibel verzinsliche Kredite grösser ist als auf dem Markt für festverzinsliche Kredite (komparativer Finanzierungskostenvorteil).
5. Bewertung von Swaps Die Swap-Bewertung stellt eine komplexe Aufgabe dar. Das Bewertungsprinzip ist jedoch recht einfach. Angenommen, A und B schliessen ein Zinsswap ab, aufgrund dessen A nun feste Zinsen und B variable Zinsen zahlen muss. Was der Wechsel des A weg von der variablen hin zur festen Zinszahlungsverpflichtung wert ist, hängt davon ab, mit welchen zukünftigen Zinssätzen man rechnet. Nimmt man das Urteil des Marktes zu Hilfe, dann erwartet man künftige Kassa-Zinssätze (Kassa-Zinssatz) in Höhe der heute vom Markt herausgebildeten Terminzinssätze (Termin-Zinssatz). Zum Zeitpunkt des Kontrakt-Abschlusses kann man also ausrechnen, wieviel an Zinsaufwand A einspart durch den Wechsel zum fixen Zinszahlungsmodus, wenn der Markt mit seiner Erwartung zukünftig steigender Zinsen recht behält. Umgekehrt wird B im selben Umfang verlieren. B kann also von A einen entsprechenden Ausgleich verlangen. Zu einem guten bzw. schlechten Geschäft entwickelt sich der Swapkontrakt für A bzw. B nur dann, wenn die künftige Zinsentwicklung von der erwarteten abweicht. Steigen z.B. die Zinsen in Zukunft stärker als erwartet, profitiert offenbar A hiervon, während B hierdurch belastet wird. Das Umgekehrte gilt bei einer unterhalb der Erwartung liegenden Zinssteigerung oder gar bei fallenden Zinsen. Was der Swap für den einen oder anderen Partner wert ist, richtet sich also nach der faktischen Zinsentwicklung während der Swaplaufzeit. Hinweis Zu den vertiefenden bzw. angrenzenden Wissensgebieten siehe  Aussenhandelsfinanzierung (Interna-tionale Zahlungs-, Sicherungs- und Finanzierungsinstrumente),  FinanzinnovationenOptionen,   Portfoliomanagement,   Risikocontrolling,   Währungsmanagement,   Zinsmanagement.

Literatur: Cuthbertson, K., Nitzsche, D.: Financial Engineering: Derivatives and Risk Management, Chichester, New York, etc. 2001; Eckl, S., Robinson, J.N., Thomas, D.C.: Financial Engineering: A Handbook of Derivative Products, Oxford 1991; Hull, J.C.: Options, Futures & Other Derivatives, 4th edition, London, Sidney, etc. 2000; Stöttner, R.: Swap, in rororo Betriebswirtschaft (hrsg. von Horst Günter), Reinbek bei Hamburg 2004.  



Hier sind vor allen Dingen die Zinsswaps und Währungsswaps zu erwähnen. Der Zinsswap regelt den Austausch von Zinszahlungsverpflichtungen in einer Währung für eine bestimmte Laufzeit. Wesentlich ist, dass die auf den gleichen Ausgangsbetrag zu leistenden Zinsen unterschiedlichen Zinsberechnungen unterliegen und durch den Swap keine gegenseitigen Kapitalforderungen entstehen. Der Sinn eines solchen Tausches liegt darin, den relativen Vorteil, den jeweils eine Partei gegenüber der anderen aufgrund ihrer Stellung an einem bestimmten Finanzmarkt hat, mit der anderen Partei zu tauschen. Das gleiche Prinzip gilt auch für Währungsswaps. Bei Währungsswaps sind die zu tauschenden Verbindlichkeiten in verschiedenen Währungen begründet.
Siehe auch: Swapgeschäft, Swapsatz, Interest Rate Swap, Currency Swap

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